Ulmer Gemeinderat stimmt dem Einstieg der Investorengruppe zu

Nicht zurück auf Null. Der Ulmer Gemeinderat ist mehr als nur einverstanden mit dem neuen Investor aus Hamburg, der die Sedelhöfe realisieren möchte. Das Planungsverfahren kann fortgesetzt werden.

HANS-ULI THIERER | 1 Meinung

Klares Ratsbekenntnis dazu, am Ulmer Sedelhof wie seit 2010 geplant ein kombiniertes Einzelhandels- und Wohnkonzept durchzusetzen und damit ein neues Stadtquartier zu schaffen: Dies ist die Absicht des Hamburger Investors DC Commercial (DCC), der wie das Immobilien-Unternehmen DC Values (DCV) zur Projektentwicklungsgruppe Dahler & Company gehört. DCC baut auf das bisherige alte Konzept, das deutlich fortentwickelt und in Teilen verändert werden soll.

Der Gemeinderat erteilte am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung mit dem eindeutigen Ergebnis von 36 Ja-Stimmen (bei nur je einer Gegenstimme und Enthaltung) sowie in großem Optimismus seinen Segen, dass die Hansestädter in Ulm einsteigen. Das heißt, dass DCC die durch MAB gegründete Ulmer Projektfirma übernimmt und das Sedelhöfe-Projekt weiterentwickelt. Erste Planskizzen und Computer-Animationen, die hinter verschlossenen Türen präsentiert wurden, erzeugten dem Vernehmen nach positive Resonanz. Wie zu erfahren war, soll DCC gegenüber den alten Planungen bereits jetzt verbesserte Ideen zur Anbindung der Sedelhöfe und ihrer Einbindung in die vorhandenen Handelsstrukturen (Bahnhofstraße) entwickelt haben; auch wird offenbar der Aspekt des Wohnens stärker betont als im Konzept, das entwickelt worden war durch den alten Investor MAB, der abgewickelt und aus der Projektentwicklungsbranche zurückgezogen wird.

Dem Gemeinderat standen nicht nur die Chefs von DCC und DCV, Lothar Schubert und Dr. Carsten Fischer, Rede und Antwort. Im Kölner Architekten Caspar Schmitz-Morkramer und im selbstständigen Einzelhandelsberater und Expansionsmanager Erik Strömberg (früher Deutschland-Manager des spanischen Modelabels Zara) präsentierte die Hamburger Investorengruppe auch gleich den Chefplaner und einen Handelsexperten, der in die Entwicklung des Sedelhöfe-Projekts eingebunden ist.

Aussagen, was und wie viel die Stadt der Partnerwechsel kostet, lassen sich bisher nicht treffen. Aus kommunalpolitischen Kreisen verlautete, man gehe nach wie vor davon aus, den Grundstückspreis von 30 Millionen Euro wieder zu erlösen. Zudem erhalte Ulm ein neu gestaltetes Stadtquartier nicht nur zum Einkaufen, sondern auch mit öffentlichen Räumen und Aufenthaltsqualität. Nicht zuletzt schaffe der Investor Ersatz für die Tiefgarage Sedelhöfe. Ziel der Stadtpolitik ist, DCC dafür zu gewinnen, ein zusätzliches Tiefdeck zu bauen und die Zahl der Stellplätze von bisher 500 zu erhöhen.

Der Gemeinderat wird als nächstes wieder das Bebauungsplanverfahren aufnehmen, das durch den angekündigten Ausstieg von MAB ins Stocken geraten war.

So geht es weiter

Neuer Investor Formaljuristisch ist es so, dass der Hamburger Projektentwickler DC Commercial (DCC) die durch Alt-Investor MAB für das Ulmer Sedelhöfe-Vorhaben gegründete Projektgesellschaft zu 100 Prozent übernimmt. Ein Hamburger Notar wartete nur noch auf das gestern erfolgte Einverständnis des Gemeinderats.

Planungsschritte Auf Basis des MAB-Konzepts entwickelt DCC die Planung weiter. Parallel dazu greift die Stadt das seit Anfang 2014 auf Eis liegende Bebauungsplanverfahren auf. Der Bebauungsplan orientiert sich am Vorhaben. Beobachter schätzen, dass es ein Jahr dauert, bis der Bebauungsplan steht. Baubeginn könnte dann im günstigsten Fall im Frühjahr 2016 sein. Geschätzte Bauzeit: zwei Jahre.

 

1 Kommentar

29.01.2015 10:40 Uhr

Endlich eine positive Nachricht

Nach all der Kritik sollte man jetzt einfach froh sein, dass es jetzt hoffentlich in die richtige Ricjtung geht.

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