Todesschüsse: Fall steht vor der Aufklärung

Nach dem Schusswechsel in Neu-Ulm sind zwei weitere Verdächtige festgenommen worden. Gegen sie wurden Untersuchungs-Haftbefehle erlassen.

Es scheint, als könne der Fall, bei dem am dritten Advent der Chef einer örtlichen Sicherheitsfirma getötet worden war, rasch aufgeklärt werden. Nachdem kurz nach der Tat ein 26-Jähriger Verdächtiger gestellt worden war, gingen der Polizei am Freitag zwei weitere Männer ins Netz. Gegen sie hatte die Staatsanwaltschaft Memmingen nach der Schießerei am 16. Dezember internationale Haftbefehle erlassen.

Beamte der Kripo Betzdorf, Spezialkräfte des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz und des Polizeipräsidiums Koblenz hatten das Duo am Freitagabend in einer Wohnung im Landkreis Altenkirchen (Westerwald) festgenommen. Dortin hatten sich die beiden Männer nach der blutigen Schießerei abgesetzt. Sie wurden der in Neu-Ulm gebildeten Sonderkommission überstellt und am Samstag dem Haftrichter des Landgerichts Memmingen vorgeführt. Er erließ Untersuchungs-Haftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts eines „gemeinschaftlich begangenen Tötungsdelikts“.

Bei dem dingfest gemachten Trio handelt es sich nach unseren Informationen um ein Brüderpaar – 26 und 21 Jahre alt – aus Albanien sowie um einen Mann aus Serbien. Alle drei leben in Deutschland und gingen, wie gut unterrichtete Kreise wissen, geordneten Beschäftigungsverhältnissen nach. So soll sich einer auf die Kfz-Meisterprüfung vorbereitet haben, ein anderer Student sein. Daneben soll es zweite Leben im Rockermilieu geben. Rocker lieferten sich erbitterte Auseinandersetzungen mit privaten Sicherheitsfirmen um die Hoheit an den Zugängen zu Diskos und Nachtlokalen in Ulm/Neu-Ulm, berichten Insider.

Hat dieser Konflikt ums Türstehen den 31 Jahre alten Alleininhaber des Sicherheitsbetriebs das Leben gekostet? Er war erschossen, ein zehn Jahre älterer Begleiter schwerst verletzt worden. Der Getötete, ein seit Jahren hier lebender Deutsch-Russe, ist auf dem Neu-Ulmer Friedhof im Beisein hunderter Trauergäste beerdigt worden. Viele renommierte Firmen in beiden Städten haben mit dem Security-Betrieb zusammen gearbeitet. Als Unternehmer wird der Getötete als korrekt, zuverlässig und extrem freundlich geschildert. Wie es mit der Firma weitergeht, ist unklar.

Die Sonderkommission arbeite weiter auf Hochtouren, teilt die Polizei mit. Das Fahrzeug, mit dem die Täter geflohen waren, wurde in Neu-Ulm gefunden. Die Waffe, aus der die tödlichen Schüsse abgefeuert worden war, fehlt noch. Das Landeskriminalamt Bayern werte Tatspuren aus, Ergebnisse gebe es noch nicht, hieß es. Mit Ermittlungsdetails rechne man frühestens am Wochenende. 

1 Kommentar

24.12.2012 15:36 Uhr

Pack

schlägt sich halt immer mal wieder. Und heutzutage wird aus Schlagen halt auch mal Schießen.
Ein Glückwunsch gilt der Ordnungsmacht die ja mal wieder ein richtiges Erfolgserlebnis vermelden kann.

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