Ministerin Schavan besucht den Campus der Hochschule Ulm

Ulm.  Die Hochschule Ulm lockte mit ihrem Tag der offenen Tür am Samstag rund 2400 Besucher an. Mit Bundesbildungsministerin Annette Schavan kam auch ein prominenter Gast auf den Campus in der Prittwitzstraße.

Der Tag der offenen Tür zum 50-jährigen Bestehen der Hochschule Ulm (vormals FH) führte am Samstag auch die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, auf den Campus Prittwitzstraße. Die Ulmer CDU-Abgeordnete kam wegen der Griechenland-Krise und entsprechender Telefonkonferenzen mit einiger Verspätung. "Wir haben viele Sitzungen, es ist alles ganz aufregend", sagte sie.

Rektor Achim Bubenzer führte die Ministerin durch den Campus, wo sie zunächst am Mint-Ausstellungsstand (Mädchen in Informatik, Naturwissenschaft und Technik) Station machte und sich bei dieser Gelegenheit nach der Frauenquote an der Hochschule mit ihren rund 3200 Studenten erkundigte. In den Kernfächern der Ingenieurswissenschaften sind es nach Bubenzers Worten nur 5 Prozent, insgesamt jedoch 16 Prozent. Die Mint-Verantwortliche Professor Marianne von Schwerin sagte, wenn Mädchen erst einmal mit Technik in Kontakt kämen, dann würde ihr Interesse häufig dauerhaft geweckt.

Auch bei der Vorführung autonomer Roboter des Instituts für Informatik spielte das Frauenthema eine Rolle. Die Studenten hatten einen Roboter, der selbsttätig den Tisch abräumte und den Verlauf der Saubermach-Aktion mit weiblicher Stimme auf Englisch dokumentierte, "Kate" genannt. Das sei "politisch überhaupt nicht korrekt", sagte Schavan halb scherzhaft.

Der Schwerpunkt der Hochschule Ulm bei diesem übergreifenden Projekt liegt auf der Software und der Kartographierung der Umgebung. Die Hochschule Mannheim übernimmt die Bildbearbeitung, Weingarten ist für das Lernverhalten des Roboters zuständig.

Die Ministerin schaute sich auch CNC-Maschinen in der Fertigungstechnik an und konnte sich in dem abgetrennten Flachbau, dem so genannten F-Gebäude, außerdem ein Bild vom Baufortschritt der neuen Motoren- und Hydraulikprüfstände der Hochschule machen.

Auf dem Außengelände sorgte eine Elektro-Go-Cart für Aufsehen, für das gleich noch eine Solartankstelle aufgebaut war. Im Eingangsbereich war ein kleines Schwimmbecken installiert: ein mit EU-Mitteln geförderter Prüfstand für einen Durchflussmesser, der mit einem Abwasserentsorger entwickelt wird. Digital Media zeigte das Computer-Spiel "Plant Rider", die Steuerung lief dabei über künstliche Pflanzen.

Seitens der Hochschule waren alle etwa 300 Mitarbeiter im Einsatz. Auch die ausgelagerten Bereiche Medizintechnik und Mechatronik (Oberer Eselsberg) sowie Kommunikation und Energietechnik (Böfingen) waren vertreten. Wie Pressesprecherin Ingrid Horn berichtete, kamen etwa 2400 Besucher. Zuletzt gab es 2006 einen Tag der offenen Tür - aus Anlass der Umbenennung von FH in Hochschule.


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Autor: FRANK KÖNIG | 10.05.2010

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