Straßenbahnausbau: Erste Runden der Bürgeranhörung enden
Der Straßenbahnausbau in Ulm löst nicht nur Jubel aus, er stößt auch auf Kritik und Gegenwind. Das zeigten die Runden der Bürgerbeteiligung, die am Montag im Kornhaus fürs Erste zu Ende gehen.
Autor: HANS-ULI THIERER |"Nicht jede Anregung, nicht alle Wünsche konnten berücksichtigt werden. Aber doch so manche. Vor allem ist alles sehr transparent." So lautet Alexander Wetzigs Einschätzung der acht Bürgerwerkstätten, fünf Trassenbegehungen und etlichen Kleingruppengespräche, die bisher zum Straßenbahnausbau ("Linie 2") stattgefunden haben. Die Stadt sei der SWU Verkehr für diese über ein Jahr hinweg erfolgte Bürgerbeteiligung dankbar, deren Wert Ingo Wortmann, Geschäftsführer der SWU Verkehr, so beschreibt: "Niemand kann jetzt noch behaupten, er habe nichts gewusst." Ein Fiasko wäre es, sagt der SWU-Manager, beförderte die Planfeststellung nun noch nicht bekannte Bedenken zutage und verzögerte das Verfahren dadurch.
Wortmann sieht im bisherigen Dialog-Prozess ein beispielhaftes Miteinander zwischen den Betroffenen und dem Maßnahmenträger, den Stadtwerken. Dabei bekennt er, dass nicht immer und überall zur vollen Zufriedenheit der Bürger reagiert und geändert werden konnte.
Am unteren Kuhberg, beispielsweise, hält SWU Verkehr trotz massiver Proteste und trotz Untersuchungen dreier Alternativen an der Trassenführung über die Römerstraße fest. Das erzeugt nun neue wütende Proteste, die in einem anonymen Schreiben zu Ausdruck kommen. Darin wird der Bürgerdialog "Mogelpackung" genannt; es wird der Verlust von Parkplätzen beklagt; überhaupt wird kritisiert, dass die Straßenbahn erweitert wird und Ulm nicht auf Elektrobusse setzt.
Aufgerufen wird in dem Papier - nebenbei im Sinne der Veranstalter - zur Teilnahme am Info-Abend, den SWU Verkehr und Stadt am Montag, 7. Mai, 19 Uhr, im Kornhaus als Finale der ersten Bürgerbeteiligungsrunden veranstalten. Berichtet wird, zu welchen Planungsänderungen der künftigen Linie 2 (sie erschließt sowohl die Wissenschaftsstadt auf dem Oberen Eselsberg als auch den Kuhberg mit der Schiene) Anregungen, Einwendungen und Vorschläge von Bürgern und Institutionen geführt haben. Maßstäbe waren nach den Worten Oliver Glasers (Hauptgeschäftsfeld Infrastruktur bei SWU Verkehr) verkehrliche, ökologische, städtebauliche oder wirtschaftliche Kriterien.
Laut Glaser resultierten aus dem Bürgerdialog vielfältige Planungskorrekturen und -ergänzungen. Sei es, dass Elternwünsche auf Kurzzeitparkplätze an Haltestellen vor Schulen (Multscher-Schule am Eselsberg, Kuhberg-Schulzentrum) berücksichtigt wurden; sei es, dass die Straßenbahntrasse am Hasenkopf aus der Straßenmitte heraus an die Seite verlegt wurde - um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen.





