Wider die braunen Parolen

Bis zu den Ferien zeigt die Berufschule Neu-Ulm die Ausstellung "Rechtsradikalismus in Bayern". Rechte Strukturen und Strategien sind im Fokus.

NICOLE REUSS |

Rund 1600 Mitglieder zählen die rechtsextremen Parteien NPD und DVU in Bayern. In Bayerisch-Schwaben wird die Zahl der Rechtsextremen mit 200 beziffert, außerdem sind 50 rechtsextreme Skinheads bekannt. "Das klingt erstmal nicht viel. Aber das sind nur die Aktenkundigen. Die Dunkelziffer ist sicher höher", sagte Martin Harth gestern vor Gästen, Lehrern und Schülern der Staatlichen Berufsschule Neu-Ulm (BSNU). Der Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung übernahm bei zur Eröffnung die erste Führung durch die Ausstellung. Die Wanderausstellung der Stiftung, die im Rahmen einer Projektwoche bis Schuljahresende im BSNU-Foyer zu sehen ist, informiert auf 16 Tafeln über Strukturen und Strategien des Rechtsradikalismus in Bayern. Schwerpunkt ist dabei die Jugendszene.

"Die Rechtsextremen haben ihr Erscheinungsbild und Auftreten gewandelt. Längst versuchen sie, ihr Gedankengut auch in Schulen zu tragen", sagte Schulleiter Josef Petz. Ein Beispiel, über das die Ausstellung aufklärt: das NPD-Projekt Schulhof. Parteigetreue verteilen kostenlose CDs mit Hassrock. Auch sanfte Balladen finden sich darauf, schließlich soll für jeden Geschmack was dabei sein. Es ist der Versuch, Jugendliche zu ködern, braunen Lifestyle in ihren Alltag zu tragen, sagte Harth. Ein anderes Beispiel: Szene-Klamotten, etwa das Label Masterrace Europe (Herrenrasse Europa). Codes wie bestimmte Zahlenkombinationen sollen den Zusammenhalt stärken und Straffreiheit garantieren. So bedeute etwa die Zahl 88 auf dem Baseball-Shirt "Heil Hitler". Die 8 steht für das H, den achten Buchstaben des Alphabets. Rückwärts gezählt steht das S an achter Stelle und somit die 88 für "SS".

Die dritte Auflage der Ausstellung - Untertitel: Demokratie stärken, Rechtsradikalismus bekämpfen - geht auch auf die intellektuelle Szene, die Internet- und Frauen-Szene der Rechtsextremen ein. In den beiden Projektwochen finden zudem Vorträge zum Thema statt. Schulleiter Petz legte die Ausstellung allen Schülern ans Herz: "Damit niemand auf billige Sprüche und Parolen hereinfällt . . ."

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