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Plädoyer für regional erzeugte Lebensmittel auf LWF

Um gesunde Lebensmittel ging es am Aktionsstand auf der Verbrauchermesse Leben-Wohnen-Freizeit. Am besten sind regionale Produkte, die zur Jahreszeit passen. Metzger setzen auf die Marke "Ulmer Land".

FRANK KÖNIG | 0 Meinungen

Im Zuge des Trends zu gesunden Lebensmitteln setzt die Metzgerinnung Ulm/Alb-Donau auf ein eigenes Qualitätsetikett oder Label. Es heißt "Ulmer Land - Heimat fair" und soll dieses Jahr beim Zunftschmaus auf dem Saumarkt erstmals präsentiert werden. Das kündigte Obermeister Raimund Hörmann am Mittwoch beim Messetalk "Wie gesund sind unsere Lebensmittel?" auf der Leben-Wohnen-Freizeit an.

Dabei geht es nach seinen Worten auch darum, dass die Tiere artgerecht gehalten werden und Auslauf ins Freie haben. Die Turbomast in Ställen landwirtschaftlicher Großbetriebe lehnte Hörmann bei der von Hans-Uli Thierer, Lokalchef der SÜDWEST PRESSE, und dem Radiojournalisten Michael Mader moderierten Gesprächsrunde ab. Er bezieht seine Schlachttiere von regionalen Bauern, die er alle persönlich kennt und in deren Höfen Schweine etwa 180 Tage gehalten werden.

In den Mastfabriken seien es teils nur 120 Tage. Dabei bekommen die Tiere Antibiotika, das Fleisch wird später mit Zusatzstoffen länger haltbar gemacht. Bei Hörmann bleibt eine Bratwurst dagegen höchstens vier Tage im Verkauf. Auf die Frage der Moderatoren, ob solche nachhaltig erzeugten Produkte nur etwas für Besserverdienende seien, sagte Hörmann, in Deutschland seien Lebensmittel generell zu billig. Die Verbraucher sollten sich ähnlich wie beim Motoröl fürs Auto die Frage stellen: "Was schütten wir in unsere Körper?" Es sei besser, wie in früheren Zeiten nur ein- bis zweimal pro Woche Fleisch zu essen und Qualitätsware zu bevorzugen. Die Menschen arbeiteten auch körperlich nicht mehr so hart und bräuchten daher weniger Kalorien.

Siegfried Körner von Slow Food will das Wissen um gesunde Lebensmittel und Genuss über Schulprojekte wieder jüngeren Leuten beibringen: "Da mangelt es dramatisch." Es gehe auch um die sensorischen Fähigkeiten und neuerdings fehlende Sprachkenntnisse bezüglich der Ernährung. "Wir bringen den Kindern auch das Kochen bei." Bei Slow Food geht es ähnlich wie bei Hörmann darum, die landwirtschaftlichen Erzeuger genau zu kennen und sie zur Produktion gesunder Lebensmittel zu ermuntern. Dies sei auch ein Beitrag zur Esskultur, im Gegensatz zum Fast Food.

Spontan stieß auch noch Johann Britsch vom Finninger "Hirsch" zu der Talkrunde, da er später am Aktionsstand bei einer Kochshow auftrat (siehe Infokasten). Britsch setzt ebenfalls auf regionale Erzeuger: "Die kennt man, da wird man nicht betrogen." Außerdem verwendet er in seiner Küche der Jahreszeit entsprechende Produkte. Er hält nichts von Erdbeeren zu Weihnachten, die aus südlichen Ländern eingeflogen werden und zuvor mit Pestiziden und Insektiziden besprüht und außerdem bestrahlt wurden: "Das ist krank." Es stelle sich auch die Frage, ob man nun den wunderschönen Spargel aus Holland brauche, der im Granulat hochgezogen wurde, oder ob es sich nicht lohnt, auf deutschen Spargel zu warten.

Körber stellte zwar Importe nicht generell in Frage, da stets Früchte und Gewürze eingeführt worden seien. Aber er kritisierte "Perversionen" - als etwa deutsche Schüler in einem heimischen Herbst mit Apfelschwemme durch das Essen importierter chinesischer Erdbeeren eine Lebensmittelvergiftung erlitten.

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