Asylbewerberheim wird für 3 Millionen saniert

Ulm.  Das Flüchtlingswohnheim in der Römerstraße ist marode, das ist lange bekannt. Nun geht die Stadt die Sanierung für drei Millionen Euro an.

Schon von außen wirken die Gebäude in der Römerstraße 141 bis 149, in denen die Stadt Flüchtlinge unterbringt, marode: Der Putz bröckelt, die hölzernen Fensterrahmen sind morsch, Wärmedämmung gibt es an den Blöcken aus den 50er Jahren nicht. Drinnen ist die Ausstattung in Küchen, Bädern und Toiletten heruntergekommen. Der schlechte Zustand ist schon lang bekannt - 2008 war die Sanierung eingeplant, fiel aber der Haushaltskonsolidierung zum Opfer.

Jetzt wird ein neuer Anlauf unternommen: Der Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales des Ulmer Gemeinderats hat jetzt die Gebäude besichtigt und anschließend das Sanierungskonzept beraten - Kostenpunkt: drei Millionen Euro.

Walter Lang, Leiter der Abteilung Ältere, Behinderte, Integration, und Walter Wirsching vom Gebäudemanagement stellten das Sanierungskonzept vor. Die Wände müssen gedämmt, das Dach und die Fenster ausgetauscht werden. Im Inneren sind Türen, Elektrik und Heizung zu erneuern. Außerdem wird die Struktur verändert durch das Versetzen von Wänden mit dem Ziel: Erstens die Zimmer verkleinern, damit es künftig keine Vierer-, sondern nur noch Zwei- und Dreibettzimmer gibt sowie einige wenige Einzelzimmer. Außerdem soll es künftig getrennte Räume für Dusche und WC geben, und in den etwas vergrößerten Küchen soll neben einer Kochzeile Platz für Tisch und Stühle sein. Drei Zimmer werden barrierefrei sein.

"Wir halten am Konzept fest, die Leute in Wohngruppen unterzubringen", sagte Lang. Diese umfassen in der Regel zwei bis vier Zimmer, deren Bewohner sich Küche und Sanitärräume teilen. "Zimmer mit weniger Personen sind besser, da gibt es weniger soziale Probleme", zeige die Erfahrung. Bislang wohnen bis zu neun Flüchtlinge in einer Gruppe, künftig sind es fünf bis maximal acht. 21 Wohnungen gibt es in den Gebäuden.

Laut Wirsching soll die Sanierung in drei Bauabschnitten erfolgen: Haus 141/143 ab Herbst 2012, Haus 147/149 ab Herbst 2013 sowie Haus 145 ab Herbst 2015. Die Staffelung ist nötig, weil die Bewohner ja Ausweichquartiere brauchen. Die drei Millionen Euro verteilen sich daher auf die Etats 2012 bis 2015. Einen Zuschuss von Bund oder Land bekommt die Stadt nicht, machte Wirsching deutlich: "Das ist Standardaufgabe."

Trotzdem gab es keine Diskussion um die Notwendigkeit der Sanierung der Flüchtlingsunterkunft. Die Stadträte des Fachbereichsausschusses votierten einstimmig dafür. Den endgültigen Beschluss zu fällen, ist Sache des Gesamtgemeinderats. Dort steht das Thema auf der Tagesordnung der Sitzung vom 28. März.


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Autor: VERENA SCHÜHLY | 10.02.2012

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