Stiftungsdirektor und Landrat nehmen Stellung zur Klinikreform

Jede Klinik der Kreisspitalstiftung muss ihr eigenes Profil finden, um in der Zukunft bestehen zu können. Einschnitte beim Personal werde es nicht geben, betont Landrat Thorsten Freudenberger.

MICHAEL JANJANIN |

Schließung der Geburtshilfe in Illertissen? Allein das Aufwerfen der Frage hat im Illertal und darüber hinaus für eine emotional geführte Diskussion gesorgt. Dies sei verständlich und nachvollziehbar, haben Landrat Thorsten Freudenberger und der Direktor der Kreisspitalstiftung Michael Gaßner am Dienstag in einem Pressegespräch gesagt. Ihnen liegt zum einen daran zu verdeutlichen, dass dies noch nicht entschieden ist. Und dass dies eine von mehreren Handlungsmöglichkeiten sei, die die Bewertung der drei Kreiskliniken durch die Hamburger Unternehmensberatung „North Medicon Institut“ erbracht hat. „Es ging darum, Stärken und Schwächen aller drei Standorte zu ermitteln“, also der Kliniken in Weißenhorn, Neu-Ulm wie auch in Illertissen zu ermitteln, ergänzte Gaßner.

Die Ergebnisse der externen Berater, die auch die erste Klinikreform vor zehn Jahren begleitet hatten, hat der Kreistag bereits in einer ersten Runde Ende vergangenen Jahres beraten. Nichtöffentlich. „Es geht hier schließlich auch um Betriebsgeheimnisse von Einrichtungen, die sich durchaus auch in einer Konkurrenzsituation befinden“, bittet Freudenberger um Verständnis. Er würde die Diskussion ebenfalls gern offener führen. Dass die Bürger mit Nachdruck und Petitionen sich für die Einrichtung an der Illertalklinik kämpfen, kann er verstehen. Zumal dies zur Meinungsbildung beitrage.

Doch gelte es ebenfalls, auf der Basis von Fakten über die Zukunft der Krankenhäuser zu entscheiden. „Mit heißem Herz und kühlem Kopf gleichermaßen“, so Freudenberger. Denn über das Ziel, alle drei Standorte als Krankenhäuser der Grundversorgung zu erhalten, herrsche Einigkeit in der Kreispolitik.

Die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, unter denen die Kreisspitalstiftung arbeitet, werden in Berlin gemacht. Zurzeit durch das Krankenhausstrukturgesetz, in dem die Anforderungen an das Erbringen medizinischer Leistungen in Kliniken formuliert sind. Unter dem Strich werde das dazu führen müssen, „dass jede der Kliniken ihr eigenes Profil findet“. Die Basis für die anstehenden Entscheidungen im Kreistag bilden dabei die jüngsten Strukturvorschläge der Unternehmensberater. Bereits bei der Reform vor zehn Jahren hatte deren Geschäftsführer eine Spezialisierung der einzelnen Häuser vorgeschlagen – und eine stärkere Zusammenarbeit der drei Standorte. Diesen Grundsatz gelte es nun auf die neuen Anforderungen abzustimmen. So betreffen die Vorschläge nicht nur Illertissen, sondern alle drei Häuser, ergänzt Gaßner. „Und da geht es nicht allein um Wirtschaftlichkeit“, sondern um die Rolle, die die Standorte im Zusammenspiel ambulanter wie stationärer Dienstleistungen für die Zukunft einnehmen. „Wir tun das nun aus einer Position heraus, in denen es den Kliniken gut geht“, betont Freudenberger. Auch müssten Klinikmitarbeiter nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten. Einschnitte im Personalbestand seien kein Thema. Der Krankenhausausschuss berät am 29. Januar über die Klinikreform, der Kreistag am 5. Februar – jeweils um 9 Uhr. Vor der Kreistagssitzung wird es in Illertissen (1. Februar) und in Neu-Ulm (3. Februar) öffentliche Informationsforen zu dem Thema geben.

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