Nachtkritik: Revolte gegen die Ordnung

"You look different every time . . ." Wie ein Leitmotiv weht Robert Wyatts "Sea Song" durch Andreas von Studnitz' Inszenierung von "Die Bakchen (Pussy Riot)", die gestern Abend am Theater Ulm Premiere feierte.

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"You look different every time . . ." Wie ein Leitmotiv weht Robert Wyatts "Sea Song" durch Andreas von Studnitz' Inszenierung von "Die Bakchen (Pussy Riot)", die gestern Abend am Theater Ulm Premiere feierte. "You look different" - wer ist hier wer oder besser: was? Und wer verändert sich wie? Gewiss ist: In dieser existenziellen Befreiungsgeschichte und abgründigen Familientragödie rückt Dionysos, Gott des Weines und des Rausches, mit einer Frauenschar, den Bakchen, in der Stadt Theben an, um die von Pentheus rigide verteidigte Gesellschaftsstruktur zerbröckeln zu lassen - und sich zu rächen.

John von Düffels Stück ist eine zupackende Bearbeitung von Euripides' 2400 Jahre altem Drama: eine zugespitzte Neu-Erzählung um Macht, Glauben, Geschlechterrollen, Freiheit, Revolte und Gewalt. Der Text, aber auch die bildstarke Inszenierung halten dabei die Balance zwischen Archaik und Moderne. Im Zentrum überzeugen Fabian Gröver (scharf konturiert als Pentheus) und Sidonie von Krosigk (rätselhaft verführerisch als Dionysos). Und die Ballettcompagnie hat gespenstische Auftritte als die Bakchen. Ein intensiver Abend - mit unangemessen zurückhaltendem Premierenapplaus.

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