Nur mehr Leiharbeit

Ulm.  Der Aufschwung bringt wieder mehr Arbeit in die Metall- und Elektroindustrie der Region - aber offenbar nur relativ schlecht bezahlte Stellen.

Die IG Metall Ulm fordert von den Arbeitgebern in der Metall- und Elektrobranche, wieder Stammbeschäftigung aufzubauen. Sie tut dies auf der Basis einer Analyse der Beschäftigungszahlen. Genauer: Wie haben sich diese seit Juni 2008 entwickelt? Zu diesem Zeitpunkt hatte die Finanzmarktkrise noch nicht auf die produzierende Wirtschaft übergegriffen.

Seitdem seien in Ulm und den Landkreisen Alb-Donau und Biberach 3020 Arbeitsplätze abgebaut worden, davon knapp 2000 Leiharbeiter, stellt der Erste Bevollmächtigte Reinhold Riebl fest. Damit lag das Beschäftigungsniveau im Juni 2010 um knapp 7 Prozent unter dem von Juni 2008.

Die Analyse ergab aber auch, dass seit Mitte 2009 wieder Beschäftigung aufgebaut wird. Allerdings werde dieses Wachstum in der Gesamtbetrachtung ausschließlich durch die Zunahme der Leiharbeit (plus 336 Beschäftigte seit Juni 2009) realisiert, sagt Riebl. Leiharbeitsfirmen bieten zwar auch sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze an, doch dem Gewerkschaftsfunktionär sind die um 30 bis 50 Prozent niedrigeren Entgelte der Leiharbeitnehmer gegenüber den Stammbeschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie ein Dorn im Auge. "Das Prinzip Gleiche Arbeit, gleiches Entgelt ist unteilbar", betont Riebl, "wer sich dafür im Sinne der Gleichstellung von Männern und Frauen im Arbeitsleben einsetzt, und das tun die Gewerkschaften, der muss auch die in Deutschland praktizierte Form der Leiharbeit bekämpfen."

Der Aufschwung hat inzwischen auch dazu geführt, dass die Kurzarbeit in der Branche zu einem großen Teil wieder zurückgefahren werden konnte. Gleichwohl gibt es immer noch Kurzarbeiter in nennenswertem Umfang: Vor Beginn der Sommerferien zählte das Ulmer IG Metall-Büro in seinem Zuständigkeitsbereich noch rund 2000 Kurzarbeiter. Auf dem Höhepunkt der allgemeinen Wirtschaftskrise im Jahr 2009 sind nach Analyse der Gewerkschaft mehr als 7000 Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen gewesen.


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Autor: REGINA FRANK | 07.09.2010

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