Städtische Behälter werden kommende Woche verteilt

Ulm.  Die Ulmer haben bisher 4700 Blaue Tonnen geordert. Die Altpapier-Sammelbehälter sollen von kommender Woche an ausgeliefert werden. In der Innenstadt bleiben vier Papiercontainer-Standorte erhalten.

Stadtverwaltung und Stadträte sind sich einig, dass sie privatwirtschaftlichen Unternehmen nicht einfach den Gewinn aus den Papiersammlungen überlassen, die Stadt aber gleichzeitig für Verluste gerade zu stehen hat. Papiersammler wie die Firma Braig, die seit 2007 Blaue Tonnen im Stadtgebiet leert, sind nämlich nur dort aktiv, wo es sich für sie rechnet. Wo dies nicht der Fall ist, muss die Stadt die Entsorgung übernehmen.

Deshalb hat der Gemeinderat Ende vergangenen Jahres entschieden, selber Blaue Tonnen aufzustellen. "Die Nachfrage danach ist größer als wir erwartet haben", berichtete Michael Potthast, Betriebsleiter der Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm (Ebu) während der Sitzung des Betriebsausschusses Entsorgung. Täglich gingen zwischen 30 und 50 Anmeldungen für die Tonne ein. Gegenwärtig seien schon 4700 Blaue Tonnen bestellt, darunter 380 der großen 1100-Liter Behälter. Momentan würden alle Ulmer angeschrieben und über den Wegfall der meisten Depot-Container informiert, berichtete Potthast weiter.

Die Auslieferung der städtischen Blauen Tonnen starte in der kommenden Woche. Für die Bürger ist der Service kostenlos. Jeder Ulmer könne sich dazu jetzt oder auch später entscheiden. Die erste Abfuhr sei für die 18. Kalenderwoche, also vom 3. Mai an, vorgesehen.

Auch wenn das neue Sammelsystem für Altpapier gegriffen hat, würden nicht alle Deponie-Container aufgegeben, versicherte Potthast weiter. Allein in der Innenstadt blieben vier Standorte erhalten. Darüber hinaus sollten in Zusammenarbeit mit Vereinen und vielleicht auch mit Schulen weitere öffentlich zugängliche Sammelplätze im Stadtgebiet geschaffen werden.

Dafür in Frage kommen allerdings nur jene Vereine, die schon bisher Altpapier für die Ebu gesammelt haben, erläuterte der Betriebsleiter. Diese Gespräche seien noch nicht abgeschlossen.

Einige Vereine hätten sich dazu bereit erklärt: "Für die Stellung, Überwachung und Reinhaltung der privaten Plätze erhält der Sammelpartner eine Aufwandsentschädigung." Andere hätten bedauert, dass sie keinen Platz zum Abstellen von Sammelcontainern zur Verfügung stellen können.

"Viele Ulmer fragen uns, wie sie die privatwirtschaftliche Tonne in eine Ebu-Tonne tauschen können", sagte Potthast weiter. "Wir bieten ihnen an, diesen Service kostenlos für sie zu übernehmen."

Dorothee Kühne (SPD) hofft, dass es zu keinem "Krieg der Tonnen" kommt, dass sich Stadt und die Firma Braig einigen, damit kein Gerichtsentscheid nötig sein wird. Stadtrat Siegfried Keppler (CDU) bedauert, dass das "gut eingeführte System", das heute besteht, durch ein neues abgelöst wird. Er musste sich von seinem Fraktionskollegen Herbert Dörfler aber belehren lassen, dass dies allein die Schuld der Firma Braig sei. "Die hat das System kaputt gemacht", sagte der. Die Stadt habe der Firma angeboten, ihr die Sammlung für das gesamte Stadtgebiet zu übertragen. "Aber die hat nicht geantwortet."

Noch heute sei der Austausch mit Braig sehr zäh, bestätigte Potthast. Noch seien rechtliche Schritte gegen die Firma "nicht angedacht".


Kommentare (2)

19.03.2010 13:08 Uhr |   Freschmi

Geht es hier um Schuld oder Nichtschuld?

Die blaue Tonne ist für viele Bürger nichr akzeptabel,weil sie für diese
eine unzumutbare Belastung darstellt.Sie kann einzig und allein im eigenen Kellerraum abgestellt und muss zur Leerung aus diesem auf die Straße gewuchtet werden.Das ist nicht nur nicht zumutbar ,sondern für alte und kranke Menschen nicht zu bewältigen.Wer hilft dieser Bürgergruppe?Der Stadtrat bestimmt nicht !Resultat :1.Ich muss meine Tageszeitung kündigen.2. Einwurf von .Werbeprospekten wird verboten.3.Abo von Zeitschriften wird gekündigt.4.Verpackungsmaterial wird im Supermarkt entsorgt!
Was schert mich die Schuldfrage in diesem Fall! Viel gravierender ist
doch,dass die Stadt eine sehr schlimme Entscheidung für einen Teil
seiner Bürger getroffen hat und diese dann noch als Vorteil für den
Bürger verkaufen möchte,das verstehe wer kann! Fred Schmidt Ulm
19.03.2010 08:32 Uhr |   unbekannt

Die Firma Braig ist selbst schuld!

Ich habe meine Tonne von der Firma Braig abbestellt und bekomme nun eine von der Stadt. Die Mitarbeiter der Stadt sind sich nämlich nicht zu schade in Seitenstraßen zu fahren und die Tonnen direkt an der Haustür zu leeren. Die Fahrer der Firma Braig wollen, dass wir die schwere Tonne den Berg runter bis zur nächsten größeren Straße schieben, weil ihr LKW angeblich nicht durch die Straße passt. Seltsamerweise fahren die großen Müllwagen alle den Berg hoch - und lassen unsere Tonnen nicht einfach ungeleert stehen!
Wenn jemand unser Papier nicht will, bekommt es halt ein anderer. Ich danke der Stadt, dass sie sich entschieden hat den privaten Abzockern den Kampf anzusagen!

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Autor: JÜRGEN BUCHTA | 19.03.2010

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