Volksbank Ulm-Biberach lobt zum ersten Mal Verantwortungspreis aus

Engagement in der Region will die Volksbank Ulm-Biberach auszeichnen und mit insgesamt 32 000 Euro fördern. Vorstandssprecher Ralph Blankenberg sieht Unternehmen in der Pflicht, sich zu engagieren. Ein Interview

JULIA KLING |

In diesem Jahr lobt die Volksbank Ulm-Biberach zum ersten Mal den Verantwortungspreis aus – was verstehen Sie darunter?
RALPH BLANKENBERG: Uns geht es um nachhaltige Projekte. Wir wollen mit dem Preis Menschen eine Plattform geben, die sich in besonderer Weise engagieren und in der Region Verantwortung übernehmen.

Wie kommt gerade eine Bank in der Region dazu, einen solchen Preis zu vergeben?
BLANKENBERG: Weil wir eine Genossenschaftsbank sind und uns mit dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ besonders stark identifizieren. Darüber hinaus haben wir uns als Volksbank schon seit einiger Zeit Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Wir tragen damit nicht nur ökonomische Verantwortung, sondern übernehmen diese auch in ökologischen und sozialen Bereichen. Wir sind aber hier in der Region nur ein kleiner Teil derer, die Verantwortung übernehmen und Nachhaltigkeit praktizieren. Mit dem Preis wollen wir andere für ihr besonders verantwortungsvolles Engagement belohnen und auszeichnen, andere damit motivieren und Anregungen geben, um sich ebenso zu engagieren.

Gerade jetzt ist der Einsatz ehrenamtlicher Helfer ja besonders aktuell . . .
BLANKENBERG: Das ist richtig. Die Herausforderungen, die das Flüchtlingsthema mit sich bringt, könnten ohne verantwortungsvolles Engagement und das Ehrenamt nicht so gut bewältigt werden. Verantwortung insgesamt hat gerade leider einen sehr aktuellen Bezug. Den Preis haben wir aber schon seit längerer Zeit auf dem Schirm, unabhängig von dieser jüngsten Thematik. Wir merken auch, dass die Bürger immer mehr ein Engagement von Unternehmen erwarten. Man kann sich da nicht rausnehmen.

Es werden Preise in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Ethik/Soziales verliehen. Wie kam es zu diesen Kategorien?
BLANKENBERG: Das sind alles Kategorien, die sich auch in unserem Leitbild widerspiegeln und mit Nachhaltigkeit zusammenhängen. Wir hätten auch nur einen Preis vergeben und dafür ein höheres Preisgeld ausloben können. Wir wollten den Preis aber bewusst aufsplitten. Nicht um das Thema zu verwässern, sondern um breiter unterstützen zu können. Wir wollen die belohnen, die Verantwortung nicht nur tragen, sondern auch leben.

Wer kann sich bewerben?
BLANKENBERG: Menschen, Vereine, Kindergärten, Schulen und auch Unternehmen, die sich in einem der drei Bereiche einbringen. Es können aber auch Personen vorgeschlagen werden. Es wäre schade, wenn Leute, die sich selbst und die Arbeit, die sie leisten, nicht so wichtig nehmen, außen vor bleiben würden.

Auch aus Bayern?
BLANKENBERG: Natürlich grenzübergreifend. Es sollen Menschen hier aus der Region sein, weil wir hier auch tätig sind.

Welche Kriterien müssen die Bewerber erfüllen?
BLANKENBERG: Das Projekt muss eine klare Zielsetzung und eine positive Wirkung haben. Es sollte Transfermöglichkeiten geben und Werte wie Respekt, Fairness und Anstand transportieren oder fördern. Das nehmen wir sehr ernst. Wir wissen auch, an was wir uns da rantrauen: Wo es eine Jury gibt, gibt es auch tendenziell eine Wertung. Deshalb trauen wir es uns auch nicht zu, allein zu bewerten, dass sollen besser Fachleute machen.

Infos zum Bewerbungsverfahren

Bewerbung: Privatpersonen, Schulen, Vereine oder Unternehmen (mit maximal 500 Vollbeschäftigten) können Projekte einreichen, die sich im ökologischen, ökonomischen oder ethisch/sozialen Bereich besonders einbringen. Engagierte Personen oder Projekte können auch von Außenstehenden vorgeschlagen werden. Bewerbungen können von Montag, 29. Februar, bis Freitag, 29. April, eingereicht werden. Weitere Informationen und Bewerbungsformulare gibt es unter www.verantwortungspreis.de

Preis: In den Kategorien Ökologie, Ökonomie und Ethik/Soziales werden drei Preise vergeben, die mit jeweils 5000, 2500 und 1500 Euro dotiert sind. Zudem stiften die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm einen Sonderpreis für besonderes, einzigartiges Engagement in Höhe von 2500 Euro. Die Stiftung der Volksbank Ulm-Biberach prämiert einen Ehrenpreis (2500 Euro) auf der Basis von Vorschlägen.

Jury: Schirmherr und Jurymitglied ist Prof. Franz-Josef Radermacher. Weitere Jurymitglieder: Ralph Blankenberg, Vorstandssprecher der Volksbank Ulm-Biberach, SWU-Geschäftsführer Klaus Eder, Ulrich Becker, Chefredakteur der SÜDWEST PRESSE, Radio7-Geschäftsführer Volker Schwarzenberg, Matthias Stöckle, Vorstand der Stiftung Körperbehindertenzentrum Oberschwaben und Eva-Maria Dünkel als Vorsitzende der Bürgerstiftung Biberach.


 

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