Lachen für einen guten Zweck

Neu-Ulm.  Eine gute Bütt ist die Königsdisziplin jeder Prunksitzung. Beim Büttenabend zugunsten der Aktion 100 000 und Ulmer helft gabs im Barfüßer gleich acht Büttenreden. Lachen satt - und das für einen guten Zweck.

Mal frech, mal hintersinnig, dann wieder derb und zotig, in den allermeisten Fällen einfach nur lustig - so präsentierten sich am Freitag und Samstag im zweimal ausverkauften Neu-Ulmer Barfüßer die Büttenredner zugunsten der Spendekation der SÜDWEST PRESSE. Solche Abende sind harte Zeiten für große und kleine Politiker jedweder Coleur, über die Hohn und Spott ausgegossen werden. Dabei wird gereimt, was das Zeug hält, dass sich mitunter die Balken biegen. Schön, dass es einen gibt, der offen aus dem Nähkästchen plaudert. Achim Götz aus Oberelchingen bei seiner Barfüßer-Premiere: "Wer, liebe Freunde, kennt die Nöte, beim Schreiben einer Büttenrede? Oft hasch nach ma Kaschta Bier no immer nix auf dem Papier."

Von Einfallslosigkeit kann jedenfalls nicht die Rede sein, wie beide Abende zeigten. Zu Papier kommt viel, und dabei pflegt jeder, so gut er kann, seine kleinen Rivalitäten, vor allem jene zwischen Ulm und Neu-Ulm. Da blickt die Pressefotografin und Ulmer FWG-Stadträtin Helga Malischewski kritisch gen Bayern, um festzustellen, "dass der Gemeinderat Probleme mit sich selber hat". Ihr Lösungsvorschlag: "Man sollte langsam es betreiben und Bayern den Ulmern einverleiben."

Auch die vier Seflinger (Reinhold Eichhorn, Erwin Schmid, Hans-Jörg Anger und Otto Schempp) haben für Neu-Ulm nur Hohn und Spott übrig: Der Unterschied zwischen einem intelligenten Neu-Ulmer und dem Yeti? "Den Yeti hat man schon einmal gesehen." Die Retourkutsche folgt auf dem Fuß, in Person des Bauern von der Alb, Bernhard Gnahm: "Wenn man dBlaubeurer Straß weiter nausfährt, dort wo die Attraktivität immer mehr verpufft, do beginnt Seflinga. Der einzige Ort in ganz Baden-Württemberg, wo se bei der Abstimmung zu Stuttgart 21 Ja- und Nein-Stimmen verwechselt hant."

Fast jeder Beitrag sorgt dafür, dass die wirklich wichtigen Ereignisse des vergangenen Jahres, egal ob sie in der großen, weiten Welt oder direkt vor der Haustüre zugetragen haben, im Zeitraffertempo an einem vorbeirasen: "Brumm, brumm, ihr wisst es schon, die Uni setzt auf Vibration. Weil jede Frau davon entzückt, wenn ohne Mann sie sich beglückt", beschreibt Hans-Walter Roth den Hype um den Vibrator aus dem Uni-Automaten.


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Autor: EDWIN RUSCHITZKA | 06.02.2012

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