Interview
Professor fordert Organspendepflicht
Ulm. Im Transplantationszentrum der Uniklinik Ulm werden jährlich 20 Nieren verpflanzt. Doch das reicht nicht, sagt Nierenarzt Professor Frieder Keller. Er fordert, dass alle Menschen automatisch zu Spender werden, solange sie es nicht widerrufen.
Kein Organ wird so dringend benötigt: 60.000 Menschen warten bundesweit auf eine Spenderniere - im Schnitt sechs Jahre lang. Nicht nur bei Hirntoten können Organe entnommen werden, sondern auch bei lebenden Personen. Frank-Walter Steinmeiers Erklärung, seiner kranken Frau eine Niere zu spenden und deshalb einige Wochen von der politischen Bühne zu verschwinden, hat das Thema aufs Tableau gebracht. An der Ulmer Uniklinik werden jährlich etwa 20 Nieren verpflanzt - die meisten von lebenden Spendern.
Das erklärt Professor Frieder Keller, Leiter der Abteilung für Nephrologie an der Uniklinik Ulm und verantwortlich für die Vor- und Nachsorge bei Nierentransplantationen, im Interview.
Welche Risiken birgt eine Lebendspende für den Spender?
Eine Organentnahme ist ein großer operativer Eingriff, da gibt es immer Risiken. Es kann zu Blutungen kommen, selten auch zum Lungenkollaps. Je nach Operationsmethode kann es auch passieren, dass sich der Bauch nach außen ausbeult. Schmerzen nach der OP kommen häufiger vor. Insgesamt haben nur fünf Prozent aller Lebendspender Probleme, einer von 5000 stirbt.
Was muss ein Spender tun, um mit nur einer Niere ganz normal weiter leben zu können?
Spender sind zur Nachsorge verpflichtet. Dort wird in regelmäßigen Abständen die Nierenfunktion überprüft. Das ist deshalb wichtig, weil Nierenkrankheiten nicht wehtun. Viele Patienten gehen erst zum Arzt, wenn es schon zu spät ist. Wenn er oder sie trotz Behandlung an der Niere erkrankt, muss das kein schwerwiegendes Problem sein: Alle Nierenkrankheiten lassen sich behandeln.
Wie groß ist die Gefahr, dass die gespendete Niere abgestoßen wird?
Das passiert bei insgesamt etwa 10 bis 20 Prozent, bei Lebendspenden seltener als bei Organspenden Hirntoter. Wenn der Körper des Empfängers die Spenderniere abstößt, bedeutet das aber nicht automatisch Verlust. Wir können die Reaktion mit sogenannter Immunsuppression in den Griff bekommen.
Bei Lebendspenden unter Verwandten ist die Gefahr geringer, dass es zu Reaktionen kommt, am geringsten bei Zwillingen.
Haben Sie in Ulm genügend Spender?
Nein, auf keinen Fall, im Gegenteil. Wir haben hier überwiegend Lebendspenden, aber wir bräuchten noch mehr, auch von Hirntoten. In ganz Baden-Württemberg sagen immer noch 30 Prozent der Angehörigen Nein zur Organentnahme. Das dürfen sie, auch wenn der Tote zu Lebzeiten einen Organspenderausweis ausgefüllt hat.
Wie könnte man das ändern?
Ich wäre für eine sogenannte Widerspruchsregelung, wie sie zum Beispiel in Österreich gilt. Jeder ist automatisch Organspender, sofern er keine Widerspruchserklärung abgegeben hat. Angehörige dürften nur dann Einspruch erheben, wenn sie schwerwiegende Gründe vorbringen können.
Das erklärt Professor Frieder Keller, Leiter der Abteilung für Nephrologie an der Uniklinik Ulm und verantwortlich für die Vor- und Nachsorge bei Nierentransplantationen, im Interview.
Welche Risiken birgt eine Lebendspende für den Spender?
Eine Organentnahme ist ein großer operativer Eingriff, da gibt es immer Risiken. Es kann zu Blutungen kommen, selten auch zum Lungenkollaps. Je nach Operationsmethode kann es auch passieren, dass sich der Bauch nach außen ausbeult. Schmerzen nach der OP kommen häufiger vor. Insgesamt haben nur fünf Prozent aller Lebendspender Probleme, einer von 5000 stirbt.
Was muss ein Spender tun, um mit nur einer Niere ganz normal weiter leben zu können?
Spender sind zur Nachsorge verpflichtet. Dort wird in regelmäßigen Abständen die Nierenfunktion überprüft. Das ist deshalb wichtig, weil Nierenkrankheiten nicht wehtun. Viele Patienten gehen erst zum Arzt, wenn es schon zu spät ist. Wenn er oder sie trotz Behandlung an der Niere erkrankt, muss das kein schwerwiegendes Problem sein: Alle Nierenkrankheiten lassen sich behandeln.
Wie groß ist die Gefahr, dass die gespendete Niere abgestoßen wird?
Das passiert bei insgesamt etwa 10 bis 20 Prozent, bei Lebendspenden seltener als bei Organspenden Hirntoter. Wenn der Körper des Empfängers die Spenderniere abstößt, bedeutet das aber nicht automatisch Verlust. Wir können die Reaktion mit sogenannter Immunsuppression in den Griff bekommen.
Bei Lebendspenden unter Verwandten ist die Gefahr geringer, dass es zu Reaktionen kommt, am geringsten bei Zwillingen.
Haben Sie in Ulm genügend Spender?
Nein, auf keinen Fall, im Gegenteil. Wir haben hier überwiegend Lebendspenden, aber wir bräuchten noch mehr, auch von Hirntoten. In ganz Baden-Württemberg sagen immer noch 30 Prozent der Angehörigen Nein zur Organentnahme. Das dürfen sie, auch wenn der Tote zu Lebzeiten einen Organspenderausweis ausgefüllt hat.
Wie könnte man das ändern?
Ich wäre für eine sogenannte Widerspruchsregelung, wie sie zum Beispiel in Österreich gilt. Jeder ist automatisch Organspender, sofern er keine Widerspruchserklärung abgegeben hat. Angehörige dürften nur dann Einspruch erheben, wenn sie schwerwiegende Gründe vorbringen können.
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Autor: DANA HOFFMANN | 24.08.2010
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Marc-David Engel (17) aus Westerstetten: "Wenn die Menschen freiwillig spenden, sei es jetzt aus Liebe oder nur aufgrund der sozialen Ader, dann unterstütze ich Organspenden in jedem Fall. Jedoch finde ich, dass es in Deutschland nicht verpflichtend werden sollte." Foto: Bea Sauer
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Kommentare (9)
Schade...
... dass Frau Hofmann mit Ihrer reißerischen, missverständlichen und falsch interpretierten Überschrift zu einem eigentlich guten Interview dem sehr ernsten Thema einen Bärendienst erwiesen hat.Ich kann aus den Worten von Prof. Keller keine Forderung nach einer Verpflichtung zur Organspende herauslesen. Ich würde mir etwas mehr journalistische Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein wünschen.
Halbwahrheiten, Horror-Szenarien und Panikmache sind zum Thema Organspende nämlich schon ausreichend verbreitet, wie die bisherigen Kommentare zeigen.
Eine Widerspruchsregelung bedeutet jemand muss zu Lebzeiten einer Organspende ausdrücklich widersprechen. Bisher gilt in Deutschland die erweiterte Zustimmungsregelung. Freiwilligkeit einer Spende und nicht Pflicht ist bei beiden Regelungen der zentrale Punkt!
Oranspnende pflicht?
Wo soll das enden? Letztendlich wird JAGT auf Personen gemacht, deren Organe für Reiche wertvoll sind?Ist nicht möglich?
Wer's glaubt, wird seelig.
Für GELD tun doch so einige Dreckschweine alles. Einfach ... alles. Passiert doch eh schon in Drittländer - Argentinien, Brasilien, in Afrika!!!!!
Und mit dieser *FREIGABE* wird der Bürger zum Freiwild für Zahlende?!
Tut mir Leid, aber ich spiele hier persönlich nicht mit.
kurtrichard
Was der Professor
der Schul“medizin“ uns sagen will ist folgendes !!!:Weil die Schul“medizin“
- allein in Deutschland !! -
NICHT !!! in der Lage ist 60 000 Nierenkranke Menschen zu heilen !!!!, weil sie ganz offensichtlich über keine dazu notwendige Medizin verfügt !!!, müssen 60 000 Menschen allein in Deutschland auf die „Metzgermeisterindustrie“ der Schul“medizin“ der Ersatzteil Ein- und Ausfüger warten.
Gesund werden sie dabei selbstverständlich nicht !!, denn sie müssen für den ganzen Rest ihres Lebens – zum starken finanziellen Wohle der Pharmaindustrie dieser Schul“Medizin“ !!! – „Medikamente“ nehmen, die das gesunde Körpereigene Abwehrsystem mittels Antimedizin lebenslang aushebeln muss !!!!
Es sei denn !, es geht ihnen wie jenem Mädchen, das von der Schul“medizin“ ein zweites Herz eingebaut bekam, wodurch der Körper des Mädchens – entgegen allen Wissens der Schul“medizin“ - Zeit bekam das eigene Herz zu heilen, so dass das zweite Herz der Schul“medizin“ wieder ausgebaut werden konnte !!!!!