Wann ist ein Mann ein Mann?

Vor ausverkauften Reihen fand die letzte Premiere des Augus Theater Neu-Ulm im Studio des Konzertsaales statt: "Männergespräche" des bei Los Angeles lebenden Hannoveraners Morten Feldmann.

GOTTFRIED LOTHAR |

"Männer kaufen Frauen" - bei Sebastian ist das wohl eher weniger der Fall. In einem Café diskutiert der erfolglose Schriftsteller im Kreise seiner Freunde Malte und Jakob seine Beziehungsprobleme. Das ist die Situation in "Männergespräche", einer Komödie, die nun im Augus-Theater Premiere feierte.

Anlass der Krisensitzung sind Melanie und ihre Karriere. Die geht im Gegensatz zu Sebastians steil nach oben, der Superjob als Lektorin in New York wartet bereits. Sebastian (großartig als sensibler Macho: Manuel Renken) darf dabei sein - wenn er bereit ist, den psychotischen Kater ganztags zu betreuen, die Wohnung zu putzen und sich um den geplanten Nachwuchs zu kümmern. Besonders Galerist Malte (wieder mal beeindruckend souverän: Richard Aigner) sorgt sich um die Integrität seines Kumpels. Wo bleiben da Selbstverwirklichung und Selbstbewusstsein?

Der ebenfalls nur mäßig erfolgreiche und deshalb immer knapp bei Kasse seiende Maler Jakob (etwas zu jugendlich, doch charmant chaotisch bei Torsten Ibach) sieht die Sache viel pragmatischer: Was spricht denn gegen Karriereschub und Geldsegen im Gegenzug für treusorgende Gattenliebe?

"Männer sind so verletzlich" - als Melanie ganz wie ein postfeministischer Klischee-Macho beginnt, sich mit ihrem Assistenten zu vergnügen, bricht für den vom Sex-Saulus zum Hausmann-Paulus bekehrten Sebastian die Welt zusammen, Selbstmordversuch inklusive. Eifersuchtsattacken, Weinkrämpfe und Selbstvorwürfe lässt er an Jakob aus, der sich wiederum bei Malte über seine ungewollte Rolle als Therapeut und Putzfrau beschwert. Willkommen in der Frauenhölle.

Nach der Pause ist der komplette Zuschauerraum gedreht, um Sebastians Wohnung und Maltes Galerie präsentieren zu können, für die Ausstatterin Claudia Riese mit wenigen Versatzstücken passende Räume konzipiert hat. Unter der Regie von Heinz Koch spielen die drei Akteure ihre Emotionen oft bis an den Anschlag aus. Vielleicht ist es manchmal des Guten zu viel, aber es bleibt immer unterhaltsam, betrachtet man die durchweg amüsierten Reaktionen des Publikums.

"Männer habens schwer, nehmens leicht" - mit Hilfe seiner Kumpane besinnt sich Sebastian auf seine verbliebene Männlichkeit und verlässt Melanie. Doch nur, um alsbald Sibylle präsentieren zu können, eine Architektin mit Karriere in Tokio. Alles auf Anfang also.

Info Nächste Vorstellungen: am 27. April, 16., 18., 25. und 26. Mai im Augus-Theater.

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