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Wilken muss mit Firmenrestaurant improvisieren

Beim Software-Unternehmen Wilken hat die Belegschaft gerade keine Kantine, weil der Schwiegersohn des Firmengründers nach Streitigkeiten einen Mietvertrag auslaufen ließ. Es gibt aber nicht nur kalte Küche.

Autor: FRANK KÖNIG |
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Die vermutlich beste Firmenkantine der Stadt muss improvisieren. Das Bio-Restaurant des Software-Herstellers Wilken besteht vorübergehend aus einer reaktivierten Teeküche und Partytischen im Freien, nachdem das Essen zum Jahreswechsel von Harald Laatsch und seinem Team noch über eine Holzbude mit Pommes-Friteuse und danach vier Tage aus einem Lieferwagen verteilt wurde. Die Mitarbeiter essen im Stehen von Papptellern: Schinkenkrakauer, Bratwurst, Geschnetzeltes, Gulasch, Reispfanne.

Das Provisorium dauert noch bis Ende Februar. Dann eröffnet Wilken einen großzügigen Neubau im Hörvelsinger Weg, der sich in Richtung Örlinger Tal an die bestehenden drei Gebäudeteile 25, 27 und 29 anschließt. Dort gibt es ein großzügiges Betriebsrestaurant mit Blick ins Tal. Die Küche hat Laatsch bereits am 26. Dezember bezogen.

Die frühere Küche und das Restaurant befanden sich im Haus 27, das dem Schwiegersohn von Firmengründer Ernst Wilken, Dr. Andreas Lied, gehört. Lied war zwischenzeitlich Wilken-Geschäftsführer, musste die Firma jedoch 2009 nach einem Konflikt mit Seniorchef Wilken verlassen und hatte daraufhin den Mietvertrag mit der Firma auf 31. Dezember 2012 gekündigt.

Das Unternehmen musste die Büros und die Kantine deshalb bis Jahresende räumen, wollte aber die Küche betriebsbereit halten, die nun vor der Eröffnung im sonst leerstehenden Neubau in Betrieb ging.

Die Firmentochter Wilken Gourmet musste die Küche - die im Neubau viermal so groß ist wie zuvor - schon deshalb betriebsbereit lassen, weil sich der zum Firmenrestaurant gehörende Catering-Service Fleur de Cuisine (siehe Infokasten) keine Pause erlauben kann. Küchenchef Laatsch beliefert damit auch die Heimspiele der Basketballer in der Ratiopharm-Arena. Für die Catering-Sparte ergeben sich neue Aussichten, nachdem Wilken einen neu entstehenden Sitzungssaal mit Top-Ausblick über das Örlinger Tal künftig auch für Events vermieten will.

Vorerst aber gilt das Provisorium. Das sieht in der Mittagspause so aus, dass die Verpflegung in einer alten Teeküche im Haus 25 ausgegeben wird. Dort lassen sich trotz der Kälte draußen auch Stehtische aufstellen. Die Zukunft dieses Gebäudeteils ist unklar, weil durch die Abtrennung des Hauses 27 durch Lied keine Verbindung mehr in das neue Hauptgebäude besteht. Auch die Brücke vom Haus 27 zum Haus 29 wurde bereits geschlossen.

Die Neubauvorhaben werden unter Ernst Wilkens Sohn Folkert verwirklicht. Folkert Wilken musste zunächst Lied weichen, kehrte aber 2010 in die Geschäftsführung zurück und stellt das Unternehmen auch technologisch auf eine neue Basis. Wilken beschäftigt 450 Mitarbeiter und erzielte zuletzt 47 Millionen Euro Umsatz. Hauptsächliche Produkte: Software für das Finanzwesen und die Energiewirtschaft.

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