Verkehrsminister Hermann lobt Ulmer Straßenbahnpläne
Die Chancen, dass die Straßenbahn in Ulm rasch ausgebaut wird, sind mit dem Regierungswechsel in Stuttgart eher noch gestiegen. Eine Antwort des neuen Verkehrsministers Winfried Hermann verdeutlicht es.
Autor: HANS-ULI THIERER |Das Ulmer Straßenbahnnetz soll ausgedehnt werden: hinauf auf den Oberen Eselsberg und auf den Kuhberg (siehe Info-Kasten). Wie beurteilt der neue baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) die Chancen, dass dieses vom Ulmer Gemeinderat gut geheißene Schienenprojekt auch auf die Schiene gesetzt werden kann? Das wollte der Ulmer Landtagsabgeordnete Martin Rivoir (SPD) von Hermann wissen.
Rivoir hat eine Aussage erhalten, die an Klarheit alles überbietet, was von der alten Regierung zu hören gewesen war, wenngleich auch CDU/FDP dem Schienenausbau positiv gegenüber standen und stehen. "Die dem Land bisher bekannten Planungen für den Ausbau des Straßenbahnnetzes in Ulm/Neu-Ulm sind schlüssig, transparent und zielgerichtet", schreibt der Minister in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Einzuschränken ist, dass sich diese Aussagen ausschließlich auf den Ulmer Teil des stadtübergreifenden Konzepts beziehen. In Neu-Ulm erwies sich die bisher geplante Linienführung nach Ludwigsfeld im Zuge der standardisierten Bewertung - einer volkswirtschaftlichen Untersuchungsmethode - als unrentabel.
Die Ulmer Seite kann hingegen für ihr Vorhaben, von Linie 1 aus ab Theater, respektive ab Ehinger Tor den Eselsberg, respektive den Kuhberg mit der Schiene zu erschließen, mit Bezuschussung aus den einschlägigen Fördertöpfen des Bundes und des Landes rechnen. Jedenfalls macht Hermann diese Hoffnung, auch wenn das Ulmer Projekt noch nicht in der obersten Dringlichkeitskategorie angesiedelt sei. Zwar müsse noch der Abschlussbericht des Gutachters der standardisierten Bewertung abgewartet werden, der Ende Juni vorliegen soll. Vorbehaltlich dieser Einschränkung könne jedoch davon ausgegangen werden, dass das positive Ergebnis auch von den Zuwendungsgebern, also Bund und Land, mitgetragen werde. Im Abstecken des Zeithorizonts legt Hermann sich allerdings unter Hinweis auf andere Nahverkehrsvorhaben im Land, die mit dem Ulmer konkurrierten, nicht exakt fest.
So wie er auch noch keine Aussagen trifft zum von ihm grundsätzlich befürworteten Vorhaben eines S-Bahnnetzes in der Region. Hier verweist Hermann darauf, dass zunächst die Ergebnisse vertiefender Studien abzuwarten seien.




