Metallschrott statt Bombe: Vorerst Entwarnung in Neu-Ulm

25 auffällige Stellen hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst auf dem ehemaligen Bahngelände in Neu-Ulm untersucht. Eine Weltkriegsbombe fanden die Männer nicht. Am Donnerstag und Sonntag wird es keine Evakuierung geben - auch das Parkverbot ist aufgehoben. Doch die eigentliche Arbeit geht jetzt erst los.

STEFFEN WOLFF |
Bombensuche auf dem ehemaligen Bahngelände in Neu-Ulm, auf dem die Glacis-Galerie gebaut werden soll. Bis 13 Uhr waren dort am Donnerstag die Experten der Kampfmittelbeseitigung im Einsatz (siehe auch Liveticker). Wie Sandra Schiele, Pressesprecherin der Stadt Neu-Ulm, am Nachmittag mitteilt, wird es am Donnerstag und am Sonntag definitiv keine Evakuierung geben. Rund 25 Punkte hatten die Spezialisten nach einer ersten Voruntersuchung markiert. Genau dort könnten sich bisher nicht detonierte Weltkriegsbomben im Untergrund befinden.

Bei der Untersuchung am Morgen stoppt plötzlich der Bagger. Die Männer mit den Signalwesten beugen sich über das ausgehobene Loch. Kampfmittelbeseitiger Daniel Raabe lässt sich einen Spaten reichen und springt in die Grube. "Wir waren für einen Moment unsicher, das sah etwas komisch aus", erklärt der 39-Jährige kurze Zeit später. Doch schnell war klar: Es war nur ein Stück alte Wasserleitung.



Eisenbahnschienen, mit Metallrohren ummantelte Stromkabel, Baustahl. Das alles beförderten die Arbeiter auf dem Gelände am Donnerstag ans Tageslicht. Nur keine Bomben. "Die Wahrscheinlichkeit, heute etwas zu finden, lag von Anfang an bei unter zehn Prozent", erklärte Raabe, der in seinem Arbeitsleben bereits 158 Bomben ans Tageslicht befördert hat. Lediglich bei 10 der 25 Punkten auf dem Glacis-Gelände deutete etwas auf Blindgänger hin. Allerdings sei der Boden voll alter Leitungen, die bei der Sondierung in tieferen Erdschichten stören. "Somit haben wir auch gleich vorbereitende Maßnahmen für die Gesamträumung vorgenommen." 

Und die steht in den kommenden sechs bis acht Wochen an. Ab kommenden Montag (29. April) soll die Erde auf dem gesamten Gelände bis in eine Tiefe von rund eineinhalb Metern komplett abgetragen werden. Dann wird mit Metalldektoren noch einmal gemessen. Erst wenn auch bei dieser Messung nichts gefunden wird, kannd das Areal endgültig freigegeben werden. "Wir haben also noch einiges vor uns." 




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