Salzlager in Ulm und Neu-Ulm randvoll - Keine Engpässe befürchtet

Ulm/Neu-Ulm.  Während in Nord- und Mitteldeutschland der Salznotstand ausgerufen wird, befürchtet in der Region niemand einen Engpass beim Streugut.

Es ist Winter, die Minusgrade der vergangenen Tage haben für ruhiges und meist sonniges Wetter gesorgt. Doch jetzt soll der große Schnee kommen und mit ihm die Sorge, ob die Räumdienste gut vorbereitet sind. Schließlich sorgen Nachrichten aus Nord- und Mitteldeutschland für Aufregung, wo das Salz ausgeht und die Streu- und Räumdienste ihrer Arbeit offenbar nicht mehr hinterherkommen.

Für ausgeschlossen hält Gerhard Peraldo von den Entsorgungsbetrieben (Ebu) dieses Szenario für Ulm. Die Salzlager sind voll, sagt er, und bis auf einen strengen Winter kann er sich in seinem ganzen Berufsleben nicht an Lieferengpässe erinnern. "Wir haben 1200 Tonnen Streusalz auf Lager", sagt er, was bei Vollbetrieb für mindestens eine Woche reiche. Nur zum Vergleich: Bisher wurden in diesem Winter gerade 800 Tonnen verbraucht, was vergleichsweise wenig ist.

Was seinen Optimismus stützt, ist die Art der Lagerung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Städten haben die Ulmer nicht nur Silos, in denen das Salz gelagert wird, sondern auch eine große Halle, was einen immensen Vorteil bringt. Salz für Silos zu besorgen sei ungleich teurer, weil das Streugut aufwendig in die Lagertanks gepumpt werden müsse, was Zeit und Geld koste. Salz für die Halle werde einfach nur ausgekippt und sei schon alleine deshalb viel leichter zu beziehen.

Im Übrigen wird in Ulm längst nicht mehr jede Straße geräumt und gestreut. Nach einem genau festgelegten Drei-Stufen-Plan werden zuerst verkehrswichtige und gefährliche Straßen wie Gefällstrecken einschließlich der Busspuren geräumt. Im zweiten Schritt werden dann auch verkehrswichtige Straßen auf der Ebene geräumt und erst im dritten Schritt die großen Sammelstraßen in den Wohngebieten. Bei starkem Schneefall kann diese dritte Stufe auch wegfallen. Insgesamt sind 37 städtische Fahrer auf 26 Streufahrzeugen im Einsatz.

"Unser Lager ist gefüllt, die Maschinen sind gerichtet. Der Schnee kann also kommen." Nach Auskunft von Johann Wegmann vom Neu-Ulmer Baubetriebshof liegen 240 Tonnen Salz und 27 Tonnen Salzlauge auf Halde. Diese Mengen reichen im Dauereinsatz für etwa zehn Tage. Der Neu-Ulmer Baubetriebshof ist zuständig für rund 240 Kilometer Straßen in der Innenstadt und den neun Stadtteilen. In zwei Schichten sind 70 Mann im Einsatz, dazu gehören auch vier private Unternehmen. Bislang hielt sich der Räum- und Streustress in Grenzen: Um Weihnachten herum und an Neujahr waren die Fahrzeuge auf den Neu-Ulmer Straßen unterwegs - nicht aber auf den Bundes- und Kreisstraßen. Dafür ist der Landkreis zuständig.


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Autor: HANS-ULI MAYER EDWIN RUSCHITZKA | 08.01.2010

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