Ulmer vh hält trotz Antisemitismus-Vorwurf der Israel-Lobby an Vortrag fest

Der vh Ulm wird vorgeworfen, Antisemitismus zu schüren - und zwar mit einem Vortrag darüber, wie Antisemitismus instrumentalisiert wird. Mit einem Kommentar von Rudi Kübler

RUDI KÜBLER | 6 Meinungen

Inwieweit wird der Antisemitismus-Vorwurf benutzt, um jede Diskussion über israelische Regierungspolitik zu verhindern? Um diese Frage geht es am Mittwoch, wenn Arn Strohmeyer auf Einladung der Ulmer Volkshochschule und des Hauses der Begegnung im Club Orange sprechen wird. Und als hätte es noch eines Beweises bedürft, dass die Israel-Lobby die Antisemitismus-Karte zieht, sobald es um israelische Regierungspolitik im Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt geht: Seit Tagen werden Dr. Dagmar Engels und Lothar Heusohn von der vh Ulm sowie Dr. Michael Hauser vom Haus der Begegnung genau mit diesem Vorwurf konfrontiert - mit dem Ziel, die Veranstaltung zu verhindern. "Wir werden von der Realität eingeholt", sagt Heusohn. Der Vorgang belege eindrücklich, wie der Antisemitismus-Vorwurf instrumentalisiert werde. Klar ist für vh-Leiterin Engels aber: "Wir werden Flagge zeigen. Die Veranstaltung mit Arn Strohmeyer findet statt."

Heusohn geht von einem gesteuerten Vorgehen, einer Kampagne, aus, bei der Benjamin Weinthal, Europa-Korrespondent der regierungsfreundlichen israelischen Zeitung "Jerusalem Post", eine entscheidende Rolle zu spielen scheine. "Weinthal macht Stimmung." Der Journalist, der der neokonservativen Foundation for Defense of Democracies, einem US-amerikanischem Think Tank, als wissenschaftlicher Mitarbeiter angehört, überschüttet die Ulmer Stadtspitze, Gemeinderatsfraktionen und die vh-Leitung mit einem Fragenkatalog. Antworten auf Unterstellungen wie "Haben Sie die falsche Lehre aus dem Holocaust gezogen?" blieben aus. In einem Artikel, der mit dem Titel "Politiker in Albert Einsteins Geburtsstadt finanzieren antisemitische Veranstaltung" überschrieben ist, konnte Weinthal lediglich die Ulmer Kulturbürgermeisterin Iris Mann zitieren. Sie stellte umissverständlich klar, dass die Stadt nichts unternehmen werde, "politische Meinungsbildung steht in der Tradition der vh".

Auf den Antisemitismus-Vorwurf ist die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Ulm/Neu-Ulm angesprungen, die "ein Ende dieser als Israelkritik getarnten latent oder offenen antisemitischen Positionen" und eine Absage der Veranstaltung fordert. "Die Entscheidung, welche Themen wir setzen und wen wir einladen, liegt bei uns", sagt Heusohn, den der DIG-Vorwurf der einseitigen Darstellung nicht kümmert. "Darüber zu diskutieren, was sich in den besetzten Gebieten abspielt, muss möglich sein. Wir stehen für einen offenen Diskurs, das ist vh-Tradition."

Kommentar von Rudi Kübler: Vorwurf mit Methode

Weltoffen, kritisch, engagiert" - unter diesem Motto feiert die Ulmer Volkshochschule in wenigen Wochen ihr 70-jähriges Bestehen. In der Tradition der Geschwister Scholl stehend, tritt die vh seit ihrer Gründung durch Inge Aicher-Scholl und ihrem Mann Otl Aicher für Demokratie und Menschenrechte ein. Und diese vh soll antisemitischen Strömungen Vorschub leisten, weil sie am Mittwoch den Autor Arn Strohmeyer zu "Antisemitismus - Philosemitismus und der Palästina-Konflikt" sprechen lässt?

Gemach, der Vorwurf ist mehr als fadenscheinig - vor allem, wenn man die Akteure genauer betrachtet. Da ist zum einen der Europa-Korrespondent der Jerusalem Post, Benjamin Weinthal, der systematisch die Antisemitismus-Keule benutzt, um Israel-kritische Veranstaltungen zu verhindern. Veranstaltungen, die sich mit der umstrittenen Politik des Staates Israel gegenüber den Palästinensern auseinandersetzen. Da ist zum anderen die Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Ulm/Neu-Ulm, die in bedingungsloser Solidarität die Politik Israels gutheißt und die die aus öffentlichen Geldern finanzierte vh-Veranstaltung als "Skandal" brandmarkt.

Was wirklich ein Skandal wäre? Wenn über Menschenrechtsverletzungen nicht gesprochen würde - gerade in der Ulmer vh mit ihrer Tradition. Denn Menschenrechte sind unteilbar, sie gelten für alle: ob für Israelis, für Deutsche oder für Palästinenser.

Kommentieren

6 Kommentare

12.03.2016 16:43 Uhr

Jede Medaille hat zwei Seiten.

Palästinenser werfen mit Steinen, Israels Soldaten schießen scharf.
Wenn Netanjahu Kampf bis zum Tod verspricht, wer ist dann der Kriegstreiber?
Wieviele zivile Opfer im Gaza-Streifen und im Westjordanland stehen wievielen getöteten Israelis gegenüber?
Was Israel im Nahen Osten treibt, ist schlichtweg Völkermord.
Und wenn man das Kind beim Namen nennt, dann hauen tausend Hände auf den ''Antsemitismus-Buzzer'' und schon ist wieder 'Friede Freude Eierkuchen'.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

12.03.2016 19:23 Uhr

UN wasele fragen sich da welche !!???

Starb Herr Möllemann wegen dieser Aussage gegen Israel's Terrorregierung

https://www.youtube.com/watch?v=-89h5g7GdaU

-----

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Immanuel Kant

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

08.03.2016 15:40 Uhr

Zionistischer Missbrauch des Antisemitismus-Begriffs

Weinthal ist nur einer von vielen Hasbara-Mitarbeitern des israelischen "Diaspora-Ministeriums", dessen Auftrag darin besteht, die Einwanderung europäischer Juden nach Israel - Alijah genannt - zu befördern.

Diesem Auftrag genügt auch das American Jewish Committee in Berlin, das nach eigenem Bekunden 29 Stadtväter vor den Karren eines Horrorszenarios gespannt hat, das zu besagtem Zweck den mit Auschwitz konnotierten Antisemitismus-Begriff missbraucht: "Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling hat jetzt die Erklärung "Bürgermeister gemeinsam gegen Antisemitismus" unterschrieben."

Weiter heißt es dzu in einer Pressemitteilung des AJC:

"Insgesamt 26 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister deutscher Städte", sowie drei Berliner Bezirksbürgermeister haben bisher die Erklärung unterzeichnet, die ausdrücklich den Bezug zu dem Bündnis Mayors United Against Anti-Semitism der Bürgermeister in den Vereinigten Staaten von Amerika herstellt. "Wir verstehen Antisemitismus nicht nur als Angriff auf Jüdinnen und Juden, sondern als Angriff auf die Grundwerte einer jeden Demokratie und pluralistischen Gesellschaft. In unserer global vernetzten Welt verbreiten sich antisemitische Vorstellungen schnell."

Aus dieser Formulierung wird der Missbrauch des Antisemitismusbegriffs ersichtlich, wird er doch hier mit persönlicher Gesinnung von Individuen gleichgesetzt, mit Menschen also, die eine Meinung entäußern, die den Geschmähten oder Kritisierten nicht gefällt.

Nun wissen es die Zionisten nur zu gut, dass persönlicher Ausländerhass weltweit verbreitet ist, dass es beispielsweise in Israel Millionen von Juden gibt, die sich durch einen militanten "Araberhass" hervortun können, doch kämen sie nie auf die Idee, diese - im Übrigen rechtlich zulässigen Meinungsäußerungen - ihrer "Nächsten" politisch zu überhöhen, also aus einem Grundrecht nach Art. 5 GG ein Politikum namens "Antisemitismus" (auch "Araber" sind "Semiten") zu basteln.

Warum aber in Deutschland? Ich denke, weil man es - wie Herr Weinthal sich das auch ausgedacht hatte - mit den Deutschen machen kann: die Meinungsäußerungen eines Herrn Strohmeyer mit der Nazikeule zu unterdrücken!

Wenn man sich mit dem Antisemitismus-Vorwurf intensiv beschäftigt hat, dann weiß man, dass er als Ablenkungsmanöver dient, ist doch gemäß der blueprinttheorie.de der nationalsozialistische Antisemitismus in der Gestalt von RASSISMUS ALS STAATSDOKTRIN ein Plagiat der zionistischen Erfindung des - nach MP Netanjahu - "jüdischen" Staates Israel gewesen, der von Theodor Herzl 1896 als "Judenstaat" aus der Taufe gehoben worden ist - übrigens gegen den scharfen Widerstand der assimilierten Juden Westeuropas!

Ein "Ablenkungsmanöver" ist der von Weinthal propagierte Antisemitismus-Vorwurf gegen Deutsche und "Araber" also deshalb zu nennen, weil der RASSISMUS ALS STAATSDOKTRIN in Deutschland ein- für allemal zerschlagen worden ist, im Zionismus aber immer noch den Wesenskern des jüdischen Staats Israel ausmacht. Leider!

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

12.03.2016 14:19 Uhr

Bedauerlich

Man bleibt immer erneut auf einem Auge blind, und zwar gewollt und mit einem System dass seit Jahrzehnten andauert und das wichtigste Ursache-Wirkung-Prinzip aus der Acht lässt. Der Staat Israel ist seiner Gründung bis heute ununterbrochen durch die Verneinung des Existenzrechts bedroht. Der Terrorismus ist die treuste Begleitung neben den bekannten Kriegen dieser Auseinandersetzung. In der letzten fünf Monaten wurden in der Folge der neuen Terrorwelle 34 Israelis ermordet, 394 teil schwer verwundet. In der Presse verdient diese neuste Serie des Terrors kaum eine Achtung, auch nicht bei den kritischen Meinungen über die Politik der israelischen Regierung:

http://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Terrorism/Palestinian/Pages/Wave-of-terror-October-2015.aspx

Der Terror gegen Israel begann mit seiner Gründung und dauert unvermindert bis heute. Man hat diesem Terror als die Waffe im kalten Krieg konstruiert und wesentlich durch verdeckte Operationen und Verbindungen unterstützt. Ein verbotenes Thema, weil es einfach die Querverbindungen dieses geheimen Mittels der Durchsetzung der unterschiedlichen politischen Ziele und Interessen, sehr oft wie immer äußerst fragwürdigen und politische unangenehmen geheim gehalten werden müssen. Der Konflikt zwischen den beiden Seiten ist mehr als bedauerlich und nach so vielen Jahrzehnten hat man sich angewöhnt auf seinen bekannten zyklischen Ablauf. Welche Folgen auf die betroffenen Menschen, Israelis wie Palästinenser die komplexen Einflussnahmen hinterlassen hatten, wird einseitig und erneut mit den fremd motivierten politischen Voraussetzungen debattiert und manipuliert, aber der Lösung des Konfliktes war es nie ein ehrlicher, wertvoller Beitrag.

So fand auch die folgende Information über geheimen Abkommen zwischen Schweiz und PLO keine Achtung der Presse und der Fachkreisen. Man wird müde von solchen kleinen Informationen die eigentlich noch viel mehr verbergen. Bei den bekannten Tatsachen verbirgt sich hinter dieser Geschichte eine viel komplexere Verwebung mit der PLO und weittragenden politischen Interessen die zum BK und Interpol Chef Paul Dickkopf und seinen bekannten Netzen in Schweiz um François Genoud und CIA hineinragen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Dickopf

Der Terror als politisches Mittel der Einflussnahmen war den "Netzen des Schweigens nie fremd.

http://www.nzz.ch/schweiz/aktuelle-themen/geheimabkommen-mit-der-plo-1.18680753

Wenn man die Vergangenheit mit den bis heute geöffneten Archiven zusammenfasst, kommt man zu sehr wichtigen Erkenntnissen über die Eigendynamik manchen Prozessen wie Steuerungsmechanismen und Methoden der besonderen "Geheimen Netzen des Schweigens".

Alles das aus der Acht lassen um politisch israelische Regierung einseitig zu betrachten und kritisieren, weckt das Gefühl einer rationalen Übertreibung, viel mehr das Gefühl der Entstehung einer neuen antisemitischen Welle.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

08.03.2016 09:26 Uhr

Ein Lob an die vh

Da werden Kinder und Frauen in einem Bad belästigt, also führt man zeitweise Geschlechtertrennung ein.
Da wird eine weibliche Krankenpflegerin bespuckt, deshalb stellt man dem Patienten einen Pfleger zur Verfügung.
Da werden Kriminelle mit "NSU" betitelt dann meldet man alle KFZ mit dem Kennzeichen N-SU xxx ab.

Es tut gut zu lesen, dass es noch Verantwortliche mit Rückgrat gibt, die nicht vor jedem kuschen.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

08.03.2016 10:14 Uhr

Antwort auf „Ein Lob an die vh”

Selbst wenn Ihre Behauptungen alle wahr wären, bliebe immer noch die Frage, was sie mit dem Thema des Artikels zu tun hätten.

Antworten Kommentar melden lädt ... nicht eingeloggt Gefällt mir noch nicht bewertet Gefällt mir nicht mehr schon bewertet ()

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

Zum Schluss

Mainz feiert Karneval im Mai

Karneval in Mainz - diesmal nicht im Februar sondern im Mai.

Die Mainzer lassen sich das Feiern nicht nehmen. Mit 77 Zugnummern und 2222 Teilnehmern holen sie am Muttertag die Fastnacht nach. Doch nicht alle sind damit einverstanden. mehr

YouTube-Star Moritz Garth ...

Justin Bieber war der erste, der noch nicht ganz so bekannte Moritz Garth will ihm folgen. Musiker, die auf der Onlineplattform Youtube Erfolge feiern, wagen sich auch in die richtigen Charts vor. mehr

Schells Witwe ist schwanger

Iva Schell erwartet ihr erstes Kind.

Die Witwe des vor zwei Jahren gestorbenen Schauspielers Maximilian Schell, die Operettensängerin Iva Schell (37), erwartet ihr erstes Kind. mehr