Noch zwei weitere: Jetzt acht Bewerber zur OB-Wahl

Ulmer OB-Wahl: Bis Donnerstag lagen außer sechs bekannten drei weitere Bewerbungen vor. Eine wurde zurückgezogen. Und ein Name: noch geheim. Mit einem Kommentar von Hans-Uli Thierer.

HANS-ULI ... |
Sechs Namen waren bekannt. Am Donnerstagvormittag nun informierten der Ulmer Wahlamtschef Walter Schmid und sein Sachgebietsleiter Winfried Baumeister kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist am kommenden Montag um 18 Uhr über den Stand der Vorbereitungen zur Ulmer OB-Wahl am 29. November.

Danach gab es morgens noch insgesamt neun Interessenten am Chefposten des Rathauses. Eine der neuen Bewerbungen ist aber am Nachmittag bereits wieder zurückgezogen worden: Die von Simon Habtai. Nun der Reihe nach:

Gunter Czisch (CDU), Martin Rivoir (SPD), Birgit Schäfer-Oelmayer (Grüne), Anja Hirschel (Piraten) – dieses Bewerberquartett um die Nachfolge Ivo Gönners tritt derzeit fast täglich in Diskussionsrunden, Foren oder Podien auf. Ihre Kandidaturen kundgetan hatten bisher auch schon Lisa Collins und Ivo Dommer, die beide für „Die Partei“, sozusagen im Duett, antreten.

Außer ihnen hatten bis Donnerstag noch drei weitere Frauen und Männer Bewerbungsunterlagen eingereicht. Von zweien ist der Name bekannt, eine dritte Person macht noch ein Geheimnis um sich und will erst mit Ende der Bewerbungsfrist bekannt geben, ob sie auch wirklich antritt.

Bei den beiden anderen handelt es sich um Sevda Caliskan und Simon Habtai. Letzterer ist Zollbeamter, hat eritreische Wurzeln und ist in Wiblingen aufgewachsen. Im Lauf des Tages zog er die Bewerbung wieder zurück – in der Einsicht, zu spät auf den Bewerberzug aufgesprungen zu sein, wie er sagte.

Dagegen möchte sich Sevda Caliskan künftig stärker ins politische Geschehen in ihrer Heimatstadt Ulm einbringen, wie sie gegenüber der SÜDWEST PRESSE erklärte. Die 41-Jährige ist Deutsche mit türkischer Herkunft und hat erst vor kurzem ihre Mitgliedschaft bei den Grünen gekündigt, um als unabhängige Kandidatin bei der Wahl antreten zu können, wie sie selbst sagt. Caliskan ist selbstständig als Trainerin für interkulturelle Kommunikation in der Erwachsenenbildung tätig. Ihr Schwerpunkt lag in der Vergangenheit im Raum München, sie wolle sich aber beruflich und politisch stärker in ihrer Heimatstadt engagieren, sagte sie.

Nach Angaben Walter Schmids erfüllen alle acht Bewerber zwei Grundvoraussetzungen der Wählbarkeit: Sie sind alt genug, also am Wahltag mindesten 25, und sie haben die deutsche oder eine EU-Staatsbürgerschaft. Ob alle die erforderlichen 150 Unterstützungsunterschriften vorgelegt haben, ist noch nicht abschließend geprüft.

Wahlberechtigt sind so viele Ulmer wie noch nie: 91.000. Das sind 7000 mehr als 2007. Die Gründe: Diesmal dürfen rund 8000 EU-Bürger und 2500 junge Menschen zwischen 16 und 18 Jahren (nicht erst ab 18) mitwählen.

Ein Kommentar von HANS-ULI THIERER: Ausgangslage kaum verändert

Neun oder acht? Nach den Turbulenzen um die Kandidaturen zur Ulmer OB-Wahl – ein Interessent war vormittags noch Bewerber und nachmittags schon nicht mehr – ist festzuhalten: Aufregung unnötig. An der Ausgangslage hat sich wenig bis nichts geändert. Es sei denn, beim achten Kandidaten, der um seinen Namen bis Montag noch ein Geheimnis macht, handelte es sich um ein politisches Großkaliber. Das ist aber nicht zu erwarten. Höchstens ein Bewerber, der für den Fall eines zweiten Wahlgangs zu einem weiteren Zünglein an der Waage werden könnte.

Unter diesem Vorbehalt aber bleibt, was bisher schon war: In die OB-Wahl gehen zwei Favoriten: Gunter Czisch und Martin Rivoir. Und in Birgit Schäfer-Oelmayer eine – siehe Gemeinderatswahlergebnisse – beim Wähler anerkannte Außenseiterin. Zu diesem mit kommunalpolitischen Wassern gewaschenen Trio hat sich als Außen-Außenseiterin Anja Hirschel gesellt. Mit erfrischender Herangehensweise und realitätsnaher Argumentation stellt sie eine Bereicherung im Wahlkampf dar – das immerhin. Und das schadet wahrlich nicht.

Wie viele Kandidaten es am Ende wirklich sein werden, weiß Ulm am Montagabend. Ohne das gestrige Hin und Her um Kandiatur oder Nicht-Kandidatur überzubewerten, ohne einzelnen Bewerbern zu nahezutreten, ohne die Spaßgesellschaft in Grund und Boden zu verdammen: Eine Spaßangelegenheit ist so eine OB-Wahl nicht.

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