Ulms OB Gönner hält SPD-Spitze für panisch

Ulm/Stuttgart.  Der Ulmer OB Ivo Gönner (SPD) hält den Vorstoß seiner Partei für einen Volksentscheid über Stuttgart 21 für falsch. Diese Idee habe „Züge einer panischen Reaktion“ auf die Massenproteste gegen das Bahnprojekt, sagte er.

Die SPD habe sich immer hinter Stuttgart 21 gestellt. Wenn sie sich jetzt plötzlich für einen Volksentscheid einsetze, der das Projekt noch  stoppen könnte, werde sie als „flatterhafte und wankelmütige Partei“ wahrgenommen.

Man müsse sich ernsthafte Sorgen um den Zustand der SPD machen, sagte Gönner. Eine Oppositionspartei solle in der Lage sein, von heute auf morgen die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Die SPD könne jetzt als zu sprunghaft dafür gelten. (lsw)

Kommentare (9)

11.09.2010 18:33 Uhr |   Obenbleiber

Wer's glaubt wird selig!

Was die Befürworterparteien schon seit Jahren umtreibt, ist die "panische Angst" vor einem Volksreferendum. Nicht umsonst wurde in Stuttgart vor drei Jahren ein 61 000 Unterschriften umfassendes Bürgerbegehren mit billigen juristischen Winkelzügen ausgehebelt, nicht einmal eine unverbindliche Bürgerbefragung ließ man zu.
Wie die jüngste repräsentative Umfrage des SWR und der Stuttgarter Zeitung beweist, sind 54 Prozent der Baden-Württemberger gegen das Projekt S21, mit steigender Tendenz. Es wird also mehrheitlich abgelehnt.
Wer hier in Wirklichkeit "panische Angst" hat, sind einzig Sie Herr Gönner und mit Ihnen Ihre exaltierten Glaubensbrüder, die aus gutem Grunde einen Volksentscheid scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
10.09.2010 20:50 Uhr |   Goeppinger

Was für ein Unsinn.

Da fahren lärmende Güterzüge durch dicht besiedelte Gebiete mit Millionen von Menschen und für den ICE- Personenzug wird, mit einem nicht vertretbaren Aufwand, eine Uberlandstrecke gebaut.
Die Aufklärung der Leute über die tatsächlichen Hintergründe fehlt! Die nachteiligen Folgen auf die bestehenden Bahnstrecke Stuttgart- Ulm sind für die Zukunft eklatant. Wie die Neubaustrecke gehört diese zur Eisenbahnachse Paris- Bratislava, des EU- Verkehrsplans für das europäischen Verkehrsnetz. Für diese Achse wird ein stark steigender Güterverkehr erwartet.
Durch die Befreiung der bestehenden Gleise vom ICE- Verkehr, werden Kapazitäten für Güterzüge frei, die dann in steigendem Maß, auf unabsehbare Zeit, das dicht besiedelte Gebiet an der Bahnstrecke Stuttggart- Ulm belasten, denn die Auslegung der Streckenplanung für die neuen ICE- Strecke läßt keinen schweren Güterverkehr zu.
12.09.2010 01:31 Uhr |   neu-ulm21

2025

es könnte schon sein das noch mehr laute Güterzüge über die Alb ins Filstal Richtung Stuttgart fahren.
ich denke aber unsere Autolobby wird das schon zu verhindern wissen.
Gestatten sie mir einen Blick in das Jahr 2025:
Eine Reise von Ulm nach Stuttgart ist mit dem ICE dank der Neubaustrecke in 25 Minuten getan.
Der Güterverkehr wird ,bis auf wenige Containerzüge, dank Gigalinern auf der 6-spurigen A8 abgewickelt.
Regional- und Nahverkehr findet weiterhin auf der Altbaustrecke statt.
Und die Herren Grube, Schuster, Drexler, Mappus usw...
haben längst ebenbürtige Nachfolger die den ganzen Mist dann als ihren Erfolg verbuchen können.

neu-ulm21

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