Unterschriften gegen Kohle für SWU
Ulm. "Kein Kohlestrom für Ulm!" "Kein Klimakiller in Krefeld!" Mit einer Protestaktion sind den Stadtwerken Ulm/Neu-Ulm (SWU) gestern 7000 Unterschriften überreicht worden, Botschaft: Das Kraftwerk, das in Krefeld entsteht und an dem die SWU beteiligt sind, soll statt mit Kohle mit Gas und Dampfturbine betrieben werden.
Über diese Alternative steht am Donnerstag die Entscheidung an. Umweltaktivisten des BUND Ulm und des Netzwerks Campact hatten als Ort der Unterschriften-Übergabe den Platz vor dem SWU-Service-Center in der Neuen Mitte gewählt. Dieter Fortmann vom BUND stellte klar, dass sich Umweltverbände und SWU "so nah wie noch nie sind". Schließlich setzten die SWU längst vor dem jetzt beschlossenen Atomausstieg auf grünen Strom und forcierten den Ausbau regenerativer, regionaler Energie.
In der Tat stieß der gestrige Protest bei Pressesprecher Bernd Jünke als Vertreter der SWU auf offene Ohren. Schließlich seien die Ulmer und Neu-Ulmer "die treibende Kraft" dafür gewesen, bei der Planung des Kohlekraftwerks in Krefeld auch den Umstieg auf Erdgas zu prüfen. "Wir sind zuversichtlich, dass die Gesellschafter für Gas votieren." Das läge auf der strategischen Linie der SWU. Sie sind einer von 30 an diesem Projekt beteiligten Gesellschafter, ein Zusammenschluss von Stadtwerken, die sich damit gegen die großen Energieriesen wappnen. Fortmann sagte, der Bau eines Kohlekraftwerks würde zu einem massiven Kohlendioxid-Ausstoß in den kommenden 30, 40 Jahren führen. Kohle sei wenig flexibel, in Zukunft müsse aber rasch auf die schwankende Stromerzeugung aus Sonne und Wind reagiert werden können. Jünke hob den hohen Wirkungsgrad der Gas-/Dampftechnik hervor. Zur Deckung der Grundlast habe freilich auch die Kohle ihre Berechtigung, zumal sie für den Verbraucher als Strompreisregulierer wichtig sei. Die 7000 Unterschriften kamen aus den sieben größten beteiligten Städten zusammen. jr
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Autor: SWP | 05.07.2011
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