Synagogenbau am Ulmer Weihnhof: "Wir sind im Plan"
Ulm. Die neue Synagoge in Ulm, ihre Kosten und Finanzierung: ein Dauerthema unter den Juden im Land. Die Israelitische Religionsgemeinschaft tritt Gerüchten entgegen, das Projekt verteuere sich maßlos.
Obwohl in diesen fast frühlingshaften Tagen zwischen den Jahren die Sonne scheint, hat die Synagogen-Baustelle am Weinhof Weihnachtsruh. Keine Ruhe einkehren will hingegen hinter den Kulissen. Vor Jahresfrist tobte unter den verschiedenen Strömungen in der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) in Stuttgart, die Bauherrin ist, ein von Kritikern des Ulmer Projekts geschürter Streit über die Finanzierung. Er konnte erst unter Einschaltung des Zentralrats der Juden in Deutschland beigelegt werden.
Derweilen verstummen Stimmen nicht, die innerhalb der Religionsgemeinschaft das Gerücht streuen, die Ulmer Synagoge werde kaum zum vorgesehenen Termin am 9. November 2012 fertiggestellt, und mit mindestens sieben Millionen Euro werde sie außerdem maßlos teurer als im Kostenplan vorgesehen.
Diesen düsteren Spekulationen trat IRGW- Vorstandssprecherin Barbara Traub gegenüber unserer Zeitung energisch entgegen. "Wir sind im Plan." Es gebe weder aus dem Kölner Architekturbüro Kister, Scheithauer, Gross - von Susanne Gross stammt der Entwurf - noch vom Baltringer Generalunternehmer Schmid Signale für Verteuerungen. Wohl seien Überlegungen im Gang, weitere kleinere Sicherheitsmaßnahmen zu realisieren. "Aber das wird sich, wenn es kommt, im Kostenrahmen finanzieren lassen. Und der lag und liegt bei 4,6 Millionen Euro", sagte Traub. Sie geht davon aus, dass der Fertigstellungstermin im Spätherbst eingehalten wird. "Wir möchten am 9. November 2012 eröffnen."
Finanziert wird das jüdische Gemeindezentrum durch 1,5 Millionen Euro an Eigenmitteln der IRGW und durch einen Zuschuss des Landes von 475.000 Euro. Die Stadt Ulm ist der Gemeinde beim Grundstück entgegengekommen und steuert für den jüdischen Kindergarten den Regelzuschuss bei, den andere Träger von Kindertagesstätten ebenfalls erhalten. Was bleibt, ist eine Restsumme von 2 Millionen Euro, die über einen Kredit zwischenfinanziert wird und über Spenden wieder hereingeholt werden soll. Die Spendenbereitschaft ist hoch. Vor einigen Wochen nannte Traub eine Summe von mehr als 300.000 Euro, die bereits beieinander sei.
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Autor: HANS-ULI THIERER | 28.12.2011
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Obwohl sogar die Sonne scheint: Die Synagogen-Baustelle auf dem Weinhof hat zwischen den Jahren Weihnachtsruh. Foto: Volkmar Könneke
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