Wie der Weihnachtsbaum sicher nach Hause kommt
Beim Transport eines Weihnachtsbaums im Auto können Kunden einiges falsch machen. Welche gefährlichen Folgen das haben kann und wie es richtig geht, erklären Automobilclubs und die Polizei.
Autor: SWP |Auch Automobilclubs und Polizei mahnen in der Vorweihnachtszeit alle Jahre wieder zum sicheren und verkehrsgerechten Transport. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat vor drei Jahren in einem Crashtest gezeigt, dass Gummi-Expander zum Dachtransport nicht ausreichen. Bei einem Unfall oder einer Vollbremsung kann der Weihnachtsbaum zu einem "tödlichen Geschoss" werden, nach vorn vom Dachträger herunter und durch die Frontscheiben entgegenkommender Autos fliegen.
Sicherer ist der Transport auf dem Autodach mit Spanngurten. Sie müssen nicht an den Ästen, sondern direkt am Stamm fixiert und fest verzurrt werden, damit der Baum nicht ins Rutschen kommt, meldet der ADAC. Wenn die Baumspitze nach hinten zeigt, werden keine Äste vom Fahrtwind abgerissen.
Beliebt ist auch die Variante, den Baum im Kofferraum nach Hause zu fahren. Oft werden die Rücksitze umgeklappt. Geht die Heckklappe nicht zu, muss der Baum mit Spanngurten befestigt werden. Wichtig ist immer, dass der Fahrer Bewegungsfreiheit und freie Sicht nach vorn, rechts und links hat. Zudem meldet der Automobilclub: "Stamm oder Spitze sollten auf einen leeren Sitzplatz zeigen, da sonst enorme Verletzungsgefahr droht. Außerdem müssen alle Insassen ihre Plätze vorschriftsmäßig einnehmen können."
Egal ob mit offenem Kofferaum oder auf dem Dach: Ragt der Baum mehr als einen Meter über das Heck hinaus, muss er am Ende mit einer roten Fahne gekennzeichnet werden, bei Dunkelheit mit einem roten Licht. Insgesamt darf der Baum aber nur höchstens 1,5 Meter hinaus ragen. Kennzeichen, Licht und Blinker dürfen nicht verdeckt sein.
Wer seinen Tannenbaum nicht oder falsch sichert, muss mit einem Bußgeld von 50 Euro und drei Punkten in Flensburg rechnen. Wie oft es in der Region vorkommt, dass jemand seinen Baum unsachgemäß transportiert, ihn während der Fahrt verliert oder dass Unfälle geschehen, können die Polizeisprecher der Polizeidirektion Ulm und des Polizeipräsidiums Schwaben/Südwest in Kempten nicht sagen. Das lasse sich aus der Statistik nicht herauslesen. Ihnen ist jedoch kein Fall in diesem Dezember bekannt.
Auch Weihnachtsbaum-Verkäufer Glöckler hat noch nie gehört, dass Kunden beim Transport einen Unfall hatten oder den Baum auf der Fahrt verloren haben. "Normalerweise fährt man mit einem Baum ja auch nur die kurze Strecke bis nach Hause. Höhere Geschwindigkeiten und Autobahnfahrten sollte man natürlich vermeiden."




