"Oslo-Methode" bringt den Sieg: Internationaler Magirus-Preis verliehen

Roter Teppich statt roter Autos: Rund 700 Gäste waren ins Congress Centrum gekommen, um bei der Verleihung des internationalen Conrad Dietrich Magirus Preises die Leistungen der Feuerwehr zu würdigen.

LISA MARIA SPORRER |

Der Unfall ging durch die Schlagzeilen: Auf einer Bundesstraße zwischen Reichenschwand und Ottensoos in Mittelfranken war ein 40-Jähriger mit seinem Auto gegen eine Baumgruppe geprallt. Während es die rund 80 Rettungskräfte vor Ort nicht schafften mit ihren hydraulischen Rettungsgeräten den in großer Höhe mit seinem Oberkörper aus dem Auto baumelnden Mann zu befreien, hatte ein Notarzt die Idee: die „Oslo-Methode“.

So hängten die Feuerwehrmänner Ketten an der Front und am Heck des Wagens an und zogen das Auto förmlich auseinander, um die eingeklemmten Beine des Mannes aus dem Fußraum zu befreien. „Zufällig hatten wir diese skandinavische Methode erst drei Wochen vorher trainiert“, sagte der Notarzt Dr. Knud Braeske. Für die ungewöhnliche Rettungsmethode, stiegen die sechs Feuerwehr-Teams aus dem Nürnberger Land auf das Siegertreppchen im Ulmer Congress Centrum, um unter dem anhaltenden Beifall der rund 700 Gäste den Conrad Dietrich Magirus Award als „Nationales Feuerwehrteam des Jahres 2015“ entgegen zu nehmen.

Bereits zum vierten Mal in Folge wurde der Magirus Preis verliehen, der national und international herausragende Feuerwehrteams prämiert und als Oscar der Feuerwehrleute gilt. „Magirus hat mit dem Award den richtigen Nerv getroffen“, sagte Hartmut Ziebs: „Schließlich tragt ihr bei Einsätzen eure Haut zu Markte.“ Neben dem Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbands und seinem Österreichischen Kollegen Albert Kern, war auch der ehemalige Geschäftsführer und Initiator des Preises, Antonio Benedetti, nach Ulm gekommen, um den Einsatz der Feuerwehrleute weltweit zu würdigen.

„Die meisten Menschen haben kein Bild von dem, was es bedeutet, tagtäglich rund um die Uhr bereitzustehen und unter Einsatz des eigenen Lebens andere Menschen zu retten. Genau deshalb rückt der Preis dieses Engagement in den Mittelpunkt“, sagte Andreas Klauser, Interims-Geschäftsführer von Magirus.

Zu den Siegern zählten die Teams der Freiwilligen Feuerwehren Lauf an der Pegnitz, Neunkirchen am Sand, Ottensoos, Reichenschwand, Rüblanden und Speikern. Auch das Team „Katastrophenalarm Rauschenhammermühle“ kam wie die Feuerwehr Reutlingen unter die Top Drei im nationalen Wettbewerb.

International sicherte sich zum zweiten Mal in Folge ein brasilianisches Feuerwehrteam den Sieg. Das bekämpfte während des Karnevals einen Großbrand in einem von Rios größten suburbanen Einkaufszentren. Ebenfalls unter die Top Drei schafften es die Feuerwehr Isfahan (Iran) und die Feuerwehr Istanbul (Türkei), deren Vertreter den Preis überreicht bekamen.

Die syrische Katastrophenhilfe, eine freiwillige Organisation von knapp 3000 Syrern und benannt nach der weißen Farbe ihrer Helme, waren Pate der diesjährigen Verleihung. „Ich danke der Deutschen Regierung, dass sie so viele Flüchtlinge aufnimmt“, sagte Raed Alsaleh von den Weißhelmen, denn so könne die Hoffnung der Syrer gelingen, wenn es soweit ist: „Frieden und Wiederaufbau.“

Ein Feuerwehrmann zu sein, bedeute, Gemeinschaft in der ganzen Welt zu erfahren, sagte auch Benedetti. „Wir brauchen dieses soziale Engagement mehr denn je.“ Und dass man in Ulm, der Stadt, die Dank Magirus als „Wiege des Feuerwehrwesens“ gilt und mit ihrem Tüftlergeist die Feuerwehrtechnik auf den neuesten Stand bringe, einen so wichtigen Preis verleihe, das mache einen OB sehr stolz, sagte Ivo Gönner.

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