Land soll für Künstler attraktiver werden

Was hat die Kultur vom Regierungswechsel in Stuttgart? Dieser Frage ging das Kulturcafé mit Kunst-Staatssekretär Jürgen Walter im Roxy nach.

Nach 58 Jahren CDU-geführter Regierungen stellen jetzt erstmals die Grünen den baden-württembergischen Ministerpräsidenten - und den Kunststaatssekretär Jürgen Walter. Der diskutierte im von SÜDWEST PRESSE-Redakteur Magdi Aboul-Kheir moderierten Kulturcafé im Roxy darüber, was das für die Kultur im Land heißt.

Walter hatte eine gute Nachricht im Gepäck: Die soziokulturellen Zentren, zu denen auch das Roxy gehört, können dieses Jahr damit rechnen, dass der Landeszuschuss in voller Höhe gezahlt wird. Für jeden Euro, den die Kommune überweist, gibt das Land nochmals 50 Cent. Dem Grundsatz nach gilt das schon lange. Nur, ausbezahlt wurde bislang nach Haushaltslage. Und die ließ den vollen Betrag nicht zu. Fürs notorisch klamme Roxy heißt das: Zu den 250 000 Euro der Stadt kommen heuer sicher 125 000 Euro vom Land dazu.

Doch auch wenn die neue Regierung den Kulturhaushalt um acht Millionen Euro erhöht hat, wollte Walter nicht nur übers Geld reden. "Es geht auch darum, das Land für Kulturtreibende wieder attraktiver zu machen." Eine Forderung, die Ulms Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle unterstrich. Die Wirtschaft müsse lernen, dass das Potenzial kreativer Menschen auch für sie Problemlösungen anbiete.

Walter führte an, dass das Land einen Innovationstopf für neue Projekte eingerichtet habe. Den begrüßte Sabine Partsch von der Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren zwar, mahnte aber auch eine nachhaltigere Unterstützung der bestehenden Initiativen an.

Die Kultur müsse auch wieder fester in der Gesellschaft verankert werden. 50 Prozent der Bevölkerung habe dazu keinen Bezug, sagte Walter. Grüne und SPD haben deshalb den Schwerpunkt kulturelle Bildung in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Derzeit liefen die Planungen, erste Projekte starten 2013.

Mit der Situation im Großen und Ganzen zufrieden, zeigte sich der Ulmer Theaterintendant Andreas von Studnitz. Bei Etatkürzungen könne ein so großes Haus wie das Ulmer mit seinem großen Apparat nur schwerfällig reagieren, die hielten sich in Ulm aber im Rahmen des Erträglichen. "Ich bin froh, dass ich in Ulm Intendant bin und nicht in Wuppertal oder Trier."


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: HELMUT PUSCH | 07.02.2012

Google 1+

Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil

Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Unfall bei Brenz

Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz

Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr

Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um

Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr

Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters

Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr

Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam

Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

Feuer bei Firma Knittel in Vöhringen

Vöhringen In dem Abfallentsorgungsbetrieb Knittel in Vöhringen ist am Donnerstag ein Großbrand ausgebrochen. Plastikmüll und Altpapier standen in Flammen.... mehr