Wieder Hoffnung für den Kögel-Standort Ulm

Ulm.  Für den Standort Ulm des insolventen Trailerherstellers Kögel gibt es nun wieder eine Perspektive. Ein Personalabbau scheint aber unausweichlich.

Nach einer Betriebsversammlung bei Kögel im Donautal gestern besteht Hoffnung, dass der Standort Ulm des insolventen Nutzfahrzeugherstellers nicht, wie befürchtet, in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. "Es gibt tatsächlich Bewegung in der Sache", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer, Michael Braun von der IG Metall Ulm, zu den Gesprächen mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob Geiwitz das Produktionswerk in Burtenbach (Kreis Günzburg) mit 730 Mitarbeitern und den Standort in der Steinbeisstraße mit knapp 100 Beschäftigten an zwei verschiedene Investoren veräußert (wir berichteten). Von den Bereichen Ersatzteile, Reparaturen, Gebrauchtfahrzeuge und einer Teilefertigung in Ulm wäre in diesem Fall lediglich die Ersatzteil-Logistik unter Regie einer Spedition übriggeblieben. In diesem Fall wären aus Sicht Brauns drei Viertel der Arbeitsplätze verlorgengegangen, nur 25 Kögel-Mitarbeiter in Ulm hätten mit einer Weiterbeschäftigung rechnen können.

Nun habe Geiwitz überraschend eine Lösung präsentiert, die dem Standort Ulm wieder eine Zukunft gebe. Der Insolvenzverwalter wolle demnach die Werke Burtenbach und Ulm an denselben Investor verkaufen und "alle Funktionsbereiche fortführen". Braun misst der Teilefertigung eine hohe Bedeutung bei, weil hier auch Spezialkomponenten, beispielsweise für Bundeswehrfahrzeuge, produziert würden.

Geiwitz habe allerdings keinen Zweifel daran gelassen, dass er ein Entgegenkommen der Arbeitnehmer bei den Tarifbedingungen und Arbeitskosten erwartet. Der Insolvenzverwalter machte darüber hinaus wie schon bei der Versammlung in Burtenbach klar, dass es vor Abschluss der Verkaufsverhandlungen Ende dieser Woche zu einem Personalabbau kommen werde.

Der Ulmer Betriebsratsvorsitzende Eugen Klingenstein berichtete, bei der Versammlung sei aus der Belegschaft die Frage an Geiwitz gerichtet worden, wer Kögel nun kaufen werde. Der Insolvenzverwalter habe gesagt, es handle sich weder um ein chinesisches Unternehmen noch einen Finanzinvestor. Geiwitz habe nicht dementiert, dass es sich beim Hauptinteressenten um eine Firma im Umkreis von 100 Kilometern um Ulm handle. Dies mag mit den Spekulationen zusammenhängen, dass ein Nutzfahrzeughersteller aus dem Raum Augsburg an Kögel interessiert sein könnte. Ansonsten hätten die Mitarbeiter Angst um ihre Arbeitsplätze: "Sie wissen nicht, wo es hingeht." Die Kurzarbeit sei aber aufgehoben.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: FRANK KÖNIG | 27.10.2009

Google 1+

Kögel-Käufer demonstriert Selbstbewusstsein

Burtenbach An Selbstvertrauen mangelt es Ulrich Humbaur nicht. Nach dem Kauf der Firma Kögel sieht der Unternehmer dem Poker mit den früheren Eigentümern um das Firmengrundstück in Burtenbach gelassen entgegen.... mehr

Kögel geht an Humbaur

Neu-Ulm Kögel soll als Marke mit eigener Produktion erhalten bleiben. Das versichert Ulrich Humbaur, Käufer des insolventen Fahrzeugherstellers. Nicht gesichert ist die Zukunft des Kögel-Standorts im Ulmer Donautal.... mehr

Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil

Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters

Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr

Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam

Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr