Schuhhaus Ratter wechselt in die Ulmer Platzgasse

Ulm.  Der traditionelle Handel muss sich neuen Herausforderungen stellen. Das sagte OB Ivo Gönner mit Blick auf den Standortwechsel von Schuh-Ratter.

Der Umzug des traditionsreiche Ulmer Schuhhaus Ratter von der Neuen Straße in die Platzgasse war ein „mutiger, aber richtiger Schritt“. Das sagte Oberbürgermeister Ivo Gönner bei einem Empfang für geladene Gäste am Vorabend der Eröffnung am Donnerstag. Das Stadtoberhaupt vertrat den Standpunkt, die inhabergeführten Handelsgeschäfte in der Einkaufsstadt Ulm könnten sich nicht auf den Leistungen der Nachkriegsgeneration ausruhen, sie müssten vielmehr laufend „neue Herausforderungen“ annehmen. Gönner wies darauf hin, dass mit der Fertigstellung des Wohn- und Geschäftshauses am Standort des früheren Grabensee-Gebäudes nun die Bautätigkeit in der Platzgasse zu Ende geht. Ratter habe dort zurecht den neuen Laden eröffnet, denn der Bereich Münsterplatz, Platzgasse, Dreiköniggasse und Herrenkellergasse sei ein „wunderbares Kreuz“, sagte Gönner, der in der Ecke früher einmal seine Anwaltskanzlei betrieb. Irgendwann werde er noch ein Buch über dieses Quartier schreiben, kündigte der OB halb scherzhaft an.

Firmeninhaber Michael Ratter begründete seine Entscheidung, den gut eingeführten Standort auf der Südseite der Neuen Straße zu verlassen: „Ich wollte einen Standort, der mehr im Kundenstrom liegt.“ Daher habe er das Ladenlokal mit rund 400 Quadratmetern sowie Nebenräume in dem modernen Neubau der BSG Aufbau erworben.

Der Wechsel in die älteste Fußgängerzone der Stadt sei eine „historische Chance“ gewesen, die er keinesfalls versäumen wollte. Michael Ratter führt das Geschäft, das von seinem Urgroßvater im Jahr 1873 als Schuhmacherwerkstatt in der Schwilmengasse gegründet wurde, bereits in der vierten Generation.

Der neue Laden, der auch über eine kleine Café-Theke verfügt, soll nach Ratters Vorstellungen durch wechselnde Events zu einem „Ulmer Treffpunkt“ werden. Das Konzept scheint aufzugehen, jedenfalls zeigte Ratter sich am Eröffnungstag gestern ganz „perplex“ über die hohe Frequenz. Er hat einen siebenstelligen Betrag in den neuen Standort investiert und beschäftigt dort 15 Verkäuferinnen sowie einen Schuhmacher. Das Ladenlokal an der Neuen Straße wird vermietet.

Der Architekt des neuen Ladens, Julian Schoyerer, ein gebürtiger Ulmer und Schulfreund Ratters mit Büro in Mainz, hielt den Umzug beim Abendempfang für „längst überfällig“. Er hat die Verkaufsräume so gestaltet, dass in drei verschiedenen Zonen drei Produktlinien – Classic, Aktiv, Style – präsentiert werden. Durch wechselnde, hinterleuchtete Folien könnten die Verkaufsräume jeweils „neu aufgeladen“ werden. In dem Neubau hat am Donnerstag auch die Ulmer Bäckerei Staib ihre 39. Filiale eröffnet. Viola Staib war selber im Verkauf und sagte, es sei „super angelaufen“.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: FRANK KÖNIG | 02.09.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe

Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr