Mundraub.org: Naschen von fremden Bäumen
Region. Seit 2009 gibt es im Internet eine Seite mit dem wohlklingenden Namen "Mundraub.org". Sie listet freistehende Obstbäume zum kostenlosen Abernten auf. Auch in Ulm und und Umgebung gibt es einige Stellen, wo Mundraub zulässig ist.
Verführerisch steht der Kirschbaum am Wegesrand. Die Äste scheinen unter der roten Früchtepracht zu brechen. Es ist Kirschenzeit. Die Früchte glänzen in der Sonne. Nur ein Griff, nur einmal pflücken und schon hat man den süßen Geschmack im Mund. Der Kirschbaum gehört doch niemandem, steht so abseits da, mitten auf dem Feld. Oder hat er doch einen Besitzer? Und ich habe eine Straftat begangen?
Das fragten sich Kai Gildhorn und Katharina Frosch im Sommer 2009 auch. Bei einer Paddeltour im Mecklenburg-Vorpommern stießen die jungen Leute stets auf Obstbäume, die frei zugänglich waren und scheinbar niemanden gehörten. Die Idee für das Internet-Portal www.mundraub.org war geboren. Dort werden "wilde" und freistehende Obstbäume zum kostenlosen Abernten gelistet, sobald die Besitzverhältnisse über etwa ein Grünflächenamt geklärt sind. Auch Besitzer der Obstbäume, Streuobstwiesen oder Obstgärten können ihre Bäume auf dem Portal "freigeben". Dann steht dem Genuss eines legalen Mundraubs nichts im Wege. "Es ist für beide Seiten vom Nutzen", sagt Kai Gildhorn, der die private Initiative nach wie vor mit Daniel Nilson und Mirko Mayer von Berlin aus betreibt."Das Obst vergammelt nicht, viele Menschen kommen so in Genuss von frisch gepflückten Obst und tragen zum Erhalt der Obstbäume und Obstwiesen bei."
Auf der Internetseite www.mundraub.org ist eine große Karte zu finden. Auf ihr sind knapp 3000 Stellen mit Obstbäumen, Obstbaumwiesen und Gärten eingetragen, an denen sich alle bedienen können, die Lust auf frisches Obst haben. Die Obstbäume und Standorte sind nach Früchten sortiert – wer nur auf Kirschen aus ist, kann die Auswahl einschränken. Auch Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Mirabellen, Beeren, Nüsse und Kräuter sind so zu finden und zwar eingrenzbar auf den jeweiligen Standort.
Täglich kommen 20 neue Einträge hinzu. Es werden immer neue Fundstellen eingetragen. Viele freigegebene Obstbäume gibt es auf der Mundraub-Karte in größeren Städte sowie im Osten Deutschlands: „Da gibt es kilometerlange Obstbaumalleen auf öffentlichem Grund, die kaum genutzt werden“, erklärt Kai Gildhorn.
In Baden-Württemberg teilen noch nicht so viele Menschen ihre Bäume. Aber es gibt immer mehr. In Ulm und und Umgebung sind mehrere Stellen angegeben:
Übrigens ist Mundraub als Delikt seit 1975 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Wer auf anderer Leute Grundstück ohne Erlaubnis erntet, macht sich des „Diebstahls geringwertiger Sachen“ schuldig, heißt es im Gesetzestext. Ein mögliches Strafmaß hängt davon ab, ob man auf offenem Feld klaut oder in einen Garten eindringt. Und um tatsächlich von einer Straftat zu sprechen, braucht es im strafrechtlichen Sinne einen Vorsatz. Das heißt: Es muss dem Dieb vorher bewusst gewesen sein, dass der Obstbaum, von dem er Früchte genommen hat, einem Bauern gehört.
Das fragten sich Kai Gildhorn und Katharina Frosch im Sommer 2009 auch. Bei einer Paddeltour im Mecklenburg-Vorpommern stießen die jungen Leute stets auf Obstbäume, die frei zugänglich waren und scheinbar niemanden gehörten. Die Idee für das Internet-Portal www.mundraub.org war geboren. Dort werden "wilde" und freistehende Obstbäume zum kostenlosen Abernten gelistet, sobald die Besitzverhältnisse über etwa ein Grünflächenamt geklärt sind. Auch Besitzer der Obstbäume, Streuobstwiesen oder Obstgärten können ihre Bäume auf dem Portal "freigeben". Dann steht dem Genuss eines legalen Mundraubs nichts im Wege. "Es ist für beide Seiten vom Nutzen", sagt Kai Gildhorn, der die private Initiative nach wie vor mit Daniel Nilson und Mirko Mayer von Berlin aus betreibt."Das Obst vergammelt nicht, viele Menschen kommen so in Genuss von frisch gepflückten Obst und tragen zum Erhalt der Obstbäume und Obstwiesen bei."
Auf der Internetseite www.mundraub.org ist eine große Karte zu finden. Auf ihr sind knapp 3000 Stellen mit Obstbäumen, Obstbaumwiesen und Gärten eingetragen, an denen sich alle bedienen können, die Lust auf frisches Obst haben. Die Obstbäume und Standorte sind nach Früchten sortiert – wer nur auf Kirschen aus ist, kann die Auswahl einschränken. Auch Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Mirabellen, Beeren, Nüsse und Kräuter sind so zu finden und zwar eingrenzbar auf den jeweiligen Standort.
Täglich kommen 20 neue Einträge hinzu. Es werden immer neue Fundstellen eingetragen. Viele freigegebene Obstbäume gibt es auf der Mundraub-Karte in größeren Städte sowie im Osten Deutschlands: „Da gibt es kilometerlange Obstbaumalleen auf öffentlichem Grund, die kaum genutzt werden“, erklärt Kai Gildhorn.
In Baden-Württemberg teilen noch nicht so viele Menschen ihre Bäume. Aber es gibt immer mehr. In Ulm und und Umgebung sind mehrere Stellen angegeben:
- Am Kienlesbergbastion, Wilhelmsburg, Lehrer Tal. Innerhalb der Kienlesbergbastion (diese ist in städtischem Eigentum) darf man einen Süßkirschenbaum, verschiedene Zwetschgenbäume, Zibatten, einen Apfelbaum (Jakob Fischer) und zwei Birnbäume beernten. Im angrenzenden Kleingartengebiet darf man von den städtischen Streuobstwiesen Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Brombeeren holen.
- Im Stadtpark Blauinsel in Ulm (Zwischen Blau und Blaubeurer Straße) gibt es einige Birnenbäume auf einer großen Wiese. Der Park ist öffentlich und Bäume dürfen beerntet werden.
- Zwischen dem Fußweg vor dem Maritim-Hotel und dem Donau-Radweg gibt es einen Mirabellenbaum am Donauufer zwischen Fuß- und Radweg.
- In Dornstadt gibt es Mirabellen vom Mirabellenbaum an der Auffahrt zur Bahnbrücke (Böschung)
- In Lonsee gibt es einen kleinen Apfelbaum auf der linken Seite (wenn man Richtung Westerstetten fährt) gleich neben dem Haltestellenhäuschen.
Übrigens ist Mundraub als Delikt seit 1975 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Wer auf anderer Leute Grundstück ohne Erlaubnis erntet, macht sich des „Diebstahls geringwertiger Sachen“ schuldig, heißt es im Gesetzestext. Ein mögliches Strafmaß hängt davon ab, ob man auf offenem Feld klaut oder in einen Garten eindringt. Und um tatsächlich von einer Straftat zu sprechen, braucht es im strafrechtlichen Sinne einen Vorsatz. Das heißt: Es muss dem Dieb vorher bewusst gewesen sein, dass der Obstbaum, von dem er Früchte genommen hat, einem Bauern gehört.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: Joanna M. Stolarek | 21.06.2011
| Artikel twittern |
|
|
Die Internetplattform mundraub.org listet bundesweit frei gegebene, öffentlich stehende Obstbäume, an denen jeder Früchte ernten darf.
MEISTGELESENE ARTIKEL
Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil
Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

ZURÜCK

Kommentare (1)
Mundraub
Wohne in Kirchenlamitz und würde gerne wissen wollen wo ich hier und in der Umgebung Obst oder auch andere Dinge finden kann. Mit der großen Karte kann ich nichts anfangen. Habe ganz zu fällig über WDR von Euch erfahren. mit freundlichen GrüßenAnne Beckmann