Ulm feiert seinen OB

Ulm.  Ein Empfang in ulmischer Bescheidenheit sollte es sein zu Ivo Gönners 60. Geburtstag. Das war es - und auch nicht. Dafür sorgten die Gäste. Wer Rang und Namen hat in der Stadt und drumherum war da.

Die Schlange der Gratulanten wand sich durchs Rathausfoyer, zog sich durch den Gang und die Treppe hinab. Der OB wurde 60, und die Liste derer, die ihm gratulieren wollten, liest sich wie ein Whos who der lokalen Prominenz. Als da waren: die Spitzen von Wirtschaftsverbänden, Kirchen, Uni, Justiz, die Ehrenbürger Lothar Späth, Ernst Ludwig und Wolfgang Eychmüller, Unternehmer, Landräte, Oberbürgermeister und Ortsvorsteher, Vereinsvorsitzende, Künstler, Abgeordnete in Bundes- und Landtag, Stadträte dies- und jenseits der Donau, Weggefährten, Udo Botzenhart, der selbst bald einen runden Geburtstag feiert. Und einfach auch Bürger. Dazu Gäste von außerhalb, wie die Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, Gönners Nachfolgerin als baden-württembergische Städtetagspräsidentin, SPD-Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel und der ehemalige Stuttgart 21-Projektsprecher Wolfgang Drexler.

Gefeiert wurde "in ulmischer Bescheidenheit", sagte Bürgermeister Gunter Czisch, der mit seiner launigen, spritzigen Rede Gönner nacheiferte. "Es gibt also auch ein paar Wecken mit Wurst drauf." Viel Wind um seine Person mag Gönner zwar nicht. Doch der Empfang sei durchaus passend: "Als Mensch unter Menschen in seiner Stadt zu sein, macht ihm am meisten Freude."

Als Festredner reiste der SPD-Landeschef Nils Schmid an. Nirgendwo, sagte er einleitend, werde mehr gelogen als bei Geburtstagen und Beerdigungen - um nachzuschieben: "Was ich jetzt sage, entspricht absolut der Wahrheit." Sodann lobte er die Fähigkeit seines Genossen, über soziale Schichten und Parteien hinweg die Menschen einzunehmen. Er sei bescheiden, bürgernah, fleißig, verlässlich, sachorientiert und knitz, setze sich unermüdlich für seine Stadt und für Themen ein, die für die Zukunft Ulms und der Region entscheidend seien: Infrastruktur, Neubaustrecke, Kinderbetreuung, Wissenschaftsstadt. Drexler habe für Gönner den Begriff des "Ober-Oberbürgermeisters" geprägt, erzählte Schmid. Er selbst sagte es so: "Die Ulmer können sich keinen besseren OB wünschen."

Damit beim Empfang, den das Saxofon-Trio der Musikschule begleitete, nicht nur Männer große Reden schwingen, durfte Helga Malischewski als dienstälteste Stadträtin sprechen - Herbert Dörfler, der länger im Rat sitzt, ging leer aus. Sie rühmte Gönner als einen außergewöhnlichen Menschen und erfolgreichen OB, in dessen bisheriger Amtszeit viel Neues und Gutes entstanden sei. Auch als Städtetagspräsident und als Präsident des Rats der Donaustädte habe sich Gönner Meriten erworben. Der offenbarte gleich darauf, was er von Gemeinderäten hält: "Sie werden auf Händen getragen. Zumindest hier in Ulm."

Seine kurze Rede begann Gönner übrigens mit einem Glückwunsch: Er gratulierte der Grünen Birgit Schäfer-Oelmayer, mit der er sich im Streit um S 21 verbale Gefechte geliefert hatte, zum 50. Geburtstag.


Kommentare (1)

20.02.2012 21:44 Uhr |   Berthold Stephan MAICHEL

HAPPY BIRTHDAY, TO IVO!

HALLO Herr GÖNNER,
guten Tag, noch, bitte, herzlichen Glückwunsch, zu Ihrem, 60., Geburtstag, nach Ulm, von einem oberschwäbischen Altersgenossen, dies, am Rosenmontag, aus Düsseldorf, am Rhein!

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Autor: CHIRIN KOLB | 20.02.2012

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