OB-Wahl in Neu-Ulm: Herausforderer von Noerenberg steht fest

Der Slogan mit dem SPD, Grüne, FWG und FDP im März 2014 den Neu-Ulmer CSU-OB Gerold Noerenberg ablösen wollen, steht schon: Ihr Kandidat Dr. Detlef Kröger will „miteinander mehr möglich machen“

EDWIN RUSCHITZKA |
Der Zeitpunkt war überaus geschickt gewählt, das Gesprächsthema an den Biertischen des heutigen Tages dürfte damit feststehen: Einen Tag vor dem Stadtfest in Neu-Ulm präsentierten Sozialdemokraten, Grüne, Freie Wähler und Liberale mit dem parteilosen Juristen und Unternehmensberater Dr. Detlef Kröger ihren gemeinsamen OB-Kandidaten. Er soll bei der Wahl im März nächsten Jahres die bessere Alternative zum CSU-Amtsinhaber Gerold Noerenberg sein.
 
Was sich gestern im Neu-Ulmer RiKu-Hotel versammelt hatte, bezeichnete der Neu-Ulmer SPD-Fraktionschef Karl-Martin Wöhner nicht ganz unbescheiden als Elefantenrunde. Zusammen mit seinen Kollegen Rainer Juchheim (Grüne), Christina Richtmann (FWG) und Alfred Schömig (FDP), aber auch mit den Ortsvorsitzenden der Parteien Alexander Schilling und Günter Kammerer (beide SPD), Klaus Rederer (Grüne), Andreas Schuler (FWG) und Roland Prießnitz (FDP) wurde Kröger den Medien vorgestellt.

Kröger: "Ich werden den Bürgern zuhören."
Der Kandidat selbst gab schon einmal einen Vorgeschmack auf den anstehenden Wahlkampf und seine Ziele: Als Parteiloser fühle er sich zur Neutralität verpflichtet, er werde sich an Sachfragen orientierend aufs Miteinander im Zusammenleben in der Stadt Neu-Ulm konzentrieren. „Wir brauchen die Ideen, die Kritik und das Lob der Bürger, und ich werde ihnen zuhören“, versprach der 47-jährige in Weißenhorn lebende, verheiratete Familienvater von zwei Kindern einen ganz neuen Politikstil in Neu-Ulm. 
 
Kröger ist Jurist mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht, Unternehmensberater und Vorstandsmitglied im Club der Industrie. „Ich kenne die lokalen Unternehmen in Neu-Ulm, und das ist für einen OB sicher gut.“ Als Mann der Wirtschaft, so gestand Wöhner ein, sei Kröger anfangs nicht nur in der SPD kritisch gesehen worden. Am Donnerstag hätten die SPD-Ortsverbände Neu-Ulm und Pfuhl in einer nichtöffentlichen Sitzung die Stimmung ausgelotet: Mit drei Enthaltungen und annähernd 50 Ja-Stimmen sei das Votum überwältigend gewesen. Kröger hatte sich in den vergangenen Wochen auch in den anderen Parteien vorgestellt und eines erreicht, wie der Grünen-Fraktionschef Juchheim formulierte: „Er hat uns aufgezeigt, wie viele Gemeinsamkeiten wir vier Parteien haben und wie groß unsere Schnittmenge ist.“ Es sei überall viel diskutiert worden, sagte auch Kröger, „das hat mich ermutigt, und ich habe festgestellt, dass es passt“. Die Nominierung ist im Oktober dieses Jahres geplant, in einer großen gemeinsamen Versammlung, wahrscheinlich in der Oldtimer-Fabrik Klassik. Jede Partei wird dabei ein eigenes Votum abgeben, und Wöhner erhofft sich mit über 90 Prozent Zustimmung auch ein Signal an die Neu-Ulmer. 
 
Von Signalen war auch viel in Krögers Vorstellungsrede zu hören. Er wolle sich in der Kommunalpolitik in den Bereichen Demografie, Nachhaltigkeit, Energiewandel, Bildung und intelligente Verkehrskonzepte einsetzen. Kröger ließ kaum ein Themenfeld aus, versprach, auf alle Bevölkerungsgruppen einzugehen, um an Ende sehr persönlich zu werden: Eine schwere Erkrankung habe ihm 2011 vor Augen geführt, dass man das Leben nicht nur von der Erfolgsspur aus betrachten dürfe. 
 
Zuvor hatte er eigenem Bekunden nach Fachbücher geschrieben, Studenten in seiner Geburtsstadt Osnabrück, in Köln, Chemnitz und Ulm unterrichtet. Er hat Unternehmen gegründet und geführt, und er war Berater der sächsischen Staatsregierung. Jetzt will er „mit Herz und Verstand“ OB in Neu-Ulm werden und möglichst alle Bürger mitnehmen. Gleich nach den Sommerferien werde er seine „Tour der Dialogbereitschaft“ starten. Kommunalpolitische Erfahrung habe er nicht, gestand er ein, „aber ich habe mich immer wieder eingemischt“. 

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