Plagiate richten einen riesigen Schaden an

Ulm.  Die Aktion Plagiarius zeigt eine Wanderausstellung in der IHK. Initiator Rido Busse sagte, mit Plagiaten werde weltweit mehr Geld verdient als mit Drogen.

Die Hersteller von Produktkopien setzen jedes Jahr mehr Geld um als Rauschgifthändler. Das berichtete der Ulmer Designer Rido Busse am Montagabend bei der Eröffnung der Plagiarius-Ausstellung "Original und Fälschung" im Haus der Wirtschaft in der Olgastraße.

Busse hatte 1997 die Fälschung einer von ihm entworfenen Soehnle-Briefwaage durch ein Unternehmen in Hongkong zum Anlass genommen, den Negativpreis Plagiarius ins Leben zu rufen. Er wird seither jedes Jahr von Prominenten verliehen. Die Elchinger Designer konnte dafür schon Politiker wie Joschka Fischer oder Guido Westerwelle gewinnen. Busse erläuterte vor etwa 130 Zuhörern den Unterschied zwischen Plagiat und Fälschung: Während das Plagiat unter einem anderen Namen auf den Markt gebracht wird, kopiert der Fälscher das Original mitsamt dem Namen. Durch solche Kopien gingen deutschen Firmen jährlich 40 Milliarden Euro Umsatz verloren. 70 000 Arbeitsplätze würden auf diese Weise verhindert.

Zum Auftakt hatte Frank Dopheide von der renommierten Werbeagentur Grey die Bedeutung von Marken erklärt. Marken wie Apple verkauften keine Produkte mehr, sondern Ideale. So stehe Apple, nun weltweit die drittwertvollste Marke, für Kreativität. Um die Produkte herum würden ganze Markenwelten geschaffen. Nur beim Erwerb der Originalprodukte empfänden die Verbraucher ein "Glückserlebnis".

Die Plagiarius-Geschäftsführerin Christine Lacroix registriert dagegen, dass Plagiate in Europa längst gesellschaftsfähig geworden sind. Sie präsentierte eine Reihe von Gegenmaßnahmen, die innovative Unternehmen ergreifen können, um sich vor Plagiatoren zu schützen.

Info

Die Ausstellung in der IHK, Olgastraße 97 - 101, ist noch bis 19. Mai geöffnet.


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Autor: FRANK KÖNIG | 05.05.2010

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