Arena wächst in die Höhe
Neu-Ulm. Es geht zügig voran, was an der Europastraße in Neu-Ulm auch deutlich zu sehen ist. Im Januar will die Firma Bögl das Richtfest für die neue Multifunktionshalle auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz feiern.
"Jetzt kann man wirklich sehen, wie die Ratiopharm-Arena wächst", hat gestern der Ulmer Finanzbürgermeister Gunter Czisch auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz gesagt. Zusammen mit dem Neu-Ulmer Kämmerer Berthold Stier - beide sind auch Geschäftsführer der Multifunktionshallen GmbH - waren Stadträte und Medien zu einer Baustellen-Besichtigung eingeladen. Gerhard Hupfer, Geschäftsführer der Firma Max Bögl aus Neumarkt in der Oberpfalz, und Projektleiter Hermann Weinhäuser erläuterten den Stand der Arbeiten am 28 Millionen Euro teuren Projekt. Die Kosten tragen die beiden Städte: Ulm übernimmt zwei Drittel und Neu-Ulm ein Drittel.
Gleich nach dem Ende des Neu-Ulmer Volksfestes war im Mai dieses Jahres mit den vorbereitenden Erd- und Fundamentarbeiten begonnen worden. Die Grundsteinlegung war Mitte Juli. Und Ende Januar nächsten Jahres will die Firma Bögl auch schon das Richtfest feiern. Hinter den Kulissen wird auch kräftig am Programm gebastelt, das von Dezember 2011 an in der Multifunktionshalle geboten werden soll. Dafür ist die Bögl-Abteilung Projektentwicklung zuständig. Der Kartenvorverkauf für die ersten Veranstaltungen, so Ralf Peter aus dem Marketing, wird bereits in ein paar Wochen beginnen. Über Namen von Künstlern, die auftreten werden, ließ er sich nicht näher aus.
Um so gesprächiger war gestern der Bauprojektleiter auf der Baustelle, Hermann Weinhäuser: "Das ganze Gebäude steht eigentlich schon in Neumarkt." Die großen Fertigteile werden derzeit mit Sattelschleppern vom 220 Kilometer entfernten Bögl-Werk nach Neu-Ulm gekarrt und dort montiert. Das geht mit Hilfe der von weitem sichtbaren gigantischen Kräne. Einer davon, ein richtiges kettengetriebenes Ungetüm, wiegt mit 500 Tonnen so viel wie zehn Panzer. Dieser Kran kann die bis zu zehn Meter langen und drei Meter breiten Betonplatten in die Höhe ziehen, wo sie dann mit anderen Teilen verbunden werden. Etwa 25 Tonnen bringt das schwerste Teil auf die Waage. Der Hallen-Rohbau setzt sich aus etwa 1300 Einzelteilen zusammen, zwischen 250 und 260 sind bereits eingebaut.
Die Rohbau-Arbeiten sollen spätestens Ende Februar abgeschlossen sein, gleich im Anschluss werden Bögl und die beauftragten Subunternehmen mit dem Innenausbau beginnen. Zurzeit sind auf der Baustelle nach Angaben Weinhäusers insgesamt etwa 40 Arbeitskräfte beschäftigt.
Über das Skelett hinaus, also die senkrechten Stützen und waagrechten Träger, die verbaut sind, nimmt die Halle vor allem im südlichen Bereich bereits Konturen an. Fertig sind bereits drei der insgesamt fünf Fluchttreppenhäuser. Deutlich zu sehen sind auch die Stützen für die festen Tribünen, die erahnen lassen, wie groß der Innenraum später einmal wird. Insgesamt sollen in der Halle bei Sportveranstaltung 6200 Zuschauer und bei Musikveranstaltungen bis zu 9000 Personen Platz finden.
Die Arbeiten sollen in den nächsten Wochen und Monaten zügig vorangetrieben werden. Allerdings könnten Witterungseinflüsse den ehrgeizigen Bauplan schon noch beeinträchtigen, sagte Bögl-Geschäftsführer Gerhard Hupfer. Bei Schnee und Eis sei vor allem die Unfallgefahr groß.
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Autor: EDWIN RUSCHITZKA | 20.10.2010
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