Mehrjährige Haft für Roy El-Halabi beantragt
Berlin/Ulm. Der Adoptivvater der Ulmer Profiboxerin Rola El-Halabi soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung sechs Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Der 44-Jährige hatte mehrmals auf die 26-Jährige geschossen und sie erheblich verletzt.
Dieses Strafmaß hat beim Prozess vor dem Berliner Landgericht am Freitag Oberstaatsanwalt Ralph Knispel wegen gefährlicher und versuchter schwerer Körperverletzung gefordert. Am 1. April 2011 war der Angeklagte in die Kabine der mehrfachen Weltmeisterin im Leichtgewicht an der Trabrennbahn Berlin-Karlshorst gestürmt. Er hatte vier Schüsse auf die Tochter gefeuert. Das Urteil vor dem Berliner Landgericht wird am 14. November erwartet.
„Der 44-Jährige wollte El-Halabi so treffen, dass sie nie wieder boxen kann“, sagte Ankläger Knispel. Der Staatsanwalt gab sich überzeugt, dass sich der in Kuwait geborene Goldschmied gedemütigt fühlte. Rola El-Halabi hatte sich von ihm als Manager getrennt und sie hatte sich in einen Mann verliebt. „Die Beziehung zu dem noch verheirateten Freund passte nicht in das Weltbild des sozial-kulturell in seiner Heimat verhafteten Mannes“, argumentierte Knispel.
Rola El-Halabis Anwalt plädierte auf acht Jahre Haft. „Sie hat nicht nur im Ring gekämpft, sondern auch um ihr Recht auf eine Beziehung und eine eigene Identität in einem von Männern geprägten Umfeld“, argumentierte Nebenklagevertreter Manfred Gnjidic. Der Vater sei der erbittertste Gegner geworden. Er wollte das große Finale im Kampf um die Tochter. Die Tochter habe keine Chance gehabt. „Der Vater begegnete ihr mit bleiernen Händen in Form einer Pistole“, beschrieb der Anwalt die zerrüttete Beziehung.
In seinem Schlusswort beteuerte der Angeklagte, „es tut mit leid“. Der 44-jährige hatte gezielte Schüsse bestritten. „Ich weiß nicht, warum ich es tat, ich war nicht mehr ich“, hatte der Ex-Manager erklärt. Die Verteidigung sah nicht die Tat eines eifersüchtigen Vaters. „Der Angeklagte ist kein Diktator, der es nicht erträgt, wenn die Tochter einen Freund hat“, betonte Verteidiger Frank Theumer.
Auslöser sei ein Männerkonflikt gewesen. Wachleute hätten den Zugang zur Kabine versperren wollen. Zwei Posten hatte der aufgewühlte Vater in die Beine geschossen. Die Tat wäre nicht passiert, hätte der Angeklagte mit seiner Tochter sprechen können, sagte Verteidiger Theumer. Der Vater war wie ein brodelnder Vulkan. Er war in einem Tunnel, als er schoss, argumentierte der Anwalt. Die schreckliche Tat sei nicht erklärbar. Einen konkreten Strafantrag hat die Verteidigung nicht gestellt.
Die inzwischen mit dem damaligen Freund verlobte Boxerin lag sechs Wochen im Krankenhaus. Mehrere Operationen waren nötig. Ob die Schlaghand, die der Vater durchschossen hat, so verheilt, dass sie wieder boxen kann, ist offen. Die Chancen stehen nach dem Gutachten von Ärzten nicht schlecht. Rola El-Halabi hofft, Ende nächsten Jahres wieder im Ring zu stehen.
„Der 44-Jährige wollte El-Halabi so treffen, dass sie nie wieder boxen kann“, sagte Ankläger Knispel. Der Staatsanwalt gab sich überzeugt, dass sich der in Kuwait geborene Goldschmied gedemütigt fühlte. Rola El-Halabi hatte sich von ihm als Manager getrennt und sie hatte sich in einen Mann verliebt. „Die Beziehung zu dem noch verheirateten Freund passte nicht in das Weltbild des sozial-kulturell in seiner Heimat verhafteten Mannes“, argumentierte Knispel.
Rola El-Halabis Anwalt plädierte auf acht Jahre Haft. „Sie hat nicht nur im Ring gekämpft, sondern auch um ihr Recht auf eine Beziehung und eine eigene Identität in einem von Männern geprägten Umfeld“, argumentierte Nebenklagevertreter Manfred Gnjidic. Der Vater sei der erbittertste Gegner geworden. Er wollte das große Finale im Kampf um die Tochter. Die Tochter habe keine Chance gehabt. „Der Vater begegnete ihr mit bleiernen Händen in Form einer Pistole“, beschrieb der Anwalt die zerrüttete Beziehung.
In seinem Schlusswort beteuerte der Angeklagte, „es tut mit leid“. Der 44-jährige hatte gezielte Schüsse bestritten. „Ich weiß nicht, warum ich es tat, ich war nicht mehr ich“, hatte der Ex-Manager erklärt. Die Verteidigung sah nicht die Tat eines eifersüchtigen Vaters. „Der Angeklagte ist kein Diktator, der es nicht erträgt, wenn die Tochter einen Freund hat“, betonte Verteidiger Frank Theumer.
Auslöser sei ein Männerkonflikt gewesen. Wachleute hätten den Zugang zur Kabine versperren wollen. Zwei Posten hatte der aufgewühlte Vater in die Beine geschossen. Die Tat wäre nicht passiert, hätte der Angeklagte mit seiner Tochter sprechen können, sagte Verteidiger Theumer. Der Vater war wie ein brodelnder Vulkan. Er war in einem Tunnel, als er schoss, argumentierte der Anwalt. Die schreckliche Tat sei nicht erklärbar. Einen konkreten Strafantrag hat die Verteidigung nicht gestellt.
Die inzwischen mit dem damaligen Freund verlobte Boxerin lag sechs Wochen im Krankenhaus. Mehrere Operationen waren nötig. Ob die Schlaghand, die der Vater durchschossen hat, so verheilt, dass sie wieder boxen kann, ist offen. Die Chancen stehen nach dem Gutachten von Ärzten nicht schlecht. Rola El-Halabi hofft, Ende nächsten Jahres wieder im Ring zu stehen.
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Autor: DPA | 04.11.2011
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Roy El-Halabi sitzt im Saal des Landgerichtes Berlin hinter einer Glasscheibe.
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