Was das neue Augenlaserverfahren Relex-Smile leistet

Gut sehen und dabei gut aussehen ohne Brille. Immer mehr Fehlsichtige lassen sich die Augen lasern. Ein neues Verfahren verspricht schmerzfrei, sicher und nachhaltig zu sein. Seit kurzem wird es in Ulm angeboten.

CHRISTOPH MAYER | 2 Meinungen

Andreas Müller war ein typischer Fall für den Augenlaser. Seit Kindheitstagen war der heute 45-Jährige auf eine Brille respektive Kontaktlinsen angewiesen. Was ihn zunehmend störte. Nicht nur beim Sport seien die Linsen ständig verrutscht, sondern auch beim Nickerchen im Flugzeug, erzählt der Vielflieger. "Man steigt aus der Maschine und hat rote Augen." Der in Ulm lebende Geschäftsführer einer Schweizer Firma, nach eigenen Worten darauf erpicht "immer das Maximale zu bekommen", liebäugelte schon lange damit, sich die Augen lasern zu lassen, wie es seit Ende der 90er Jahre immer mehr Menschen tun, die scharf sehen wollen aber keine Lust auf Brille und Co. haben.

Andererseits hatte Müller Angst vor einem Eingriff. Zumal Augenärzte bei ihm eine sehr dünne Hornhaut diagnostiziert hatten. Die häufig angewandten Lasek- und Lasik-Verfahren (siehe Info-Kasten) erschienen ihm als zu schmerzhaft beziehungsweise als zu riskant. Erst als er in einer Anzeige vom einem neuartigen Verfahren namens Relex-Smile (Smile ist die Abkürzung für "small incision lenticule extraction") las und im Internet recherchierte, begann er, sich mit einem Eingriff anzufreunden.

Die Operation im Ulmer Augenlaser-Zentrum "Accuratis" beschreibt er im Nachhinein als "total entspannt". Im Wartezimmer bekam er eine Beruhigungstablette verabreicht, der Eingriff selbst - an beiden Augen - sei ein Klacks gewesen. Er musste jeweils einen blauen Punkt fixieren, Unannehmlichkeiten oder gar Schmerzen empfand er nicht. "Ich hab das als keine fünf Minuten in Erinnerung."

Voll des Lobes über Relex-Smile ist auch Dr. Rüdiger Schmid. Wen wunderts: Schließlich ist der Augenarzt seit Oktober der einzige in der weiten Region, der das Verfahren anbietet. Etwa 100 Patienten habe er bereits nach der neuen Methode behandelt, Patienten die ansonsten nach München oder Düsseldorf hätten fahren müssen. Anfang April ist Schmid mit seiner Praxis von der Glöcklerstraße in neue Räume in der Sedanstraße umgezogen, weil es am alten Standort zu eng geworden war.

Wie viel Geld Schmid in die Anschaffung eines "Visumax"-Femtosekunden-Lasers von Carl Zeiss Meditec - nach Angaben der Firma der derzeit weltweit einzige Laser mit dem es möglich ist, das Verfahren durchzuführen - investiert hat, will er nicht verraten. Auch das Unternehmen macht auf Nachfrage keine Angaben zum Preis. "Das Verfahren begeistert mich schlichtweg", sagt der 44-jährige Schmid, der in der Schonung der Hornhaut den Hauptvorzug gegenüber einer konventionellen Laserbehandlung am Auge sieht.

Das erst vor zweieinhalb Jahren in der Medizin etablierte Relex-Smile-Verfahren ist minimalinvasiv. Der Laser macht nur einen knapp vier Millimeter (statt bisher 20 Millimeter) langen Schnitt, so dass die obere Hornhautschicht des Patienten größtenteils unversehrt bleibt. Bei der gängigen Lasik dagegen wird die Hornhaut aufgeklappt und nach Abflachen des darunter liegenden Gewebes wieder zugeklappt. Der Hornhautdeckel wachse zwar rasch an - aber zeitlebens nicht mehr so fest wie vor der Operation, sagt Schmid. "Er bleibt eine Sollbruchstelle, etwa bei Erschütterungen." Auch die Gefahr eines trockenen Auges, häufige Folge konventioneller Laserbehandlungen, sei bei Relex-Smile deutlich gemindert.

Die neue Behandlungsmethode hat allerdings ihren Preis. Rund 2500 Euro pro Auge werden fällig, während herkömmliche Laser-Operationen mancherorts schon zu einem Schnäppchenpreis von 800 Euro pro Auge angeboten werden. Schmid verweist allerdings auf die Nachhaltigkeit der Behandlung, die - so das Versprechen - ein Leben lang für scharfe Sicht sorgen soll. Weil man keine Hilfsmittel mehr brauche, hätten sich die Kosten nach 15 Jahren amortisiert, rechnet er vor. Und für das Gros der Patienten sei der Zuwachs an Lebensqualität entscheidend. Der sei nicht in Euro und Cent auszudrücken.

Wer privatversichert ist, hat sogar gute Chancen, den Eingriff bezahlt zu bekommen. So wie Andreas Müller, dessen Kasse die Behandlung zu 100 Prozent übernommen hat. Für ihn sei die OP deshalb "ein hundertprozentiger Gewinn" gewesen, sagt er. Nach drei Tagen habe er wieder scharf sehen können, seine aktuelle Sehleistung betrage nach ärztlichen Angaben 150 Prozent. "Ich würde Relex-Smile auf jeden Fall weiterempfehlen."

Auch von der Konkurrenz ist wenig Kritisches zu hören. "Relex-Smile ist ein gutes Verfahren mit viel Potenzial", sagt etwa Dr. Harald Gäckle, Leiter des Augenlaserzentrums Neu-Ulm. Nur im Falle einer notwendig werdenden Nachkorrektur - bei etwa vier Prozent aller Lasereingriffe erforderlich - sieht er ein kleines Problem. "Dann muss man womöglich auf andere Verfahren wechseln, was unter Umständen einen längeren Heilungsverlauf zur Folge hat." Dennoch kann sich auch Gäckle gut vorstellen, Relex-Smile in Zukunft anzubieten. Die Konkurrenz auf dem Augenlaser-Sektor sieht er im Übrigen positiv. In Deutschland sei viel Luft nach oben. "In Spanien lassen sich doppelt so viele Patienten lasern wie hierzulande." Seine Überzeugung: Je größer das Angebot, desto besser entwickle sich auch die Nachfrage.

Die gängigen Verfahren

2 Kommentare

31.01.2015 13:02 Uhr

Relax Smile

hallo,

auch ich hab mich Lasern lassen mit der Relex Smile methode da es hier in Frankfurt teuer war 3200 Euro hab ich das in der Türkei machen lassen für 1700 Euro. İch bin 37 jahre und hatte -7.25 Dioptrien.

Die Laser methode der Relex Smile fand ich besonders intresant da ohne Flap gelassert wird also sanfter ist. Die OP ist ca 2 Jahre her und bin total zufrieden damit.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

31.01.2015 13:01 Uhr

Relex Smile

hallo,

auch ich hab mich Lasern lassen mit der Relex Smile methode da es hier in Frankfurt teuer war 3200 Euro hab ich das in der Türkei machen lassen für 1700 Euro. İch bin 37 jahre und hatte -7.25 Dioptrien.

Die Laser methode der Relex Smile fand ich besonders intresant da ohne Flap gelassert wird also sanfter ist. Die OP ist ca 2 Jahre her und bin total zufrieden damit.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Mainz feiert Karneval im Mai

Karneval in Mainz - diesmal nicht im Februar sondern im Mai.

Die Mainzer lassen sich das Feiern nicht nehmen. Mit 77 Zugnummern und 2222 Teilnehmern holen sie am Muttertag die Fastnacht nach. Doch nicht alle sind damit einverstanden. mehr

Polizei rettet Kaninchen vor Marder

Kaninchen. Foto: Jennifer Jahns/Archiv

Polizisten haben bei einem nächtlichen Einsatz in Achern (Ortenaukreis) ein Kaninchen vor einem angriffslustigen Marder gerettet. mehr

YouTube-Star Moritz Garth ...

Justin Bieber war der erste, der noch nicht ganz so bekannte Moritz Garth will ihm folgen. Musiker, die auf der Onlineplattform Youtube Erfolge feiern, wagen sich auch in die richtigen Charts vor. mehr