Studenten der Hochschule Neu-Ulm geben Zeitschrift heraus

Ulm.  Breitseite - so nennt sich die Zeitschrift, an der 50 Studenten der Hochschule Neu-Ulm im Rahmen eines Projekts gearbeitet haben. Das Produkt liegt jetzt vor: 100 Seiten, informativ, ansprechend gelayoutet.

Wehe, wenn sie losgelassen: 20 Redakteure treffen auf 20 Gestalter - dazu kommt die Abteilung Anzeigen mit ein paar Mann respektive Frau. Macht unterm Strich 50 Studenten - und etliche Stunden Palaver. "Alle wollen mitreden", sagt Elena Preine. Drei Worte, die den Redaktionsalltag ziemlich treffend wiedergeben. "Alle wollen mehr", fügt die 22-jährige Studentin an. Wiederum drei Worte, die eben diesen Redaktionsalltag auch als "harten Kampf, als einen Kampf um Seiten" beschreiben. Der eine will eine zusätzliche Seite, um seine Gedanken auszubreiten; der andere möchte derer gleich drei oder fünf, um seine Fotos entsprechend zu präsentieren. Von Pi mal Daumen 80 Seiten waren die Studenten ursprünglich ausgegangen, jetzt, vier Monate nach dem Startschuss, blättert der Leser durch 100 Seiten - und stellt fest: Das kann sich sehen lassen, der Aufwand hat sich gelohnt.

"Wir wollten ja auch keine Schülerzeitung machen, wir sind ja mittlerweile ein bisschen älter", sagt Francesca Herbstleb, die wie Elena Preine im sechsten Semester Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (Imuk) studiert. Partys oder Stilblüten aus dem Hörsaal - "es gibt Dinge, die gehen überhaupt nicht". Was sollte denn gehen? Ganz unterschiedliche Themen für eine heterogene Zielgruppe, schließlich sollte die Zeitschrift Kommilitonen ebenso ansprechen wie Eltern, Freunde und potenzielle Arbeitgeber. Klar, Breitseite sollte einerseits auf den Studiengang abheben, mit Interviews oder Erfahrungsberichten zum Praxissemester, mit einer Glosse über den Alltag einer Imuk-Studentin, über den Bologna-Prozess oder über das Leben nach dem Studium. Elena Preine unternahm einen Selbstversuch: "Auf Mediendiät". Kein Radio, kein Internet, keine Zeitung. Was ihr viel Stille bescherte und viel Disziplin abverlangte. "Das war ganz schön hart, zumal sich ja bei uns im Studium alles um Medien dreht."

Breiten Raum nimmt die "Flüstertüte" ein, eine Fotostrecke über Plastiktüten als Kommunikationsmittel. Die Konzeption stammt von Cornelius Stiefenhofer, der eine Unmenge an Plastiktüten aus Tadschikistan mitbrachte, wo er sein Praxissemester absolviert hatte. Zwölf Seiten mit acht Models aus dem Studiengang, von Fotograf Fabian Wirth in Szene gesetzt. Dass die Tüten-Story der "eyecatcher" werden würde, sei jedem bewusst gewesen - und dass dafür mehr Seiten verplant werden. "Der Rest ist doch eher textlastig." Francesca Herbstleb ist aber nicht nur als Model auf den Fotos zu sehen, ihr fiel gemeinsam mit zwei Kommilitoninnen die Aufgabe zu, aus unendlich vielen Tüten-Fotos, die besten auszusuchen. "Schließlich waren es 60 - und damit immer noch 45 zu viel."

Jetzt, nach knapp vier Monaten intensiver Arbeit, das Produkt in Händen zu halten, darauf sind die beiden Studentinnen stolz. Weil die Zeitschrift "etwas Haptisches" ist, man kann richtig darin herumblättern, sagt Francesca Herbstleb. Für das Internet etwas zu gestalten, sei dagegen "bloße Pixel-Schieberei. Die Frage, ob wir das Projekt nur online machen, hat sich nie gestellt." Schön zu hören, dass die guten alten Print-Medien doch noch nicht ganz ausgedient haben.

Viel gelernt haben die beiden jedenfalls in diesem Projekt, mehr als in so mancher Vorlesung.

@

Das "Making-Of" der Fotostrecke ist

unter www.youtube.com/watch?v=pTVkYp6dIUI zu sehen.


Weitere Artikel:


Kommentare (1)

06.11.2010 13:02 Uhr |   dielichtfaenger

Video

Wir freuen uns über die Veröffentlichung unseres Videos.
Weitere Videos gibt es hier: http://dielichtfänger.de

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: RUDI KÜBLER | 16.03.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr