"Unangenehme Überraschungen für Ulm"

Der Fahrplan, wie ihn die Schweizer Gutachter im Zusammenhang mit Stuttgart 21 testiert haben, bringe für Ulm und die Region eine Reihe "unangenehmer Überraschungen", sagt Michael Joukov, Stadtrat der Grünen und Mitarbeiter des Ulmer Landtagsabgeordneten Jürgen Filius. So könnten ICE-Züge auf der Neubaustrecke zwar in 25,5 Minuten nach Stuttgart fahren, dort aber müssten sie 5,5 Minuten vor dem Bahnhof warten, bis ein Gleis frei sei. Entgegen der Versprechungen werde die halbe Stunde Fahrzeit damit nicht unterschritten, ein schnellerer integraler Takt sei nicht zu erreichen.

Der Flughafen Stuttgart werde von der Bahn nur im Zwei-Stunden-Takt angebunden. Alle anderen Züge müsse das Land bestellen - "und teuer bezahlen" (Joukov). Die Finanzierung dafür erfolge aus demselben Topf wie jene der Realisierung eines S-Bahn-Konzept für die hiesige Region. Joukovs Schlussfolgerung: Da das S-Bahn-Konzept in diesem Fall nicht vor 2019 käme, sei es akut gefährdet.

Der französische TGV von Paris nach München über Stuttgart-Ulm finde im Stresstest-Fahrplan keinen Platz mehr. "Er würde fallengelassen."


Kommentare (46)

27.07.2011 12:07 Uhr |   mjoukov

Die Entscheidung kommt

Ende dieses Jahres. Wollen wir wetten, wie sie ausfällt?

Denn rein formal wird es dann verhandelt: http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/6000/14_6641_D.PDF
27.07.2011 08:49 Uhr |   Verreisen

TRG - Hä ??? - 26.07.2011 - 14:06 Uhr

Die DB weiß schon lange, daß der Bedarf auf der Stecke München-Passau an Zügen soo groß ist. Das liegt aber nicht an dem 'nicht-nachkommen der Industrie', sondern schlicht und einfach am fehlenden Geld der DB !!!
Die DB hat bundesweit soviele rückständige 'Baustellen', daß es geradezu abenteuerlich ist, daß sie sich auf das 'Hirngespinst' S21 - versteift.
Aber dahinter stecken bekanntlich - und inzwischen offen erkennbar - kapitale Interessen !!!
27.07.2011 09:29 Uhr |   TRG

Ist wie beim Bäcker

Die DB Regio (ein Eisenbahn-Verkehrsunternehmen EVU) kann nur die Züge fahren, die vom Land (in dem Fall Bayern) bestellt und bezahlt werden.

Öffentliche Gelder für Infrastruktur bei der DB Netz AG (ein Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen EIU) dürften gar nicht für den Kauf oder den Betrieb von Zügen verwendet werden (von Bauzügen, Rettungszügen oder Schiebeloks mal abgesehen), weil das eine Wettbewerbsverzerrung zu Lasten anderer EVU darstellen würde.

Es führt kein weg dran vorbei, Bayern muss zusätzliche Zugfahrten bestellen und dann kann die DB Regio die Fahrzeuge ordern. Momentan herrscht aber akute Fahrzeugknappheit. Darum geht alles nicht so schnell.

Der Bäcker gibt Ihnen auch nicht 4 Brötchen zum Preis von 2 nur weil Sie heute besonders viel Hunger haben. Und wenn es die letzten 2 waren, müssen Sie warten bis wieder welche gebacken sind.

Eigentlich ganz einfach, oder?

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Autor: SWP | 26.07.2011

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