Wieder Legionellen-Alarm im Donaucenter

Wieder Legionellen-Alarm im Donaucenter in Neu-Ulm. Bei jüngsten Untersuchungen wurden erneut extrem hohe Werte gemessen. Weshalb der Gesundheitsdienst wieder ein Duschverbot verhängt hat.

EDWIN RUSCHITZKA |

Die etwa 500 Bewohner des Donaucenters in Neu-Ulm kommen nicht zur Ruhe.  V ier Monate nachdem im Dezember vergangenen Jahres das über ein Jahr andauernde Duschverbot   in den 300 Wohnungen aufgehoben worden war, hat die Gesundheitsbehörde im Neu-Ulmer Landratsamt dieses Verbot erneuert. Mit Schreiben vom 29. April hat die Hausverwaltung Anzinger aus Senden das den Eigentümern und Mietern mitgeteilt.

Nach einer Anordnung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes müssen die Verantwortlichen im Donaucenter vierteljährlich Wasserproben ziehen und auf den Legionellen-Gehalt überprüfen lassen. Beauftragt ist damit die Profluid GmbH aus Ulm. Sie hat jetzt insgesamt 32 Wasserproben gezogen und untersucht. Bei zehn Proben wurden keine Legionellen nachgewiesen, bei 14 Proben lagen die Werte unter 100 KBE pro 100 Milliliter. KBE steht für "Kolonien bildende Einheiten". Messwerte unter 100 KBE gelten als unbedenklich. Bei fünf Proben wurden zwischen 100 und 1000 KBE gemessen. In zwei Proben lagen die Ergebnisse unter 10.000 KBE, waren also hoch.

Eine Probe aber zeigte einen Legionellen-Gehalt von 12.000 KBE. Und das gilt als "extrem hoher" Wert. Also hat der Gesundheitsdienst am 28. April erneut ein generelles Duschverbot verhängt. "Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Fall unser Ermessensspielraum zum Schutz der Bewohner stark eingeschränkt sein muss", hat sich Stephanie Kurz, die stellvertretende Leiterin der Gesundheitsbehörde, für ihre zwingend notwendige Anordnung fast schon entschuldigt.

Die Menschen im Donaucenter durften schon 13 Monate lang von November 2012 bis Dezember 2013 nicht duschen. Bei routinemäßigen Kontrollen waren vereinzelte Werte über 15.000 KBE gemessen worden. Über das Duschverbot hinaus wurden die Verantwortlichen im Donaucenter angewiesen, dafür zu sorgen, dass die Werte nicht nur kurzfristig, sondern auch nachhaltig, also auf Dauer gesenkt werden. Eine kurzfristige Maßnahme war der Einsatz von Chemie, mit der die Wasserleitungen durchgespült wurden. Tagelang war die Wassernutzung übers Duschverbot hinaus eingeschränkt. Vereinzelte Bewohner klagten nach dem Chemieeinsatz über gesundheitliche Beschwerden.

Erst nach geraumer Zeit war mit der Ingenieurgesellschaft Wassernetz aus Bernau am Chiemsee ein Unternehmen gefunden worden, das sich mit einer grundlegenden Sanierung befassen wollte. Viele andere Firmen hatten sich nicht an die Problematik gewagt und abgewunken. Der 550.000 Euro teure Maßnahmenkatalog der Wassernetz-Ingenieure war in einer Eigentümer-Versammlung Mitte November vergangenen Jahres mehrheitlich beschlossen worden. Sollen diese Maßnahmen allerdings nicht wirken, hatten die Wassernetz-Ingenieure auch über den Austausch des kompletten Wasserleitungsnetzes oder über den Einbau von elektrischen Durchlauferhitzern in allen Wohnungen nachgedacht. Und das wäre eine sündhaft teure Sache.

Warum ein Duschverbot notwendig ist

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Das Neu-Ulmer Donaucenter

Das Neu-Ulmer Donaucenter

Die Lage am Fluss, der Ausblick über die Stadt, die Sicht auf das Ulmer Münster - im Neu-Ulmer Donaucenter wohnt es sich schön, wären da nicht die Legionellen.

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