Wem gehört die wilde Loipe am Hochsträß?

Ulm.  Vor gut 20 Jahren wurde die Loipe am Hochsträß zum letzten Mal gespurt - jetzt ist sie wieder da. Wohin sie führt, weiß jedoch niemand.

Gut getarnt vom frischen Pulverschnee schlängelte sie sich am dunklen Waldrand entlang. Mit bloßem Auge war sie aus der Ferne kaum zu sehen, so schmal und unscheinbar war sie. Nur wenige Eingeweihte glitten in der einspurigen Loipe dahin, denn: Offiziell gibt es sie gar nicht.

Bis vor rund 20 Jahren hat an derselben Stelle noch die TSG Söflingen gespurt. Aber das Loipengerät wurde damals verkauft, zu wenig Schnee, sagt Karlheinz Schnizler. Wer die frühere Ernst-Ludwig-Loipe wieder zum Leben erweckt hat, weiß der Ski-Abteilungsleiter der TSG nicht, verweist aber auf den TSV Blaustein. Doch auch dort: Kopfschütteln. Der Verein spure nur eine Loipe im Kiesental, heißt es. Auch die Stadt Ulm sowie die umliegenden Gemeinden Ermingen und Eggingen sind ratlos auf die Frage, wer für den Langlaufspaß verantwortlich sein könnte. Manche zweifeln gar: Gibt es sie wirklich, die unbekannte Loipe?

Ja, sagt Sabine Benz-Klemm. Die Ulmerin ist schon mehrmals auf ihren schmalen Brettern durch den frischen Schnee geglitten. "Die Spur wirkt, als wäre sie professionell präpariert." Aber wohl dem, der Fährten lesen kann: Reifen- oder sonstige Spuren eines Fahrzeugs gibt es nicht, dafür in regelmäßigen Abständen die typischen Löcher der Langlaufstöcke. Haben sich hier etwa wahre Athleten mit eigener Körperkraft ihren Weg durch den Schnee gebahnt? Doch die Spur verliert sich, bis an ihr Ende hat es Sabine Benz-Klemm bislang noch nicht geschafft.

So endlos wie die Loipe selbst gestaltet sich auch die Suche nach ihrem Schöpfer. Auch ein wahrer Kenner des überschaubaren Wintersportgebiets westlich von Ulm zweifelt zunächst. Erich Straub betreibt den Skilift in Beiningen direkt am Hochsträß - und hat bislang weder Langläufer noch Loipe noch Spurgerät gesichtet.

Ob sich das Rätsel der unbekannten Loipe noch in dieser Wintersportsaison lüften lassen wird - man weiß es nicht. Denn frei nach dem Motto "Schnee weg, Loipe weg" sind durch das Tauwetter seit gestern viele Spuren verwischt. Uns bleibt die Hoffnung auf einen erneuten Wintereinbruch und die Rückkehr des geheimen Spurenmachers.


Kommentare (1)

04.02.2010 15:19 Uhr |   katermikesch

Wem gehört die wilde Loipe am Hochsträß?

Sehr geehrte Redaktionsmitglieder der online-Dienste,

ob ich bei Ihnen richtig bin, weiß ich nicht - aber ich finde keine andere E-Mail-Adresse.

Also probier's ich auf diesem Wege:

Der Artikel über die Langlauf-Loipe auf dem Hochsträß hat mich doch fasziniert - weil ich mir niemals vorstellen konnte, dass mein Bewegungsdrang, den ich - und sicherlich auch einige andere - am Freitag, 29.01.2010 gegen 17h30 auf dem Hochsträß ausgelebt habe, andere LL-Freunde zu Zeitungsartikeln animiert... Nun ja: Anbei drei Bilder von der "ersten" Spur am Freitag, 29.01.2010, sowie zwei Bilder tags darauf, wobei eines den "geheimen Loipenzieher" zeigt. Vielleicht bringen diese Bilder etwas "Licht ins Dunkel der Urheberschaft" - und die bohrende Suche nach dem "Unbekannten" verliert ein wenig von ihrer "Dringlichkeit".
Auf jeden Fall: Danke für den kurzweiligen Artikel.

Der geheime Spurenzieher

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Autor: DANA HOFFMANN | 04.02.2010

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