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Moco schließt Hobelwerk

Schlag für den Wirtschaftsstandort Ulm: Das Traditionsunternehmen Molfenter schließt sein Hobelwerk an der Blaubeurer Straße und baut 100 Arbeitsplätze ab. Die Zentrale bleibt, das Grundstück wird verkauft.

Autor: FRANK KÖNIG |
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Das traditionsreiche Holzunternehmen Molfenter schließt das Hobelwerk in der Blaubeurer Straße und baut 100 Arbeitsplätze ab. Das Fertigungsvolumen wird auf die zwei anderen Standorte der Scheuffele-Gruppe verteilt: Karlsruhe und Ammelshain bei Leipzig. Die Firmenverwaltung mit 50 Mitarbeitern bleibt in Ulm. Das Grundstück mit 70 000 Quadratmetern und eigenem Gleisanschluss soll veräußert werden. Der neue Geschäftsführer Holger Sieck sieht im Umfeld von Ikea und dem Blautalcenter gute Verkaufschancen: "Die Blaubeurer Straße brummt." Das Areal sei auch nicht mehr erweiterbar gewesen.

Sieck begründet die Standort-Schließung vor allem mit einer "signifikanten Unterauslastung" der drei Hobelwerke. Die Firma müsse die Produktionskapazitäten daher verringern und ein Werk dichtmachen. Der rückläufige Absatz resultiert aus dem geringeren Export in die von der Finanzkrise betroffenen Länder Südeuropas und dem scharfen Wettbewerb im Einstiegsmarkt.

Molfenter - Markenname Moco - ist auf besonders hochwertige Hölzer aus Skandinavien spezialisiert und muss sich im unteren Preissegment dem Wettbewerb mit billigeren Holzarten aus dem heimischen deutschen Markt stellen. Weil außerdem die Beschaffungskosten steigen, gerät der Ertrag nach Siecks Worten von zwei Seiten her unter Druck: "Wir sind in der Klemme."

Die Marge gehe schon seit einiger Zeit zurück. Dazu nimmt aus dem Gesellschafterkreis des Ulmer Familienunternehmens auch Seniorchef Hermann Scheuffele Stellung. Er gesteht ein, dass man Absatzverluste für Hobelbretter im Einstiegssegment nicht mehr ausgleichen konnte: "Wir bedauern sehr, im Rahmen der dadurch notwendigen Restrukturierung die Mitarbeiter von Moco am Produktionsstandort Ulm freisetzen zu müssen."

Dazu laufen seit einiger Zeit Gespräche mit dem Betriebsrat. Sieck legte Wert auf die Feststellung, dass ein Interessenausgleich mit Abfindungen unterzeichnet werden solle. Außerdem lasse Molfenter die Beziehungen zur regionalen Wirtschaft spielen, um bewährte und gefragte Mitarbeiter - wie auch Gabelstaplerfahrer - unterzubringen. Falls dies nicht ganz gelinge, wolle man eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft auflegen.

Molfenter produziert im Ulmer Werk Profilbretter für Innen- und Außenverkleidungen sowie für Holzfußböden und Terrassen - naturbelassen oder lackiert. Der Maschinenpark wurde immer wieder mit hohen Investitionen erneuert und soll nun an die zwei anderen Standorte verlagert werden. Die Schließung in Ulm soll innerhalb der nächsten sechs Monate erfolgen.

Die Firma Molfenter geht aus der Tradition der Zillenbauer in Ulm hervor und wurde 1865 aus der Not heraus gegründet. Der Schiffbau an der Donau war wegen des Vordringens der Eisenbahn rückläufig, so dass man sich - naheliegend - auf die Holzverarbeitung verlegte.

1 Kommentar

26.01.2013 21:33 Uhr

Wo ist Herr Gönner!

Eine "überraschende" Pleite nach der anderen in Ulm und Ulm und um Ulm herum.. Was macht eigentlich Herr Gönner? Setzt er sich dafür ein das die heimische Industrie genug Aufträge bekommt, z.B, neue Fußböden oder Außenverkleidungen für Schulen.

Oder doch nur sinnlose Milliarden für den Bahn-Konzern?

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