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Mozart und Salieri als spannender Krimi

Hochspannung mit Musikeinspielungen: Peter Shaffers "Amadeus" feierte jetzt im Akademietheater Ulm eine umjubelte Premiere.

CHRISTA KANAND |

Im Dunkeln flüstern, zischen und rattern Stimmen. Gerüchte und Geschwätz umkreisen den Mann auf der Bühne: Antonio Salieri, Hofkomponist und Hofkapellmeister im kaiserlichen Wien. Und Mozart-Rivale. Wenn auch das Gerücht, Salieri habe Mozart vergiftet, von der Forschung längst ad acta gelegt ist, steht es im Zentrum des 1979 uraufgeführten Theaterstücks "Amadeus" von Peter Shaffer, der auch das Drehbuch zu Milo Formans gleichnamigem Filmerfolg schrieb.

Die Regiestudentin Joana Tautz hat es für das Akademietheater eingerichtet: ein gelungenes Inszenierungsdebüt. Geschickte Personenführung, kontrastreiche Charaktere und kluge Regieeinfälle machten unabhängig vom historischen Wahrheitsgehalt den Mozart-Salieri-Mythos lebendig. Ein Stück Musikgeschichte in Rokokokostümen, das in mehr als zweieinhalb Stunden mit überzeugenden Schauspielstudenten den Vergleich mit Profi-Theater nicht zu scheuen braucht.

"Perdonami, Mozart! Verzeih deinem Mörder!" schreit Salieri von seinem Gewissen geplagt. "War ichs oder war ichs nicht?", fragt sich der alte Komponist, den Simon Fleischhacker bravourös verkörpert, in einer Novembernacht. In seiner dramatischen Lebensbeichte reihen sich Szenen, die Einblicke in Salieris Seelenleben, seine Karriere geben, bei der ihm der junge Genius Mozart in die Quere kommt.

Dieser Amadeus ist für Simon Schmid eine Paraderolle: Durchgeknallt, albern in Spielen mit der bildhübschen Ehefrau Constanze (Kathrin Wolf), lebenslustig, naiv, genial, aber auch obszön mit Hang zur Fäkalsprache, die für manchen Lacher sorgt. Dieser "Amadeus" ist mit seinen rachsüchtigen Intrigen in der höfischen Gesellschaft ein Hochspannungskrimi, aber auch ein Muss für Musikliebhaber.

Info Peter Shaffers "Amadeus" , zeigt das Akademietheater (Fort Unterer Kuhberg 12) heute, Freitag, und morgen, sowie am 1. und 2. Oktober, jeweils 20.15 Uhr.

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