Sedelhof: IHK kritisiert Info-Politik der Stadt
Kampfthema Sedelhof-Garage: Vor der Schließung am 3. Februar beklagen IHK und CDU mangelhafte Info-Politik und mieses Projektmanagement.
Autor: HANS-ULI THIERER |Nach dem Konflikt ist vor dem Konflikt: Nachdem die Stadt Ulm allen Protesten des Handels in der Bahnhofstraße zum Trotz daran festhält, im Vorfeld der Realisierung der Einkaufsgalerie Sedelhöfe die Tiefgarage Sedelhof am Sonntag, 3. Februar, dicht zu machen, folgt nun eine neue Auseinandersetzung. Industrie- und Handelskammer und Handel beklagen, die Öffentlichkeit sei bisher schlechter als mangelhaft über den Schließungstermin und sich daraus ergebende Konsequenzen ins Bild gesetzt worden. IHK-Chef Otto Sälzle: „Es kann nicht angehen, die Tiefgarage heimlich, still und leise zu schließen und die Nutzer vor vollendete Tatsachen zu stellen. Das Schlimmste wäre, wenn Auswärtige nach Ulm kämen, vor einer verschlossenen Tiefgarage stünden, verärgert wieder wegfahren und nicht mehr kommen würden.“
Einblicke in den Streit gewährt ein Schriftwechsel zwischen Josef Röll, Referent für Handel/Dienstleistung bei der IHK, und Helmut Kalupa, Abteilungschef bei der Ulmer Stadtplanung. Er kündigte für kommende Woche eine Pressekonferenz an, vor der er sich nicht äußern wollte. Baubürgermeister Alexander Wetzig werde dann Details der Garagenschließung und der Folgen erläutern. Genau dies ist einer der Kritikpunkte der IHK: Nur durch Zeitungsberichte könne keine umfassende Aufklärung erfolgen, schreibt Röll an Kalupa. „Wir müssen davon ausgehen, dass viele Benutzer aus dem Umland kommen und die örtlichen Lokalzeitungen nicht lesen.“
Entfacht worden ist die Debatte, weil der City-Handel aus dem Schriftverkehr mit Sedelhöfe-Investor MAB herausliest, dass die Einkaufsgalerie nicht wie geplant im Frühjahr 2016 eröffnet, sondern erst im Herbst. Ein halbes Jahr Verzögerung sollte nach sich ziehen, dass auch die 500 Stellplätze in der heutigen Tiefgarage entsprechend länger benutzbar bleiben, meint der Handel. Die Stadt lehnt dies ab.
Derweilen macht sich die CDU zum Fürsprecher des Handels und der IHK. In einem Antrag an OB Ivo Gönner verlangt die Fraktion: „Um die zeitkritischen Termine zu halten, sind ein striktes Projektmanagement und Controlling unabdingbar.“ Notwendig sei es, die 500 Parkplätze der Sedelhofgarage zeitnah zu ersetzen. „Jeder Monat Verzögerung bedeutet Umsatzverluste.“
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