Michael C. Wieland im Alter von 77 Jahren gestorben

Als er im Februar 2013 seinen 75. Geburtstag feierte, nannte ihn die Zeitung eine Ulmer Institution. Ein Nachruf auf den kunst- und stadtbeflissenen Michael C. Wieland.

HANS-ULI THIERER |

Als er im Februar 2013 seinen 75. Geburtstag feierte, nannte ihn die Zeitung eine Ulmer Institution. Das war keine Übertreibung: Institutionen sind Menschen oder auch Einrichtungen, die Spuren legen und hinterlassen. An solchen Spuren, die an Michael C. Wieland über seinen Tod hinaus erinnern, mangelt es in Ulm wahrlich nicht.

Natürlich das Ulmer Theater. Natürlich bringt man das Stadttheater als allererstes in Verbindung mit dem Namen dieses aus der großen Unternehmer-Dynastie Wieland stammenden Mannes. Schließlich war Michael C. Wieland mehr als drei Jahrzehnte lang Vorsitzender des Vereins Freunde des Ulmer Theaters. Als solcher war er primär darauf bedacht, Geld zu beschaffen, das dann überwiegend dafür verwendet wurde, besonders aufwendige Produktionen mitzufinanzieren, die das Theaterbudget sonst nicht zugelassen hätte. Zum Abschied aus diesem Ehrenamt wurde eine Aufstellung gemacht, nach der Wieland in seiner Zeit als Vorsitzender mehr als 1,6 Millionen Euro an Spenden eingetrieben hat.

Eingetrieben ist durchaus der richtige Begriff. Denn Wieland konnte ein Eintreiber sein. Mit seiner umtriebigen Wesensart, einer Mischung aus Überzeugungskraft, wenn notwendig auch Dickschädligkeit, verfolgte er Ziele ebenso charmant wie hartnäckig und mit langem Atem. Dafür gab es am Theater ein anderes Beispiel: Das einst nach heftigen Diskussionen auf den Eingangsvorbau gebaute Theatercafé setzte er genau mit diesen Eigenschaften gegen Kritik und manche Anfeindung durch. In diesem Fall blieb die Spur allerdings nicht erhalten: Das auch architektonisch umstrittene Café ist eine Theater-Episode geblieben und wieder aus dem Stadtbild verschwunden.

Wenn außer einer Kunstbeflissenheit auch so etwas wie eine Stadtbeflissenheit existiert, dann verkörperte Wieland sie. Das Stadtleben, die Befindlichkeiten der Stadtbewohner, waren ihm, dem weltläufigen Ulmer, ein Anliegen. Es drückt sich darin aus, dass Michael C. Wieland als eine der maßgeblichen Figuren bei der Gesellschaft der Donaufreunde die Lichterserenade am Samstag vor Schwörmontag mit aus der Taufe gehoben hat. Sie gehört heute als unverzichtbares Element, das Zehntausende an die Donau lockt, zum Schwörwochenende. Die Lichterserenade ist geworden, was einer ihrer Miterfinder war: eine Ulmer Institution.

Am Samstag ist Michael C. Wieland gestorben. Schwer erkrankt, verbrachte er seine letzten Tage im Ulmer Hospiz.

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