Welt-Hanf-Marsch: Rund 300 Demonstranten und ein Millionär laufen mit

Ulm war am Samstag einer der Schauplätze des Welt-Hanf-Marsches für die Freigabe der Droge. Mit prominentem Besuch: Aktivist Georg Wurth.

CHIRIN KOLB | 5 Meinungen

„Meine Wahl: Hanf legal“ – „Ich will nicht länger warten: Hanf in meinem Garten“ – „Don’t panic, it’s organic“. Transparente wie diese trugen die annähernd 300 Demonstranten am Samstagnachmittag durch die Ulmer Innenstadt. Mit dem weltweiten Hanf-Marsch, der in vielen Städten stattfand, setzten sie sich ein für eine liberalere Drogenpolitik und den straffreien Konsum von Cannabis.

Dabei hatten sie prominente Unterstützung. Georg Wurth, der Geschäftsführer des Deutschen Hanf-Verbandes, war aus Berlin zur Demo nach Ulm gekommen. Einem breiteren Publikum dürfte er aber eher durch seinen Sieg in der von Pro 7/Sat 1 veranstalteten Castingshow „Millionärswahl“ bekannt geworden sein. Im Januar hatte Wurth mit seiner Forderung nach Cannabis-Legalisierung in der Sendung den ersten Platz belegt und eine Million Euro gewonnen.

Nach Ulm, neben Heidelberg die einzige baden-württembergische Stadt mit einem Welt-Hanf-Marsch, kam Wurth, um gegen die grüne Regierungspolitik zu demonstrieren. Er selbst als langjähriges Grünen-Mitglied hätte sich von seiner Partei in der Regierungsverantwortung eine liberalere Drogenpolitik erhofft – „genau so, wie es immer im Programm stand“. Cannabis-Nutzer dürften nicht kriminalisiert und verfolgt werden, forderte er.

Nachdem nun auch schon in US-Bundesstaaten wie Colorado der Cannabis-Verkauf legal sei, werde es Zeit, dass Deutschland ebenfalls einen liberaleren Weg einschlage. „Es muss endlich was passieren“, forderte Stefan Oberdorfer, Organisator des Hanf-Marsches und Inhaber des Hanf-Ladens Hemperium. „Ich habe keinen Bock mehr, noch 20 Jahre lang die Fußgängerzone rauf und runter zu marschieren.“

Gemeinderatskandidaten der Liste „Ulm hoch drei“ wie Eva-Maria Glathe-Braun und Jochen Schmidberger unterstützten die Forderungen der Demonstranten. Der Zug bewegte sich durch die Hirschstraße und die Neue Mitte zurück zur Glöcklerstraße. Etliche Teilnehmer trugen Hand an Hand ein 20 Meter langes Hanfseil zum Zeichen dafür, wie Oberdorfer sagte, „dass wir alle an einem Strang ziehen“.

Kommentieren

5 Kommentare

05.05.2014 08:00 Uhr

Richtig so!

In Mexiko und den USA haben wir Gangs die wegen dem Drogenhandel im Krieg sind. Untereinander und mit der Polizei.
Es ist leicht vorstellbar, dass dieser Krieg auch auf Deutschland übergreift. Von der Droge Cannabis geht sicherlich auch eine Gefahr aus. Diese ist aber nicht tödlich (es gibt keine Überdosierung von Cannabis an der man sterben könnte) und eine Cannabissucht ist leichter kalkulierbar/behandelbar als eine Alkoholsucht.
Der existierende Schwarzmarkt ist nicht kalkulierbar. Es gibt keinen Jugend- und Konsumentenschutz. Wenn der Drogenkrieg wirklich auf Europa überschwappt und die Gesetzgebung so bleibt können wir uns auf Bandenkriege einstellen, bei denen auch Unschuldige sterben werden.

Das bei einer anderen Drogenpolitik die Welt nicht untergeht beweisen in Europa seit Jahren Portugal, Spanien und natürlich die Niederlande. Es ist also nur eine Frage des Wollens, denn wegen der berühmten "Signalwirkung" fängt kaum jemand an oder hört auf.
...aber wo kämen wir denn hin, wenn wir Menschen nicht mehr verfolgen würden nur weil diese eine Substanz bevorzugen die uns unbekannt ist. :-/

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

05.05.2014 10:01 Uhr

Und wo wäre Detuschland heute,

wenn wir eine Demokratie hätten und sogar diese unsäglichen Volksabstimmungen wie z.B. in der Schweiz genehmigt werden würden. Alternativ könnte unsere ReGIERung auch einfach den Willen der Wähler vertreten, die Betonung liegt auf "könnte".

Jetzt hoffe ich einfach mal, daß doch einige Wähler demnächst mal ein anderes Kästchen als sonst ankreuzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

05.05.2014 10:17 Uhr

300 ?

Bitte nachzählen! 300 Demonstranten sind schon allein auf Eurem Pressefoto oben zu sehen (von einem Bruchteil des Demozuges!). Realistisch sind über 600 Teilnehmer und damit eine Verdopplung der Teilnehmerzahl gegenüber 2013.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

07.05.2014 06:54 Uhr

300 oder 600

.... habt Ihr da auch die wieder abgezogen die in die andere Richtung laufen?

*lol* grinsen

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

05.05.2014 14:24 Uhr

300 waren es mit Sicherheit.

Allein auf dem Bild sind mit dem bloßen Auge schon 200 Teilnehmer zu endtecken. Ich habe nachgezählt. Dabei wird über die Hälfte von den Transparenten verdeckt. 600 würde ich zwar nicht schätze aber es könnte knapp an die 500 herankommen.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Mainz feiert Karneval im Mai

Karneval in Mainz - diesmal nicht im Februar sondern im Mai.

Die Mainzer lassen sich das Feiern nicht nehmen. Mit 77 Zugnummern und 2222 Teilnehmern holen sie am Muttertag die Fastnacht nach. Doch nicht alle sind damit einverstanden. mehr

YouTube-Star Moritz Garth ...

Justin Bieber war der erste, der noch nicht ganz so bekannte Moritz Garth will ihm folgen. Musiker, die auf der Onlineplattform Youtube Erfolge feiern, wagen sich auch in die richtigen Charts vor. mehr

Schells Witwe ist schwanger

Iva Schell erwartet ihr erstes Kind.

Die Witwe des vor zwei Jahren gestorbenen Schauspielers Maximilian Schell, die Operettensängerin Iva Schell (37), erwartet ihr erstes Kind. mehr