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Regionale Brauchtums-Unterschiede: Fasching, Fastnacht oder Karneval?

Fasnet wird in ganz Deutschland gefeiert, aber nicht überall heißt sie auch so. Wir erklären die regionalen Brauchtums-Unterschiede bei Bezeichnung und Verkleidungen.

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Fasching
Der Fasching ist die undogmatische Variante der Fastnacht – ohne prunkvolle Karnevalisten-Kappe und ohne geschnitzte Hexenlarven. Cowboys, Piraten und Prinzessinnen wollen einfach nur Spaß haben – ohne Rücksicht auf Tradition. Das Wort Fasching, das vor allem im bayerischen Raum dominiert, geht auf das mittelhochdeutsche vastschanc zurück, womit vermutlich das Ausschenken des Umtrunks vor der Fastenzeit gemeint war.

Fastnacht
Mit der Fastnacht verbindet sich heutzutage gerne das Doppel-Attribut „schwäbisch-alemannisch“ sowie die Vorstellung von straff organisierten Hästrägern und brauchtumsversessenen Verbandsfunktionären. Dabei wird gerne vergessen, dass auch die Mainzer ihre Fassenacht feiern, selbst wenn die alle Kriterien des rheinischen Karnevals erfüllt. Das Wort Fastnacht bezieht sich auf die Nacht vor Beginn der Fastenzeit, in der nochmal kräftig zugelangt wurde.

Karneval
Narrhalla-Marsch und Prunksitzung, Elferräte, Prinzenpaar und Prinzengarde: Das sind die Kennzeichen des Karnevals rheinischer Prägung. Das Wort deutet auf die höfische Wurzel dieser Fastnachtsvariante. Der italienische Carnevale fand um 1700 seinen Weg an die deutschen Fürstenhöfe. Das Wort kommt vom lateinischen carnem levare, „Fleisch entziehen“. Es wurde auch als carne vale! – „Fleisch lebe wohl!“ – verstanden, was auf die bevorstehende Fastenzeit deutet.

Narrenzunft
Die Narrenzünfte sind ein Phänomen der 1920er Jahre. Zwar gab es schon vor dem Ersten Weltkrieg welche, doch nach dessen schlimmem Ende, den sozialen Unruhen und den folgenden Fastnachtsverboten suchten die schwäbisch-alemannischen Narren diese zu umgehen, indem sie die Fastnacht zum wertvollen Brauchtum umdeuteten – mit Erfolg. Es kam zur Gründungswelle und zum Zusammenschluss der Zünfte, die seither intensiv Brauchtumspflege betreiben. Seit den 1960er Jahren hat sich das Narrenzunftwesen lawinenartig selbst in protestantische Gebiete ausgebreitet.

Gumpiger Doschtig
Donnerstag vor Aschermittwoch beginnt die heiße Phase der Straßenfastnacht. Im Südwesten heißt er gumpiger, glompiger oder schmotziger Dooschtig, im Rheinland Weiberfastnacht. Das Wort gumpig kommt von gumpen, das „hüpfen, springen“ bedeutet. In glompig (gelumpig) steckt der Lump. Schmotzig hat nichts mit Schmutz zu tun, sondern mit Schmotz (Fett, Schmalz). Es bezieht sich auf die schmalzdurchtränkten Speisen, die von da an bis zum Fastenbeginn genossen wurden.

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