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Tierischer Quartierwechsel im Winter

Weil Winter ist, müssen einige Tiere im Tiergarten umziehen. Ein Lama lebt bei den Ziegen, und die Ponys tollen durchs Bärengehege.

Autor: PHILEMON SCHICK |
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Wenn die Bären Winterruhe halten, übernehmen andere Tiere ihr Gehege. Die Ponys Ella, Flori und der Neufundländer „Dicker Junior“ (DJ) tollen währenddessen im Schnee. Die Gehege im Ulmer Tiergarten sind derzeit mit Schnee bedeckt, die Temperaturen sind unter dem Gefrierpunkt. Ein Grund, weswegen Besucher etwa die Hängebauchschweine nicht so ohne weiteres sehen. Die kuscheln sich nämlich lieber in ihr Strohbett, nur wenn es Futter gibt, kommen sie langsam hervor. Die Schweine leben derzeit im Gehege der Hirsche. „Das Schweinegehege wird gerade betoniert“, sagt Zooleiterin Nicole Discherl. Denn Schweine rennen am liebsten durch den Matsch und haben sich im Tiergarten bereits die Klauen verletzt. Bei betoniertem Grund könne das nicht so leicht passieren.

Auch die Füchse verstecken sich derzeit in ihrem Bau, der sich mitten im Bärengehege befindet. Das ist zwar ungewöhnlich, aber die meisten Füchse sind seit ihrer Geburt im Bärengehege zu Hause und wissen mit den Bären umzugehen. „Es gibt auch Schlupflöcher, wo kein Bär hinkommt, sollte doch einmal einer einen Fuchs jagen“, sagt Discherl.

Einige Tiere hat sie selbst mit der Flasche aufgezogen, wie zum Beispiel ein paar westafrikanische Zwergziegen, in deren Gehege deutlich mehr Betrieb herrscht als bei den Bären. Den Ziegen scheint die Kälte nichts auszumachen, verspielt rennen sie durch den Schnee und fressen den Besuchern, die ihnen Futter hinstrecken, gierig aus der Hand. Zwei Neuzugänge gibt es im Ziegengehege. Zwischen den vielen Ziegen lebt das Lama Kusko, das von seinen Artgenossen bedrängt und gebissen wurde. Es erholt sich jetzt bei den Zwergziegen. Der andere Langzeitbesucher im Ziegengehege ist das Hängebauchschwein Jonathan. Mit seinen 13 Jahren gehört es zum alten Eisen im Tiergarten und ist zu träge, um sich mit den anderen Schweinen ums Futter zu streiten. Deswegen lebt er nicht mit seinen Artgenossen zusammen. „Er wurde von den anderen Schweinen Franz, Benedikt und Erni ziemlich unterdrückt“, sagt Nicole Discherl. Obwohl nun die Ziegen versuchen, Jonathans Futter wegzufressen.

Im Frühjahr wird eine Tierart nach Ulm umsiedeln, die es bisher im Tiergarten noch nicht gibt: Drei männliche Erdmännchen aus dem Schweriner Zoo werden dann ein Außengehege beziehen.


Öffnungszeiten: Der Tiergarten Ulm in der Friedrichsau ist im Winter täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Am Donnerstag, 24. Februar, findet eine Tierpflegersprechstunde statt, Tierpfleger beantworten dann Fragen.

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