Training im Kindergarten: Kinder sollen auch mal schwitzen

Mehr Bewegung fordert Franco Marino. Bei seinem Psychomotorik-Training im Gögglinger Kindergarten haben   Auszubildende dem Ergotherapeuten über die Schulter geschaut.

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Hockey mit Dosen: Nicht gefährlich, sondern einfach nur lustig und bewegungsintensiv.  Foto: 

„Ihr seid meine gelben Rüben im Boden. Und es ist Erntezeit“, erklärt Franco Marino den Kindern und auch den Auszubildenden, die sich in der Gögglinger Sporthalle im Kreis auf den Boden gelegt haben. Die Idee hinter dem Spiel. „Was dürft ihr nicht tun?“, fragt er. – „Los lassen“, ruft Lara und alle singen gemeinsam: „Bauer du kriegst uns nicht.“

Es sind Spiele wie dieses, die Kinder zu Bewegung animieren, sagt der Ergotherapeut, der seit Jahren diesen Kurs beim Heilig-Kreuz-Kindergarten in Gögglingen leitet. Einmal in der Woche gehen die vier- bis sechsjährigen in die Sporthalle beim Schulzentrum, um auf spielerische Weise Herausforderungen zu bewältigen.

Vereine bieten viel

„Die Lebensbedingungen der heutigen Kinder haben sich stark verändert“, sagt auch Barbara Amboom, die mit ihren Auszubildenden an einer dieser Stunden teilnimmt. Im Sportverein sind längst nicht mehr so viele Kinder, außerdem sitzen sie auch sonst oft herum. Rund 25 Lehrlinge der Schule für Ergotherapie am Diakonischen Institut für Soziale Berufe in Dornstadt hospitierten bei der Psychomotorik-Sportstunde von Marino. Sie spielen mit den Kindern Dosen-Hockey und werden im Staffellauf von den Kleinen besiegt.

„Unsere Kinder sind immer ganz traurig, wenn die Stunde von Franco mal ausfällt“, sagte die Kindergartenleiterin Renate Weidenbacher. Über persönliche Kontakte hat sie vor Jahren den Ergotherapeuten nach Gögglingen geholt. „Eigentlich sollte in jedem Kindergarten ein solches Angebot stattfinden“, meinte Amboom, die Marino einst selbst als Auszubildenden an ihrer Schule hatte. „Bewegungsangebote sind im Gegensatz zu früher stark reduziert. Und ist die Körperwahrnehmung reduziert, kann sich auch kein gutes Selbstwertgefühl aufbauen“, sagte sie. Folgen seien dann möglicherweise Verhaltensauffälligkeiten oder schlechte Schulleistungen.

Das ist eine Entwicklung, die auch Marino äußerst bedenklich findet: „Stadtkinder haben ja noch verschiedene Angebote. Aber generell geht der Trend dahin, dass Kinder überbehütet werden. Hier sehen sie: Man darf auch mal schwitzen“, meint er. Die Kleinen flitzen derweil ausgelassen durch die Halle und bestätigen seine Worte. „Unsere Botschaft muss sein: Kinder schaffen das. Man muss sie nur lassen“, meint Marino in Richtung der Eltern.

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Kommentare

17.02.2017 17:46 Uhr

Wo bleibt der Aufschrei der Grünen

entmündigte Kinder werden zum Sport gezwungen.

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