Realgrund stellt Pläne auf dem Neu-Ulmer Weiss-Gelände vor

Neu-Ulm.  Die Realgrund wird im Juli 2012 mit dem Bebauen des Lebkuchen-Weiss-Geländes und der Flussmeisterei in der Neu-Ulmer Innenstadt beginnen. Gebaut wird nach Plänen des Ulmer Büros Mühlich, Fink & Partner.

"Wenn alle Interessenten bei der Stange bleiben, ist das Projekt bereits verkauft." Das sagte gestern nicht ohne Stolz der Vorstandsvorsitzende der Ulmer Realgrund AG, Walter Hopp. Die von seinem Unternehmen geplante Wohnbebauung am Neu-Ulmer Jahnufer, also auf dem ehemaligen Firmen-Gelände von Lebkuchen-Weiss und auf dem Areal der alten Flussmeisterei, ist seit der ersten Berichterstattung im Juli dieses Jahres auf immenses Interesse gestoßen. Auf dem knapp über 4000 Quadratmeter großen Grundstück werden bis zum Frühjahr 2014 insgesamt 120 Wohneinheiten entstehen, also Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen im gehobenen Standard, zwischen 50 und 130 Quadratmeter groß.

Was Realgrund plant, ist exklusiv und hat damit auch seinen entsprechenden Preis: Im Durchschnitt, so Hopp gestern vor der Presse, werde der Kauf einer Wohnung etwa 4000 Euro pro Quadratmeter kosten. Die Schar der Interessenten aus der Region Ulm/Neu-Ulm, die sich den Erwerb leisten können, ist offenbar riesengroß. Wenn der im Frühjahr 2014 entstandene Wohnraum in einer Größenordnung von rund 10 000 Quadratmetern schließlich verkauft ist, wird Realgrund etwa 40 Millionen Euro eingenommen haben. Wie hoch dagegen das Investitionsvolumen des Wohnbauunternehmens ist, darüber wollte sich Hopp nicht äußern.

Gebaut wird nach den Plänen des Ulmer Architekturbüros Mühlich, Fink & Partner. Es hatte sich in einem Gutachterverfahren unter sechs Büros durchgesetzt. In der Jury, die von Professor Franz Pesch vom Städtebauinstitut der Uni Stuttgart geleitet wurde, saßen auch Vertreter der Stadtverwaltung und der Stadtratsfraktionen. Beratend einbezogen war auch die Denkmalschutzbehörde. Der Grund: Auf dem Gelände befinden sich zwei historische Gebäudeteile, zwei alte Proviantmagazine der Bundesfestung. Nach den Plänen von Mühlich, Fink & Partner wird das historische Gemäuer in die Neubebauung integriert und mehr oder weniger überbaut. Allerdings werden die Proviantmagazine an ihren rotbraunen Ziegeln deutlich zu erkennen sein. Wie die beiden Magazine genutzt werden, ob ebenfalls als Wohnraum oder als Büroflächen, steht noch nicht fest. Mehr noch: Auch die historische Flussmeisterei-Mauer zum Donauufer bleibt erhalten. Sie wird aber versetzt, so dass der Uferweg in Zukunft sehr viel breiter wird. Die Kosten dafür trägt Realgrund.

Der Stadtratsfachausschuss für Stadtentwicklung, Hochbau und Umwelt stimmte dem Vorhaben gestern einstimmig zu. In einem vorgeschalteten Pressegespräch äußerten sich alle voll des Lobs: Die Kooperation mit der Stadt, das Verfahren selbst und vor allem das städtebauliche Ergebnis seien gut gewesen, sagte der Realgrund-Vorstandschef Hopp. Professor Pesch bezeichnete den Architekturvorschlag von Mühlich, Fink & Partner als überaus gelungen, prägnant und lebendig. Auf dem Gelände werden sich zwischen fünf- und siebengeschossige Gebäudeteile abwechseln und so auf gelungene Art und Weise die Lücke zwischen der Donauklinik und dem Donaucenter füllen. Dazu sind im neuen Wohnquartier Grünflächen vorgesehen. OB Gerold Noerenberg freute sich über die Aufwertung der Innenstadt.

Mit der förmlichen Baugenehmigung rechnet die Realgrund im April oder Mai nächsten Jahres. Gleich nach Schwörmontag am 23. Juli sollen die Bagger anrücken. Dann ist auch Schluss mit der Nutzung des Flussmeisterei-Geländes, auf dem 2012 nochmals das Donaufest und das Kulturprogramm stattfinden können. Hopp ist sich sicher, dass die Firmengebäude auf dem Areal bis zum Baubeginn "entmietet" sind. Die Kündigungen seien kein Problem, sagte er. In einem zweiten Bauabschnitt sollen auch Grundstücke an der Krankenhausstraße, Ecke Jahnufer neu bebaut werden. Die Anwesen dort befinden sich in Privatbesitz, Gespräche hat es laut Hopp noch nicht gegeben. Was es gibt, sind grobe Pläne von Mühlich, Fink & Partner.


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Kommentare (4)

05.11.2011 21:44 Uhr |   Markus Fränkel

Kastration eines Stadtteils

Mitlerweile frag ich mich überhaut warum ich hier noch Lebe.
Warum gibt es überhaupt ein Denkmalschutz,wenn alles duch Betonklötze und ähnliches zugebaut wird.Neu-Ulm hat nicht viel altes zu bieten.Und dass was es hat wird Gnadenlos zu Tode Saniert oder abgeriessen.Es gibt hier in der Stadt ein Schickie Micke getuhe dass nicht mehr nachzuvollziehn ist.Es gibt in dieser Stadt auch Menschen wie mich die dass einfache schlichte leben lieben. Die keine teuren Glaspaläste brauchen keine Betonklötze und ähnliches.Sollte mann nicht einfach auch mal altes bewaren und erhalten. Andere Städte würden sich freun son Anlage in ihrem Zentrum zu haben.Was reissen wir alls nächstes ab weil es nimmer Zeitgemäss ist. Etwar dassDonaucenter das Rathaus oder gar das Münster.
Ich wünscht es gäbe hier eine Protestbewegung wie in Stuttgart unsre Ratsherren hätten es verdient.

Ein bürger dieser Stadt
28.10.2011 07:59 Uhr |   Christian Maurer

Donaucenter als Mass der Dinge

Wer hätte das gedacht, dass augerechnet das vielgescholtene Donaucenter das Mass der Dinge (Bauhöhe) für Neu-Ulms Architektur ist.
Wer auf eine schöne, maßvolle Bebauung, wie am Donauufer hoffte, ist enttäuscht. Na ja, so werden die Bausünden der 70iger potenziert und verewigt, Neu-Ulm noch häßlicher.
"Das einzig schöne an Neu-Ulm ist der Blick auf Ulm"
ich weiß schon, warum ich meinen Besuch nur am Ulmer Hauptbahnhof aussteigen lasse, niemals nach Neu-Ulm führe und dort auch nie einkaufe.
29.10.2011 09:05 Uhr |   Stephan Salzmann

Kommentar von Christian Maurer zu Wohnpark Neu-Ulmer Donauufer

Schwer zu verstehen, wenn sich doch die Städte Ulm/Neu-Ulm in den letzten 10 Jahren sehr genähert haben. Hinsichtlich Politik und Verwaltung als auch jüngst sogar durch Anstrengungen von Handel, Dienstleistung und Gastronomie. Das Strategiepapier für die Aufwertung Neu-Ulm´s zur Installation eines City/Stadtmanagements, alles das ist an Christian Maurer vorbei gegangen. Sicher empfehlen Sie auch Ihren Besuchern nicht in Stuttgart oder München auszusteigen. Würde ich ja auch nicht empfehlen, wenn ich besucht werde. Doch bitte wo ist der Zusammenhang wenn es um positive Bauentwicklung geht für das Einkaufen?.. Herzlichen Gruss... Stephan Salzmann WIN-Wir in Neu-Ulm - Vorsitzender

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Autor: EDWIN RUSCHITZKA | 27.10.2011

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