Ordnung fürs Stadtfest
Ulm. Das Thema liegt seit Jahren in der Luft, aber jetzt kommts zum Schwur: Wie bekommt man die Schwörmontagsparty wieder in den Griff? Eine Diskussion unter Interessenvertretern bringt erste Vorschläge.
Jetzt ist die Sache in der Welt. Mit einer Podiumsdiskussion hat die Regionale Planungsgruppe Mitte (RPG) am Donnerstag die öffentliche Debatte über den Schwörmontag angestoßen, über krawallige Lautstärke und Sauferei. Es ging zeitweise fast so heiß her wie am Stadtfeiertag selbst, die Teilnehmer kamen aber auf einen Trichter: Für ein geordneteres Treiben sollen sich Interessenvertreter zusammensetzen und an einem Konzept tüfteln. Das Podium im Bürgerhaus Mitte war schon mal mit solchen besetzt, die Positionen im Einzelnen:
Dr. Hans-Dieter Lippert von der RPG spricht für die geplagten Innenstadtbewohner. Ihn ärgert, dass das "Großereignis" Schwörmontag - gemessen an den Ulmern selbst- viel zu viele Leute aus dem Umkreis anziehe, die in Ulm bar jeder sozialen Kontrolle exzessartig die Sau rauslassen. Dieser Tag sei ein Ulmer Fest, das viele auch internationale Gruppen aus der Stadt mitgestalten sollten, wie einst beim Cityfest.
Carlheinz Gern, Mitinitiator und Veranstalter von Konzert und Party auf dem Münsterplatz: "Dies ist die massenattraktivste Veranstaltungsreihe in der Wirtschaftsregion Donau-Iller." Dafür bestehe ein Sicherheitskonzept, das für die City insgesamt noch fehle, also mit Zugangskontrollen und Glasverbot. Aber: "Den Zeitgeist von heute können wir nicht auf 1970 zurückdrehen."
Henning Krone, Citymanager, sagt, für ein Konzept der Tradition fehle ein einheitlicher Veranstalter.
Ralf Milde, Kulturmanager und Stadtrat: "Es gibt eine gigantische Flucht der Ulmer in die Friedrichsau, die Innenstadt wird Leuten von außerhalb überlassen." Er will das Fest kultivieren und "Klangräume" schaffen, um das Lärmchaos zu ordnen. Ein Plätzekonzept soll verschiedene Orte zum Treffen schaffen. "Und der Schlüssel dazu ist die Musik - und zwar Live-Musik."
Dass in Sachen Schwörmontagsparty die Alarmglocken schrillen, ist auch in der Gastro-Szene angekommen, die auf der von SWP-Redakteur Willi Böhmer moderierten Veranstaltung prompt prominent vertreten war, mit den Machern von Theatro, Zill und Wilder Mann. Für diesen wies Michael Freudenberg darauf hin, dass die Altstadt-Wirte vor dem Fest längst mit der Stadtverwaltung zusammensäßen, um die Entwicklung im Griff zu haben. Im Übrigen riet er zum weiteren Vorgehen nach dem Vorbild der Altstadt: "Wir haben nicht übereinander geredet, sondern miteinander und haben uns zusammengesetzt."
Jetzt aber ist erst mal der Gemeinderat gefragt. Am 13. Februar treffen sich Fraktionsvertreter mit der Stadtverwaltung, um das Rahmenprogramm für den Schwörmontag zu überdenken. Am 15. Februar tagt der Gemeinderat öffentlich dazu.
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Autor: JAKOB RESCH | 04.02.2012
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